Sonntag, 04. Februar 2018, 18:48 Uhr

TV-Kritik Tatort "Tollwut": Panik im Knast

Hauptkommissar Faber dreht im Dortmund-„Tatort“ fast durch, seine Kollegin Dalay ebenfalls. Es geht um Tollwut im Knast und um Fabers persönlichen Hauptfeind, der sich offenbar absichtlich in die Dortmunder JVA verlegen ließ.

TV-Kritik Tatort "Tollwut": Panik im Knast
Gefängnisdirektorin Angelika Zerrer (Ulrike Krumbiegel, l) mit den Kommissaren Martina Bönisch (Anna Schudt, 2.v.l.), Nora Dalay (Aylin Tezel, 3.v.l.) und Peter Faber (Jörg Hartmann, r).
Foto: WDR/Thomas Kost,

Der elfte Fall des Dortmunder Tatort-Teams beweist Ansätze zum Thriller. Die 90 Minuten Rätselraten versprechen Spannung. In „Tollwut“ wird der Zuschauer am Sonntag (4. Februar, 20.15 Uhr) erst einmal aufs Glatteis geführt, so wie auch Hauptkommissar Faber(Jörg Hartmann) und seine Kollegen. Und wie immer gibt es Ärger im Ermittlerteam. Ein weiteres Mitglied droht auszusteigen.

600 Häftlinge auf engstem Raum

„Tollwut“ spielt im Knast. Dort leben 600 Häftlinge auf engstem Raum. Auf der Krankenstation würgt ein Doppelmörder gelben Schleim aus – und stirbt. Wie aber kommt Tollwut hinter die Gefängnismauern? Und es hat nicht nur einen Insassen erwischt. Ein alter Bekannter aus dem erweiterten Team, der inzwischen in der JVA arbeitet, hat es ebenfalls erwischt: „Ich wurde auf dieselbe Weise mit Tollwut infiziert“, sagt Gefängnisarzt Zander (Thomas Arnold). Für eine Therapie ist es zu spät.

TV-Kritik Tatort "Tollwut": Panik im Knast
Mörder Markus Graf (Florian Bartholomäi, l) und Gangsterboss Tomek Kodra (Murathan Muslu, r). Foto: WDR/Thomas Kost

Faber glaubt nicht an Zufälle. Schon gar nicht, weil sein alter Gegenspieler Markus Graf (Florian Bartholomäi) in die Anstalt verlegt wurde. Dem traut er alles zu. Faber hatte einst dessen Vater verhaftet und glaubt fest daran, dass der Sohn vor vielen Jahren aus Rache seine Frau und seine kleine Tochter ermordet hat. Offiziell war es ein Unfall. Seitdem ist der Hauptkommissar aus der Spur geraten.

Dramatisches Finale

Nach dem Abgang von Kollege Daniel Kossik (Stefan Konarske) zum LKA hat auch Nora Dalay (Aylin Tezel) inzwischen den Chef satt. Ihr geht der nahende Tod von Jonas Zander nahe. „Sie sollten sich echt wünschen, dass wir ein anderes Motiv finden für den Mord an Jonas. Sonst geht der Tod auf Ihr Konto“, wirft sie Faber an den Kopf. Ausgerechnet jetzt will Graf dem Hauptkommissar helfen, natürlich für eine Gegenleistung.

TV-Kritik Tatort "Tollwut": Panik im Knast
Im Verhörraum: Häftling Markus Graf (Florian Bartholomäi, l) hat um ein persönliches Gespräch mit Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) gebeten. Foto: WDR/Thomas Kost

Dann überschlagen sich die Ereignisse, im Knast bricht Panik aus. Hat der größte Drogendealer seine Finger im Spiel, wie Dalay glaubt? Und wird er von einem jungen Häftling unterstützt? Und dann ist immer noch nicht alles so, wie man glaubt, und der Horror steht Faber ins Gesicht geschrieben. Ein dramatisches Finale naht, wie beim Vorgänger „Sturm“, der in einer gewaltiger Explosion endete.

Ersatz für Konarske kommt

Die Knast-Szenen spielten übrigens nicht in Dortmund, sondern weit weg in Magdeburg – dort gab es eine leere JVA. Im Kommissarteam könnte es bald Neuigkeiten geben. Es soll Ersatz für Konarske kommen. Und Rick Okon hat schon eine Rolle in „Tollwut“ übernommen. Auch Florian Bartholomäi könnte später wieder im Dortmund-Tatort auftauchen, er ist als Dauerbösewicht beim „Tatort“ bekannt.

TV-Kritik Tatort "Tollwut": Panik im Knast
Die Situation in der JVA eskaliert. Foto: WDR/Thomas Kost

Folge zwölf „Tod und Spiele“ ist ebenfalls schon abgedreht. Weil es Sendeverzögerungen bei „Sturm“ und „Tollwut“ gab – Ersterer wurde wegen des Anschlags am Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016 verschoben, Letzterer wegen des TV-Duells zwischen Schulz und Merkel vor der Bundestagswahl – ist der Dortmund-Tatort insgesamt etwas in Verzug. (Wolfgang Dahlmann, dpa)