Freitag, 02. März 2018, 8:50 Uhr

Weinstein-Skulptur sorgt in Hollywood für Aufsehen

Seit Monaten beherrscht Harvey Weistein wegen der Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs die Schlagzeilen. Street-Art-Künstler Plastic Jesus schaltet sich mit seiner traditionellen Goldfigur vor den Oscars in die Debatte ein.

Weinstein-Skulptur sorgt in Hollywood für Aufsehen
Foto: WENN

Kurz vor der Oscar-Verleihung ist der gestürzte Film-Mogul Harvey Weinstein in Hollywood aufgetaucht – allerdings nur als Werk eines Straßenkünstlers (wir berichteten). Plastic Jesus, der für Street-Art-Proteste bekannt ist, enthüllte am Donnerstag auf dem Hollywood Boulevard eine goldglänzende Skulptur von Weinstein, der im Bademantel auf einem Sofa sitzt und in seinem Schoß ziemlich zweideutig eine Oscar-Statue in der Hand hält.

Über Jahre hinweg seien Vorwürfe von sexuellen Missbrauch in Hollywood ignoriert worden, schreibt der Künstler auf Instagram. Die sogenannte Besetzungscouch sei immer noch ein Teil der Filmindustrie gewesen.

Besetzungscouch Sinnbild für Machmissbrauch

Sie sei ein Sinnbild für Machmissbrauch, wenn Rollen in Aussicht gestellt, im Gegenzug aber sexuelle Leistungen erwartet würden. Zahlreiche namhafte Schauspielerinnen haben Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen den Oscar-prämierten Weinstein vorgebracht. Er hat Vorwürfe von nicht-einvernehmlichem Sex wiederholt zurückgewiesen. Weinstein wurde im Herbst von seiner Firma entlassen und auch von der Oscar-Akademie ausgeschlossen. Er soll sich in Therapie befinden.

Weinstein-Skulptur sorgt in Hollywood für Aufsehen
Weinstein in Gold auf dem Hollywood Boulevard. Foto: Damian Dovarganes/AP

Zusammen mit dem Skulpteur Joshua „Ginger“ Monroe, der 2016 mit lebensgroßen Nackt-Statuen von Donald Trump Schlagzeilen machte, hätte er zwei Monate an der Weinstein-Figur gearbeitet, teilte der Künstler Plastic Jesus mit. Das Werk mit dem Titel „Casting Couch“ solle Passanten dazu einladen, neben Weinstein auf dem Sofa Platz zu nehmen und schnell für Selfies zu posieren. Doch dafür haben die Flaneure keine Gelegenheit mehr. Wichtiger sind wohl die Fotos, die davon um die Welt gehen.

Gold-Weinstein ist schon wieder weg

Die temporäre Aktion am Donnerstag ging nämlich schnell zu Ende. Schon nach kurzer Zeit baute der Künstler die Skulptur wieder ab, wie Gregg Donovan der Deutschen Presse-Agentur erzählte. Der selbst ernannte „Botschafter von Hollywood“, der mit rotem Frack und schwarzem Zylinder täglich durch das Viertel flaniert, posierte selbst für ein Foto neben der Skulptur mit einer Daumen-Runter-Geste. „Ich kann Weinstein nicht leiden, er hat die Oscars ruiniert“, lamentierte Donovan. „Sein Verhalten war ein Schlag in die Magengrube für die ganze Industrie“. (dpa)