Dienstag, 10. April 2018, 21:29 Uhr

Jannine Weigel im Interview: Ein thailändischer Superstar aus Germany

Jannine Weigel war am Dienstagabend einer der Protagonisten beim VOX-Quotenhit „Goodbye Deutschland“. Die hübsche 17-Jährige in ist Thailand längst ein Superstar, nachdem sie vor acht Jahren mit ihren Eltern aus dem münsterländischen Steinfurt nach Bangkok aus.

Jannine Weigel im Interview: Ein thailändischer Superstar aus Germany
Foto: Promo

Das VOX-Team hat Jannine bei den Aufnahmen zu dem Musikvideo „Heart Stop“ begleitet. Die junge Sängerin hat viel vor. Gestern war sie den ganzen Nachmittag und Abend bei der Premiere eines thailändischen Spielfilmes, für den sie den Soundtrack eingesungen hat und seit heute Morgen war sie bereits wieder im Studio zur Aufnahme eines neuen thailändischen Songs.

Jannine hat schon mehr als 10 Millionen Fans auf ihren Social-Media-Accounts, Werbeverträge und Film- und TV-Rollen. Ihr rasanter Erfolg läßt sich durch eine Mischung von Talent, sehr viel Arbeit, Unterstützung und Rückhalt durch ihre Familie erklären. Hinzu kommt ihr offenes und freundliches Wesen, ihr Lächeln und ja, ihre helle Hautfarbe. Die wird in Thailand nämlich sehr geschätzt.

Jetzt lernt sie schon mal Chinesisch

Derzeit lernt die Tochter eines Deutschen und einer Thailänderin Chinesisch. Jannine hat große Lust auch das Riesen-Reich der Mitte zu erobern. Gerade hat sie das Kurzfilmprojekt „The Black Moon“ abgeschlossen, in dem die bekanntesten YouTuber aus Thailand mitwirken. Die vier kleine Horror-(Geister) Geschichten, die in Thailand sehr beliebt sind, sollen im Mai auf einer neuen Online-Plattform und später auch auf dem eigenen YouTube Kanal veröffentlicht werden.

Für den Sommer ist die Teilnahme an dem „Five Weeks Summer Performance Program“ bei dem Berklee College of Music in Boston (USA) geplant. Man sieht: Bei Jannine geht’s rund! Wir von klatsch-tratsch.de wollten aber noch mehr wissen und hatten die sympathische Sängerin an der Strippe. Kurz. Zwischen zwei Terminen.

Jannine Weigel im Interview: Ein thailändischer Superstar aus Germany
Foto: Promo

Bodyguards schützen vor Stalkern

Bist Du mehr Musikerin oder Schauspielerin?
Eigentlich mag ich Musik mehr als die Schauspielerei, aber ich habe auch daran viel Spaß. Besonders jetzt da ich mein erstes eigenes Kurzfilmprojekt mache, bei dem ich nicht nur vor der Kamera stehe, sondern auch in der Produktion mitwirke und auf die Ausstattung und mein Outfit mitgestalten kann.

Wie sieht’s denn mit der Schule aus?
An einen regelmäßigen Schulbesuch ist bei meinem gegenwärtigen Terminkalender natürlich nicht zu denken, aber ich bereite mich in meiner freien Zeit und manchmal auch in meinen Pausen auf den Abschluss der Hochschulreife vor. Daneben nehme ich noch Klavier- und Chinesisch-Stunden. Außerdem belege ich auch Kurse bei der „Sukhothai Thammathirat Open University“. Hier habe ich schon mehrere Scheine erworben, die mir bei einem späteren Studium anerkannt werden.

Im Prinzip ernährst du Deine ganze Familie. Ist das nicht ein unheimlicher Druck?
Man kann das natürlich so sehen, dass ich die ganze Familie ernähre, aber es entsteht auch deswegen überhaupt kein Druck daraus für mich, da wir im Notfall auch noch eine gute Beamten-Pension von meinem Vater zum Leben haben. Damit haben wir eine Grundsicherung und ich kann freier arbeiten und entscheiden was ich machen will und was nicht. So habe ich zum Beispiel gerade ein Angebot zur Teilnahme an der „Produce 101 Show“ in China abgelehnt und auch ein Angebot aus den USA zur Teilnahme an der Show “The Four: Battle for Stardom” bei Fox. Beide Angebote hätten mich zu sehr in meinen anderen Aktivitäten beschränkt.

