Donnerstag, 01. Februar 2018, 8:59 Uhr

Til Schweiger im TV über den Fall Wedel

Til Schweiger hat am Mittwochabend in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz Stellung zum Fall Dieter Wedel genommen. Dabei warb der Schauspieler und Regisseur um Verständnis, dass Frauen sich erst Jahre nach der Tat offenbaren.

Til Schweiger im TV über den Fall Wedel
Foto: Becher/WENN.com

Der 54-Jährige hat angekündigt, bei den Dreharbeiten zu seinem neuen Film zwei Vertrauenspersonen einzusetzen. An die könnten sich Crewmitglieder im Falle von sexuellen Belästigungen wenden. „Jeder, dem so etwas widerfährt, ist sein Leben lang traumatisiert“, sagte Schweiger am Mittwochabend in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ über Opfer sexuellen Missbrauchs.

Der Produzent warb bei der Debatte um sexuelle Übergriffe in der Filmbranche für Verständnis, wenn sich Frauen erst Jahre nach solchen Taten öffnen. „Wir müssen sagen: ‚Wir verstehen, warum ihr so lange gelitten habt und so lange nicht den Mut hattet‘. Und nicht sagen: ’20 Jahre hattet ihr die Chance und jetzt haltet die Klappe'“.

Einige Kommentare hier machen mich fassungslos😳!Ein Sexualdelikt darf nicht verjähren! Genauso wenig wie ein Mord! Denn...

Gepostet von Til Schweiger am Donnerstag, 25. Januar 2018

Sind die Frauen selber schuld?

Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen (die früher auch für den ‚Spiegel‘ schrieb) warnte im Fall Wedel vor einer medialen Vorverurteilung und forderte Frauen auf, solche Taten frühzeitiger anzuzeigen, um sie juristisch besser aufklären zu können. In einem Beitrag für ‚Die Welt‘ hatte die 72-jährige erklärt: „Wenn ein ‚Opfer‘ es nicht schafft, binnen immerhin 20 Jahren solche Vorwürfe amtlich geltend zu machen, muss und darf auch irgendwann Schluss sein.“

Til Schweiger hatte sich kürzlich jüngst auf Facebook über diesen Kommentar der renommierten Gerichtsreporterin ausgelassen. Friedrichsen habe nach wie vor kein Verständnis, dass sich Frauen erst nach einer solch langen Zeit melden. Schweiger fragt empört zurück: „Die vergewaltigte Frau ist also selbst schuld, wenn der nicht verurteilt wird, und andere Frauen auch vergewaltigt werden“. Die Sendung gibt es hier zu sehen.

Ich kann nur jedem empfehlen, den Artikel über den Regisseur Dieter Wedel in der aktuellen ZEIT zu lesen. Fakt ist:...

Gepostet von Simon Verhoeven am Sonntag, 28. Januar 2018

Wedel weist alle Anschuldigungen zurück

Auch Regisseur Simon Verhoeven hatte sich auf Facebook sehr deutlich geäußert. Mehrere Frauen werfen dem Regisseur Dieter Wedel (75) derzeit vor, sie während der gemeinsamen Arbeit sexuell belästigt und sogar vergewaltigt zu haben. Der Filmemacher („Der Schattenmann“) wies alle Anschuldigungen zurück. „Es wussten nicht alle in der Branche, dass er vergewaltigt haben soll. Man wusste aber, dass er ein Menschenquäler ist“, erklärte Schweiger.

Es gehe in vielen Fällen gar nicht um Sex, sondern um die Demonstration von Macht. „Leute, die ihre Macht demonstrieren und ausleben wollen, können nichts weniger leiden, als wenn sich jemand widersetzt. Deswegen wollen sie diesen Menschen brechen, verletzen und erniedrigen.“ Man müsse den Opfern zuhören, ihnen glauben und sie ermutigen.

Fakt ist: Dieter Wedel ist als Regisseur eh erledigt, ob er sich nun wehren kann oder nicht. Oder ob er am Set ein Tyrann war oder nicht. Für den gefallenen Filmemacher gilt die Unschuldsvemutung. (dpa/KT)