Freitag, 23. März 2018, 7:23 Uhr

Beachvolleyballer Julius Brink über seine Hautkrankheit

Das Highlight seiner Karriere feierte Julius Brink 2012 in London – zusammen mit Jonas Reckermann gewann der Sonnyboy olympisches Gold im Beachvolleyball. Was kaum jemand wusste: Der mittlerweile nicht mehr als Profisportler aktive Brink leidet seit seiner Jugend an Schuppenflechte, medizinisch Psoriasis.

 Beachvolleyballer Julius Brink über seine Hautkrankheit
Julius Brink
auf dem Roten Teppich beim Ball des Sports 2018 in Wiesbaden. Foto: Eventpress Golejewski

Im Interview mit ‚Bild.de‘ erklärt der mehrmalige Beachvolleyballer des Jahres erstmals, wie sehr die nicht heilbare Erkrankung sein Leben beeinflusst hat.

„Die Haut ist das Spiegelbild der Seele“

Julius Brink, der 1,86 Meter große Modellathlet, plagte sich bereits im Kindesalter mit „extrem trockener Haut“ herum. In der Pubertät kamen dann die Schuppenflechte-Symptome hinzu – bei Krankheitsschüben begann seine Haut zu jucken, wurde rissig und spannte.

Nun hat sich der Westfale öffentlich zu der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung bekannt, bei der es sich um eine wahre Volkskrankheit handelt: Rund zwei Millionen Deutsche leiden wie Brink an Psoriasis. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit rund 125 Millionen Menschen betroffen.

Der 35-jährige Julius Brink – der Paul Janke aus der zweiten „Bachelor“-Staffel verblüffend ähnlich sieht – möchte seinen Bekanntheitsgrad nutzen, um anderen Betroffenen Mut zu machen und sie zu einem offenen Umgang mit dem lästigen Hautleiden zu ermuntern. „Es geht darum, sich mit der Schuppenflechte auszusöhnen“, erklärt Brink.

Brink will Betroffenen Mut machen

Psoriasis-Patienten werden häufig ausgegrenzt und müssen im Alltag mit Diskriminierung leben –schließlich lässt sich die Krankheit nur schwer verbergen. Brink kennt das aus eigener Erfahrung: „Leider weiß ich allzu gut, wie sich verstohlenen Blicke anfühlen.“

Besonders bemerkbar machen sich die Symptome bei dem Münsteraner im Winter, wenn sich die Sonne kaum blicken lässt und die Luft trocken ist. „Wenn ich Schübe habe, fühle ich mich nach wie vor unwohl und bin auch unsicher“, gesteht Brink.

Die Krankheit habe ihn aber auch gelehrt, stärker auf sich zu achten. Bestimmte Faktoren, die sich auf die Schuppenflechte auswirken, kann Brink selbst beeinflussen. Dazu zählen „Stress, Schlaf, Ernährung und UV-Licht, also der Aufenthalt im Freien.“

Behandeln lässt sich Schuppenflechte übrigens mit speziellen Salben und Cremes, die beispielsweise Kortison enthalten. Zudem wird mittels UV-Licht therapiert.

Die Schuppenflechte habe zwar manchmal beim Training und bei Wettkämpfen gestört, weil die Haut nicht so elastisch war, doch seine Leistungsfähigkeit hätten die Symptome nicht wirklich beeinträchtigt. „Glücklicherweise konnte ich Volleyball und Beachvolleyball immer ohne Einschränkungen ausüben. Das UV-Licht, dem ich ja unweigerlich ausgesetzt war, hat mir sogar sehr geholfen“, verrät Julius Brink. Sein Rat an alle Psoriasis-Patienten: „Traut euch, seid mutig. Mir haben Gespräche mit anderen immer sehr geholfen, vor allem die Erkenntnis, dass Selbstbild nicht gleich Fremdbild ist.“(KTAD)