Mittwoch, 07. März 2018, 16:05 Uhr

Kevin Kühnert über seine Homosexualität

Schätzungen aus politischen Kreisen hinter vorgehaltener Hand sagen, dass zwischen 15 bis 30 Prozent Homosexuelle in den großen Parteien engagiert sind. Nun überraschte auch einer mit einem Outing, der zuletzt die Schlagzeilen der Republik maßgeblich mitbestimmte: Juso-Vorsitzender und SPD-Revoluzzer Kevin Kühnert.

 Kevin Kühnert über seine Homosexualität
Kühnert am Dienstagabend bei Markus Lanz. Foto: Becher/WENN.com

Im Interview mit dem Berliner Schwulenmagazin „Siegessäule“ ließ der sympathische Berliner die Katze aus dem Sack. Auf die Frage, ob Politiker wie Klaus Wowereit und Guido Westerwelle den Weg für offen homosexuelle Politiker geebnet hätten, erklärte der 28-Jährige: „Auf jeden Fall hat das eine große Rolle gespielt. Ich sehe das ja an mir selbst. Klaus Wowereit ist in dieser Hinsicht ein ganz wichtiger Fixpunkt. Er hat etwas gemacht, was ich vorbildhaft finde: in die Offensive gehen. Wenn man mit sich selbst klar ist, fällt es auch viel leichter, Angriffe abzuwehren. Insofern war Wowereits Aussage ‚Ich bin schwul und das ist gut so‘ ein Meilenstein für mich.“

Sein politischen Engagement ist ihm wichtiger

Das Outing sei für ihn allerdings ein paar Jahre zu früh gekommen, fügt Kühnert hinzu. „Ich war elf, als er das gesagt hat. Aber es hat definitiv einen großen Platz im kollektiven Gedächtnis.“

Gestern Abend in der Talkshow von Markus Lanz äußerte er sich noch einmal klar dazu, sagte aber, er wolle aufgrund seines politischen Engagements und nicht wegen seiner Homosexualität wahrgenommen werden. „Wir sind leider immer noch in einer Zeit, in der jüngere Menschen, die sich auch in der Outingphase befinden, dringend darauf angewiesen sind, dass es Menschen gibt, die in der Öffentlichkeit stehen und die einem signalisieren: ‚Das ist in Ordnung‘.“