Donnerstag, 01. März 2018, 14:18 Uhr

Jörg Kachelmann und die "Russenpeitsche"

Alle reden über das Wetter und jammern was das Zeug hält.  Doch die Temperaturen seien gar „nicht außergewöhnlich tief“, sagt der bekannte Meteorologe Jörg Kachelmann, Deutschlands einst bekanntester Wetter-Moderator.

Jörg Kachelmann und die "Russenpeitsche"
Foto: WENN.com

Die aktuelle Kältewelle in Deutschland ist nach Ansicht von Wetterunternehmer Jörg Kachelmann (59) doch überhaupt nicht außergewöhnlich. „Es ist jetzt einfach zum ersten Mal in diesem Winter Winter geworden“, sagte der Geschäftsführer des Wetterdienstes „Kachelmannwetter.com“ der Deutschen Presse-Agentur. Zwar sei es nicht alltäglich, dass es erst Ende Februar in diesem Ausmaß so kalt werde. Dennoch seien die Temperaturen doch nun wirklich „nicht außergewöhnlich tief“, und es gebe bundesweit noch immer Orte, die seit einem Jahr keinen Dauerfrost erlebt hätten.

Inflationärer Sprachgebrauch

Kachelmann kritisierte zugleich den inflationären Sprachgebrauch in den Medien: „Jeder schüchterne Kaltlufteinbruch, wo die Temperatur von plus acht auf plus vier Grad sinkt ist inzwischen eine Russenpeitsche.“ (Diese bildreiche Wortschöpfung kommt übrigens von der Bild-Zeitung). Das aktuelle Wetter sei doch ein ganz normaler Winter, so der 59-Jährige.

Mit Blick auf den meteorologischen Frühlingsanfang am heutigen Donnerstag mahnte Kachelmann: „Das Wetter weiß nicht, ob 28. Februar oder 1. März ist. Deswegen ist das vollkommen bedeutungslos.“ Der 1. März sei kein meteorologischer, sondern ein statistischer Frühlingsanfang, sagte Kachelmann.

Aus statistischen Gründen berechnen Wetterforscher ihre Klimadaten in ganzen Monaten, daher spricht etwa der Deutsche Wetterdienst vom meteorologischen Frühlingsanfang am 1. März. Der astronomische beziehungsweise kalendarische Frühlingsbeginn ist am 20. März. Dann steht die Sonne genau senkrecht über dem Äquator. (dpa)