Dienstag, 13. März 2018, 11:32 Uhr

"Late Night Berlin" mit Klaas Heufer-Umlauf: So war die Premiere

Der Anfang ist gesetzt: Mit 750 000 Zuschauern darf Klaas Heufer-Umlauf bei seiner Late-Night-Premiere durchaus zufrieden sein. Auch sein gesamtes Auftreten gab Anlass zur Hoffnung für das in Deutschland verloren geglaubte Genre.

"Late Night Berlin" mit Klaas Heufer-Umlauf: So war die Premiere
Foto: ProSieben/Claudius Pflug

Die Late-Night-Show ist zurück in Deutschland, und der Neuanfang konnte sich sogar sehen lassen! Klaas Heufer-Umlauf (34) präsentierte sich beim ersten Auftritt seiner neuen ProSieben-Show „Late Night Berlin“ am späten Montagabend mit einigen gelungenen Gags und erinnerte manchmal sogar an Altmeister Harald Schmidt – auch wenn der Weg noch weit ist. 750 000 Zuschauer wohnten der Premiere bei.

Der Marktanteil betrug 5,3 Prozent, in der jüngeren Zielgruppe zwischen 14 und 49 Jahren 12,1 Prozent – ordentlich, aber nicht berauschend.

Heufer-Umlauf startete klassisch mit Stand-up-Witzen: „Was ist schneller weg: meine Show oder die neue Freundin von Gerhard Schröder?“, fragte der Entertainer in die Runde. Da die Show in Potsdam produziert wurde, meinte er noch: „Die halbe Stadt gehört ja Günther Jauch, und wir dürfen Krach machen in seinem Tischtenniskeller – danke, Günni!“ – Dann ging es auch schon rasch in die Politik: „Die neue Familienministerin Franziska Giffey bringt Erfahrung aus Berlin-Neukölln mit.“ Dort nenne sich das Familien-Modell: „Vater, Mutter, Tochter, Hurensohn.“

Mehr als nur Jux

Der Moderator, gut gekämmt und mit Schlips und Kragen, hatte angekündigt, dass seine Late-Night-Show deutlich politischer werde als die Jux-Sendung „Circus HalliGalli“, die er bis Sommer 2017 mit Dauerpartner Joko Winterscheidt moderierte. Und so verkleidete sich Heufer-Umlauf als halbglatziger SPD-Mann Martin Schulz inmitten der Koalitions- und Sondierungsgespräche mit anderen Darstellern, die in die Rollen von Angela Merkel oder Horst Seehofer schlüpften.

"Late Night Berlin" mit Klaas Heufer-Umlauf: So war die Premiere
Foto: ProSieben/Claudius Pflug

Und Juso-Chef Kevin Kühnert spielte sich gleich selbst. Die klassische Late Night Show wurde ergänzt durch eine Band rund um seine Kollegen von der Band ‚Gloria‘ (in der Heufer-Umlauf selber singt) und Sidekick Jakob Lundt, früher Redaktionsleiter von „Circus HalliGalli“, sowie durch Anne Will in ungewohnter Rolle – die ARD-Talkerin ließ sich von Heufer-Umlauf befragen.

Einer stahl dem neuen Late-Night-Talker für einen Moment dann aber doch den großn Showmoment: Der Satiriker Jan Böhmermann (37) funkte ihm im Werbespot eines Autovermieters dazwischen! Der Hammer! (Alles zu dem Coup gibt’s hier!)

"Late Night Berlin" mit Klaas Heufer-Umlauf: So war die Premiere
Foto: ProSieben/Claudius Pflug

Der ZDF-Moderator feierte die Aktion im Redaktionsbüro seines „Neo Magazin Royale“ und stellte ein Video dazu ins Netz: „Morgenstund hat Mietwagen im Mund“, twitterte er dazu am Dienstag.

Überflüssige Kommentare

In absolut griesgrämiger Lästerlaune zeigte sich die Kommentatorin der ‚Welt‘, die nicht begriffen hat, dass Late Night nun mal ein Korsett hat, wie auch jede Talkshow nun mal nicht ohne Tisch und Stühle auskommt. Und dann versteigt sie sich auch noch in das hier: „Überhaupt das ganze Late-Night-Berlin-Bild ist voller Männer. Die Show-Band ist voll männlich. Andrack-Zerlett ist männlich und Heufer-Umlauf irgendwie auch. Sie sind die Kopie, der Kopie, der Kopie. Sie sind 1998.“ Himmel, jetzt schleppt hier auch noch eine nach der ersten (!) Show die Genderdiskussion ein! (dpa/KT)

"Late Night Berlin" mit Klaas Heufer-Umlauf: So war die Premiere
Foto: ProSieben/Claudius Pflug