In Thailand spielt der Spaß eine große Rolle

Was ist anders in der thailändischen Unterhaltungsindustrie?
Das kann ich im Moment nur im Vergleich zu der amerikanischen Unterhaltungsindustrie beantworten, da ich die deutsche noch zu wenig kenne. In der thailändischen Unterhaltungsindustrie herrscht aber – glaube ich – nicht ein so großer Druck, um alles immer in einer vorgegebenen kurzen Zeitspanne erledigen zu müssen. Dafür gibt es aber auch nur sehr wenig Raum, um die eigenen Ideen und die eigene Kreativität einzubringen. Wenn Songs für ein Thai Label aufgenommen werden sollen, dann bekommt man einen Song und der Producer sagt was man genau machen soll. Bei meinen Besuchen in den USA habe ich mit anderen Songwritern und Musikern eine ganz andere Arbeitsweise kennengelernt. Dort wurde im Team gearbeitet und ich konnte mich voll einbringen. Das hat mir wesentlich besser zugesagt, als die Arbeitsweise die ich aus Thailand gewöhnt war.

Generell gibt es in Thailand sehr viele TV Stationen in denen Unterhaltung an erster Stelle steht und wo wesentlich mehr Werbung gemacht wird als ich es aus Deutschland kenne. Thailändische Musik seht im Vordergrund und es gibt sehr sehr viele Comedyshows, die in Deutschland vielleicht nicht so gut beim Publikum ankommen würden. Aber hier in Thailand hat „Sanook“ (Spaß) eben einen viel höheren Stellenwert als in Deutschland.

Jannine Weigel im Interview: Ein thailändischer Superstar aus Germany
Foto: Promo

Mama hilft bei den Stylings

Warum hast Du jetzt Bodyguards?
Es gab mehrfach Vorfälle mit einem Stalker, der mir überall hin folgte sogar bis zu unserem Haus und auch in die Kirche. Meine Eltern haben dann ein paar kräftiger junge Männer aus meinem näheren Fankreis gebeten mich zu begleiten. Das zog sich über einige Wochen hin in der wir auch teilweise die Polizei eingeschaltet hatten.

Wer entscheidet über Deine Outfits?
Bei meinen eigenen Musikvideos entscheide ich selbst über mein Outfit und lasse mich dabei auch gerne durch meine Mutter beraten, die Fashion-Designerin war. Wir kaufen mein Outfit hier in den zahlreichen Modegeschäften und Märkten und verändern es gegebenenfalls auch noch etwas. Manchmal gibt’s auch Unterstützung von Sponsoren. Bei meinen Videos, die ich für mein thailändisches Label gemacht habe – und auch bei den Filmen – wird in der Regel das Outfit vorgegeben.

Du würdest gerne auch Europa und die Welt erobern. Wie sehen Deine Pläne aus?
Natürlich würde ich auch gerne Europa und die Welt „erobern“. Das ist sicherlich auch schon daran zu erkennen, dass ich sehr gerne englische Songs mache. Da ich drei Sprachen (Deutsch, Thai und Englisch) fließend spreche und den thailändischen und deutschen Pass besitze, habe ich auch die Möglichkeit in vielen Ländern Asiens und Europas ohne große Schwierigkeiten – wie zum Beispiel Beschaffung von Arbeitsvisa – zu arbeiten.

Langfrisig möchte ich sehr gerne mehr international tätig werden. Kurzfristig sprechen wir im Moment mit einer der größten Firma im Musikbusiness über den Vertrieb meiner Musik über deren Vertriebskanäle in bestimmten Ländern hier in Asien und weiter Zusammenarbeit für Konzerte und Auftritte in diesen Ländern. Seit Kurzem arbeiten wir mit einer malaysisch-koreanischen Agentur zusammen, die Influencer wie mich (lacht), mit Unternehmen aus dem Werbe- und Marketing-Business zusammen bringt, um auch in weiteren Ländern in Asien aktiv werden zu können. Für Europa, die USA und natürlich ganz besonders Deutschland wäre für uns ein starker, einflussreicher Partner interessant um auch diese Regionen zu erobern.