Sonntag, 04. Februar 2018, 9:54 Uhr

Fall Uma Thurman: Harvey Weinstein "ist traurig und verwirrt"

Uma Thurman bekannte sich gestern erstmals öffentlich als Opfer von Harvey Weinstein (wir berichteten). Die Schauspielerin arbeitete in ihrer Karriere bereits viele Male mit dem Produzenten zusammen.

Fall Uma Thurman: Harvey Weinstein "ist traurig und verwirrt"
Foto: Joseph Marzullo/WENN.com

Im Interview mit der ‘New York Times‘ bricht sie nun das Schweigen und bezichtigt den Filmmogul, sie mehrfach sexuell angegangen zu haben. Die erste Attacke fand in einem Pariser Hotel statt, später passierte es in London. „Er drückte mich nieder. Er versuchte, sich auf mich zu schieben. Er versuchte, sich auszuziehen. Er tat viele unschöne Dinge.“

Später habe sie Weinstein wegen des Vorfalls konfrontiert. An das, was danach geschah, kann sich die 47-Jährige nicht mehr vollständig erinnern. Ihre Freundin, die Maskenbildnerin Ilona Herman, erinnert sich dagegen noch gut und schildert, wie sie Thurman antraf, nachdem diese sich mit Harvey getroffen hatte: „Sie sah ziemlich zerzaust aus und aus der Fassung gebracht. Sie hatte diesen leeren Blick. Ihre Augen waren aufgerissen und sie war völlig von der Rolle. Ich half ihr ins Taxi und wir gingen zu mir nach Hause. Sie zitterte heftig“, so Herman gegenüber der ‘Times‘.

Weinstein reagiert umgehend

Der Filmmogul hat nach dem Interview der Schauspielerin mit der „New York Times“ eine Erklärung abgegeben und mehrere Fotos von den beiden veröffentlicht, um angeblich die „starke Beziehung“ zwischen ihnen hervorzuheben. Zwar gibt er in einem Schreiben zu, sich ihr auf merkwürdig Art genähert zu haben, allerdings sah laut Weinstein alles anders aus. Er habe ihre Signale falsch gedeutet und sich sofort entschuldigt, die Schilderungen seien unwahr.

Weinsteins Team behauptet: „Es gab keinen physischen Kontakt während der merkwürdigen Annäherung und Mr. Weinstein ist traurig und verwirrt darüber, warum Ms. Thurman, die er als Kollegin und Freundin empfunden hat, 25 Jahre damit wartet, diese Anschuldigungen publik zu machen. Darüber hinaus haben er und Ms. Thurman eine sehr enge und auf beiden Seiten erfolgreiche Arbeitsbeziehung, in der viele erfolgreiche Filmprojekte entstanden sind.“ Mittlerweile beschuldigen mehr als 80 Frauen den Filmmogul der sexuellen Belästigung.

Quentin Tarantino hat auf Stuntfrau verzichtet

Auch an Regisseur Quentin Tarantino lässt Thurman in dem Interview kein gutes Haar aus. Während einer Szene zu ‚Kill Bill‘ verursachte die Hollywood-Darstellerin in einen Autounfall, nachdem der Filmemacher darauf bestand, dass sie einen Auto-Stunt selbst hinlegt: „Das Lenkrad war an meinem Bauch und meine Beine klemmten unter mir. Ich spürte diesen heftigen Schmerz und dachte, ‘Oh mein Gott, ich werde nie wieder laufen können‘. Als ich aus dem Krankenhaus zurückkam, in einer Halskrause, mit kaputten Knien, einer massiven Beule am Kopf und einer Gehirnerschütterung, wollte ich das Auto sehen und war deswegen ziemlich sauer. Quentin und ich hatten einen Riesenstreit. Ich beschuldigte ihn, dass er versucht hat, mich umzubringen. Er war deswegen sehr wütend. Ich vermute, weil er, verständlicherweise, nicht das Gefühl hatte, mich fast umgebracht zu haben.“