Mittwoch, 14. Februar 2018, 20:46 Uhr

Filmkritik "Wer ist Daddy?": Vatersuche mit Hindernissen

Ein Brüderpaar auf der Suche nach dem leiblichen Vater: „Wer ist Daddy?“ Das fragen sich Owen Wilson und Ed Helms in der gleichnamigen Hollywood-Komödie. Die Antwort überrascht.

Filmkritik "Wer ist Daddy?": Vatersuche mit Hindernissen
Foto: Daniel McFadden

In Hollywood gehört er neben Ben Stiller und Vince Vaughn zur ersten Riege der männlichen Komödienstars: Schauspieler Owen Wilson stand mit beiden auch schon oft für Kultproduktionen vor der Kamera – darunter etwa bei „Zoolander“ und „Die Hochzeits-Crasher“. Nun bekommt der Blondschopf mit der markanten Nase einen neuen „Wingman“ an die Seite gestellt. In der US-Komödie „Wer ist Daddy?“ spielt er mit „Hangover“-Star Ed Helms ein Brüderpaar auf Vatersuche, das unterschiedlicher nicht sein könnte.

Glenn Close als egozentrische Mutter

Helms verkörpert Peter, einen geschiedenen Urologen, der nicht gerade die beste Beziehung zu seinem Sohn hat. Wilson spielt Kyle, einen liebenswerten Taugenichts, mit dem es das Universum mehr als gut meint. Ein eher beiläufiger Werbedeal mit einem Soßenhersteller bringt dem unbekümmerten Zwilling jede Menge Geld ein – er ist frisch verliebt und wird bald Vater.

Das Scharnier zwischen den beiden grundverschiedenen Männern: Mutter Helen – hochkarätig besetzt mit Glenn Close. Die Hollywood-Legende zeigt sich als fürsorgliche und zugleich egozentrische Frau, die nicht weiß, wer der Erzeuger ihrer Söhne ist: „Es waren die 70er, du hast mit jedem geschlafen, den du getroffen hast.“

Jahrelang spinnt sie Lügen über einen erfundenen Vater, der früh an Krebs gestorben ist. Durch einen Zufall fliegt das ganze aber auf und die Vatersuche der Söhne beginnt. Dafür müssen sie in der bewegten Vergangenheit ihrer Mutter wühlen, kein angenehmes Unterfangen für die Zwillinge. Genug Kandidaten für eine mögliche Vaterschaft sind da schnell gefunden. Auf der Liste stehen ein Ex-Football-Star, ein krimineller Ex-Börsenmakler, ein Polizist und schließlich auch ein Tierarzt – fast alle im Land verstreut.

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Foto: Daniel McFadden

Manches ist vorhersehbar

„Father Figures“, wie der Kinofilm im englischen Original heißt, entwickelt sich an dieser Stelle zum Roadmovie. Auf der Fahrt zu den jeweiligen Männern erleben die Brüder abstruse Situationen und kommen sich schließlich immer näher. Dank witziger Dialoge (Kyle: „Jetzt weiß ich wie sich Luke Skywalker gefühlt hat.“) und einer kurzweiligen Handlung bleibt die Unterhaltung nicht auf der Strecke.

Ed Helms, der als Stu in den „Hangover“-Filmen sein Können schon unter Beweis gestellt hat, zeigt sich auch in „Wer ist Daddy?“ von seiner besten Seite. Hinter der Kamera für ihn ein bekanntes Gesicht: „Hangover“-Kameramann Lawrence Sher inszeniert die Komödie und gibt damit sein Regiedebüt. Vor der Kamera trägt das harmonische Zusammenspiel von Wilson und Helms zum Charme des Films bei.

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Doch die Komödie hält teils zu starr an alten und bewährten Erfolgsrezepten fest. Helms und Wilson verkörpern für sie typische Figuren, manche Lacher wirken vorhersehbar. Doch von einer platten Darstellung der Vatersuche kann nicht die Rede sein. Vor allem eine schöne Botschaft des Films, aber auch zahlreiche außergewöhnlich gute Nebendarsteller sorgen für positive Überraschungen. Und das Ende? Das überrascht wohl am meisten. (Aleksandra Bakmaz, dpa)