Freitag, 16. März 2018, 15:11 Uhr

Der Sandmännchen-Schock

Unser Sandmännchen“ ist der Quotenhit auf dem Kinderkanal KIKA. Nun gibt es überraschende Zahlen, die die eigentliche Zielgruppe bei zwei anderen Sendern in einem ganz anderen Licht dastehen lassen.

Der Sandmännchen-Schock
Foto: RBB

Der Sandmann, der ja den Tag für unsere lieben Kleinen friedvoll beschliessen soll, und dafür einen umfangreichen Fuhrpark zur Verfügung hat, ist offenbar auch bei älteren Zuschauern, bzw. Senioren ein Quotenrenner. Diesen überraschenden Fakt belegt jetzt das Branchenmagazin ‚Meedia.de‘.

Da heißt es, dass die Kindersendung „aus Traditions-Gründen“ ja auch bei den ostdeutschen Sendern RBB und MDR läuft. Bei letzterem wurde das Männlein mit dem angesagten Hipster-Bärtchen 2018 bislang von durchschnittlich 370.000 Zuschauern gesehen. Und nun die eigentliche Überraschung: Darunter waren dem Bericht zufolge aber „nicht mal 10.000 Kinder. Stattdessen 50.000 14- bis 49-Jährige und 310.000 über-50-Jährige!“

Beim RBB-Fernsehen sieht es nicht viel anders aus: Da schauen zwar knapp über 10.000 Kinder zu, doch von den insgesamt 240.000 Sandmännchen-Fans sind 170.000 über 50! Ob die teilweisen greisen Zeitgenossen danach ins Kissen sinken, ist nicht überliefert.

Eine Tradition ohne Sinn

Allerdings ist das Männchen auch nicht mehr der Jüngste! Dieses Jahr wird der Herr nämlich 59 Jahre alt!  Insofern ist er doch eigentlich zielgruppenkonform. Natürlich sieht es beim KIKA-Kanal quotentechnisch ganz anders und wesentlich zielgenauer aus: Da waren am gestrigen Donnerstag um 18.55 Uhr zum Beispiel 460.000 3- bis 13-Jährige dabei.

Der Branchendienst schreibt: „So bleibt das ‚Sandmännchen‘ im mdr Fernsehen und im rbb Fernsehen eine Tradition ohne Sinn. Man zeigt es, weil es noch aus alten DDR-Zeiten stammt, die Zielgruppe erreicht man aber nicht.“

Der Sandmännchen-Schock
Foto: RBB