Dienstag, 06. März 2018, 21:45 Uhr

Jessica Castain in "Molly's Game": Die brisante Geschichte dahinter

Jessica Chastain ist Molly Bloom. Die war von Kindesbeinen an eine passionierte Skifahrerin, die bis zur Nr. 3 unter den nordamerikanischen Buckelpistenfahrerinnen aufstieg. Ein anschließendes Jurastudium sollte ihr ein sorgloses Leben versprechen.

Jessica Castain in "Molly's Game": Die brisante Geschichte dahinter
Foto: SquareOne Entertainment

Warum sie sich stattdessen dazu entschied, eine der weltweit exklusivsten Underground-Pokerrunden aufzubauen, ist eine extrem spannende Geschichte. Zunächst durch Bloom selbst in Form einer Biografie niedergeschrieben, wurde sie nun auch als starbesetzter Blockbuster umgesetzt.

Welche Wendungen das Leben manchmal nehmen kann, zeigt das exzellent besetzte biografische Drama „Molly’s Game – Alles auf eine Karte„, das am 8. März in den deutschen Kinos erscheint. Für ihre unglaublich intensive Performance als Molly Bloom wurde Jessica Chastain jüngst für einen Golden Globe als „Beste Hauptdarstellerin“ nominiert. An ihrer Seite glänzen der Golden Globe-Preisträger Idris Elba und Oscar-Preisträger Kevin Costner.

Wir nehmen den Kinostart zum Anlass, einen Blick auf die Hintergründe zu werfen, stellen Molly Blooms Beweggründe vor und beleuchten die Entstehung von Buch und Film.

Aus einem außergewöhnlichen Leben wird ein Buch

Um etwas Großes zu erschaffen, ist es manchmal nötig, zunächst einen Schubs in die richtige Richtung zu bekommen. In diesem Fall war es das Aufeinandertreffen Blooms mit dem Autor und Produzenten Leopoldo Gout. Dieser ermutigte Bloom, ihre Geschichte aufzuschreiben und stellte ihr hierfür seinen Verleger vor. Wenig später im Jahr 2011 erhielt sie dann einen Buchvertrag.

Foto: SquareOne Entertainment
Foto: SquareOne Entertainment

Warum es noch ganze drei Jahre dauern sollte, bis Blooms Buch endlich erschien, hatte einen sehr einfachen Grund: Molly Bloom wird mitten in der Nacht von einer Einsatztruppe des FBI festgenommen. Der Titel ihrer Anklageschrift war eindeutig: „Die Vereinigten Staaten von Amerika gegen Molly Bloom“. Ein Moment, der auch im späteren Buch und Film eine entscheidende Rolle spielt. Ihr wurde vorgeworfen, illegales Glückspiel zu betreiben und dabei Kontakte zur russischen Mafia zu unterhalten. Und trotzdem sagte Gout später über seine Bekanntschaft mit Bloom: „Sie war eine außergewöhnlich smarte Frau in einer Männerwelt, und ich war sofort Feuer und Flamme.“ In einer Szene des späteren Films sieht man Mollys Anwalt Charlie Jaffey, gespielt von Idris Elba, wie er ein gedrucktes Exemplar des Buchs liest. In Wirklichkeit ging die Erstauflage jedoch erst in Druck, als die Verhandlung bereits abgeschlossen war.

„Ich kenne einige der Leute“

Als Blooms Buch endlich erschien, fiel es schließlich auch keinem Geringeren als Aaron Sorkin in die Hände, der sich mit dem Oscar-prämierten Drehbuch zu „The Social Network“ (2010) und zahlreichen anderen hochgelobten Drehbüchern in Hollywoods Oberliga geschrieben hatte. Und auch wenn Sorkin von der Geschichte sofort angetan war, zögerte er zunächst noch, Bloom eine Zusammenarbeit anzubieten. Ein wesentliches Element der Handlung sind die prominenten Teilnehmer an Blooms Pokerpartien. Der besondere Clou ist, dass Bloom die Namen der Spieler bis auf wenige Ausnahmen nie genannt hat. Denn einige davon gehören zu den erfolgreichsten Hollywood-Darstellern überhaupt: Tobey Maguire, Leonardo DiCaprio und Ben Affleck, um nur wenige zu nennen.

Jessica Castain in "Molly's Game": Die brisante Geschichte dahinter
Foto: SquareOne Entertainment

Die Schilderungen im Buch hierzu sind für manche der Stars alles andere als vorteilhaft, gerade Toby Maguire kommt hier nicht gut weg. Ein Problem für Sorkin, der in seinem Metier auf ein gutes Verhältnis zu den Darstellern angewiesen ist. „Ich kenne einige der Leute, über die du geschrieben hast. Mit einigen habe ich gearbeitet, mit anderen würde ich gerne arbeiten,“ so Sorkin. „Mit einigen bin ich befreundet. Und ich werde unter keinen Umständen ein Drehbuch schreiben, das über diese oder andere Leute Klatschgeschichten erzählt“.

Dass Sorkin sich letztendlich doch dazu entschied, den Film zu drehen, ist nicht nur ein Glücksfall für Bloom, sondern auch für jeden Filmfan.

Jessica Castain in "Molly's Game": Die brisante Geschichte dahinter
Foto: SquareOne Entertainment

Was das Buch verschweigt

Nachdem die anfänglichen Zweifel beseitigt waren, arbeitete Sorkin mit vollem Eifer am Drehbuch. Besonders zogen ihn dabei diejenigen Elemente an, die im Buch selbst gar nicht vorkamen, jedoch unbedingt Teil der Handlung sein mussten. Neben der fehlenden Erwähnung der russischen Mafiosi, deren Teilnahme letztendlich überhaupt erst zu Blooms Verhaftung führte oder den ausgelassenen Drogenexzessen – niemand übersteht tagelange Pokerspiele und ist dabei nüchtern – ging es Sorkin vor allem um die bereits erwähnten weiteren Namen, die Bloom bewusst verschwiegen hatte. Und das, obwohl der gesunde Menschenverstand eigentlich das Gegenteil vorschreiben würde: Durch das Preisgeben der Namen hätte Bloom auf einen Schlag all die finanziellen Probleme, die sie durch den langwierigen Prozess bekommen hatte, beiseite wischen können.

Jessica Castain in "Molly's Game": Die brisante Geschichte dahinter
Foto: SquareOne Entertainment

Ihr Grund, es trotzdem nicht zu tun, ist derselbe, aus dem Sorkin so von Bloom schwärmt: Durch eine Veröffentlichung der Identitäten der übrigen Teilnehmer würde sie deren Existenzen vernichten. Eine Bürde, die Bloom nicht verantworten kann. Sorkin sagte dazu: „Sie hatte das Glückslos gezogen. Sie hätte reich und berühmt werden können, indem sie die Wahrheit erzählt, aber sie hat das einfach nicht gemacht. Das bewundere ich sehr, und der Film bewundert das auch.“

In diesem exzellent besetzten biografischen Drama rund um exklusive Pokerturniere überzeugen neben der packenden Story und dem glamourösen Setting auch der herausragende Cast: An der Seite der jüngst für einen Golden Globe® als „Beste Hauptdarstellerin“ nominierten Jessica Chastain glänzen der Golden Globe®-Preisträger Idris Elba und Oscar®-Preisträger Kevin Costner.