Mittwoch, 21. März 2018, 14:16 Uhr

Marietta Slomka: "So ein Quatsch!"

ZDF-„Heute“-Journal-Moderatorin Marietta Slomka wehrt sich gegen Kritik an ihren Interviews in der beliebten Nachrichtensendung. Es sei „Quatsch“, dass sie angeblich Frauen härter als Männer befrage und dass sie „stutenbissig“ sei.

Marietta Slomka: "So ein Quatsch!"
Foto: ZDF und Klaus Weddig

„Mich interessiert nicht, ob ich einen Mann oder eine Frau vor mir habe“, sagte Slomka im Gespräch mit dem Hamburger Magazin „Stern“. Slomka verteidigt sich gegen ihr Image als Politikerschreck. „Ich frage hartnäckig nach, wenn ich das Gefühl habe, dass jemand ausweicht. Aber mir weibliche Zickigkeit zu unterstellen, wenn ich das bei einer Frau mache, ist im Jahr 2018 nur noch ermüdend.“

Seit 17 Jahren Anchorwoman

Die 48-Jährige moderiert seit 17 Jahren das „heute“-Journal im ZDF. Sie gilt als unerschrockene, coole Fragenstellerin, ihre scharfen Politiker-Interviews gelten als kleine Lehrstücke. Und das finden wir auch gut so, dass sich Slomka nicht mit den Wortgirlanden ihrer Interviewpartner zufrieden gibt, sondern nachhakt. Ihre Art, ein Gegenüber zu befragen, ist inzwischen zu einem eigenständigen, geflügelten Verb geworden. Politiker würden von ihr „geslomkat“, heißt es. „Dass eine journalistische Fragetechnik mit meinem Namen verbunden wird, hätte ich mir vor 17 Jahren, als ich den Job begann, auch nicht träumen lassen“, sagte Slomka dem „Stern“.

Marietta Slomka: "So ein Quatsch!"
Foto: ZDF/Niko Schmid Burgk

Dass Fernsehkameras Moderatoren meist dicker erscheinen lassen, ist für Slomka übrigens gar kein Thema. Sie hungere nicht dagegen an. „Ich mache auch nicht groß Sport. Ich esse oft Ungesundes, wenn wir vor der Sendung überhaupt dazu kommen, etwas zu essen. Stressdiät sozusagen.“ Die neue HD-Fernsehtechnik empfindet Slomka dagegen als „Horror“. Die hoch auflösende Technik sei gut für Natur-Dokus und Sportereignisse, aber nicht für Menschen-Fotografie. „Mit HD sehen sie den kleinsten Make-up-Krümel auf der Backe. Das ist auch nicht authentisch, weil sie in natura ja normalerweise nicht mit Vergrößerungsglas und Lampe an ein Gesicht rangehen – außer Sie sind Kosmetikerin.“ Hahaha!

Im Februar wurde die Journalistin (ihr Name bedeutet übrigens „kleiner Strohhalm“) mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.