Freitag, 06. April 2018, 22:10 Uhr

Sehr geil: Bei "Goldmeister" trifft Hip Hop auf Swing!

Neues aus unserer Abteilung „Heiße Newcomer“! Schon mal was von „Goldmeister“ gehört? Gutes kann so einfach sein. Ständig entstehen neue Genres und Subgenres, die auf den jeweiligen Zeitgeist reagieren, doch wenn man genau hinhört, setzt sich im Neuen immer wieder das Bewährte durch.

Sehr geil: Bei "Goldmeister" trifft Hip Hop auf Swing!
Foto: Christoph Köstlin/Deutsche Grammophon

Warum also nicht gleich die Formel auf den Kopf stellen, um aus der Kombination von Bewährtem mit Bewährtem etwas Neues zu generieren? Das haben sich zumindest Phil Ohleyer (31) und Chris Dunker (36) gesagt, die zuvor schon mit ihrer Band Phoenix West deutsche Texte im fulminanten Orchestergewand präsentierten.

Schon Ende 2016 gab es erste Ausflüge in die Swing-Ecke. In diversen Sessions in Chris Herrenzimmer entstand zunächst als Jux die Idee, Swing oder alte Dixie-Titel mit deutschen Texten zu mischen und sie phrasierten diese in Rap-Manier. Dazu stießen dann aus der Hamburger Musikszene die Ragtime Bandits und der Pianisten Lutz Krajenski und das neue Projekt nahm schneller als gedacht Gestalt an.

Die Goldenen Zwanziger und Hip Hop

Bereits der Name Goldmeister deutet auf die zwei Hauptkomponenten hin, die in ihrem hochgradig tanzbodenkompatiblen Mix stecken. Die Goldenen Zwanziger Jahre und der HipHop, der in den USA unter anderem von Grandmaster Flash aus der Taufe gehoben wurde. Was liegt also näher, als verschiedene Zustände von Oldtime Jazz der Goldenen Zwanziger mit dem Rap deutscher Prägung von heute zu verkuppeln?

Sehr geil: Bei "Goldmeister" trifft Hip Hop auf Swing!
Foto: Christoph Köstlin/Deutsche Grammophon

Das Ergebnis fühlt sich an, als hätten Goldmeister ein Elixier gefunden, das seit mindestens zwanzig Jahren auf der Hand liegt, aber niemand zu greifen wagte. Diese großartige Melange hätte man vermutlich als Soundtrack 2013 bei „Der große Gatsby“ mit Leonardo DiCaprio erwartet…

Denn wie von Zauberhand verbinden sich die Songs aus der Feder von Peter Fox, den Fantastischen Vier, Fettes Brot, Jan Delay und anderen nebst einer Eigenschöpfung „Ihr Tattoo“ mit fröhlichen Breitseiten von Brass, Banjo und Klavier zu einem ebenso organischen wie virulenten Future-Mix der gehobenen Art.

Kurz vor der Schwelle der Zwanziger Jahre des 21. Jahrhunderts gilt es, aus dem Füllhorn verschiedener Traditionen progressiver Tanzmusik den Partysound der Zukunft zu formulieren. Goldmeister hat diesen Sound gefunden. Die erste Singleauskopplung „Sie ist weg“ erschien heute.

Das Album „Alles Gold“ wird am 18. Mai 2018 veröffentlicht.

Sehr geil: Bei "Goldmeister" trifft Hip Hop auf Swing!
Foto: Christoph Köstlin/Deutsche Grammophon