Dienstag, 10. April 2018, 22:36 Uhr

Tamara Mellon: Krasses Lohngefälle bei Jimmy Choo

Tamara Mellon verdiente bei Jimmy Choo weniger als ihre männlichen Kollegen. Die 50-jährige Designerin war 1996 Mitgründerin der renommierten Luxus-Schuhmarke und stand viele Jahre an der Spitze des Unternehmens.

Tamara Mellon: Krasses Lohngefälle bei Jimmy Choo
Foto: Brian To/WENN.com

Als Kreativchefin der Marketing-Abteilung hatte sie eine der höchsten Positionen der Firma inne. Doch obwohl an ihr die Verantwortung für die kreative Ausrichtung des Labels haftete und sie bedeutende Deals für die Firma klarmachte, erhielt sie wesentlich weniger Geld als männliche Kollegen in ähnlichen Positionen. „Ich habe herausgefunden, dass das Gehalt der Männer in unserer Vorstandsebene viel höher war als meines“, berichtet die Britin.

Geld reichte nicht für Lebensunterhalt

Im Interview mit der Zeitung ‚The Daily Telegraph‘ fügt die Modemacherin hinzu, wie prekär ihre Lage vor allem zu Beginn war: „Bei unserem ersten Deal 2001 verdiente ich nicht genug, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Ich recherchierte, um herauszufinden, was meine Kollegen in der Industrie verdienen und sprach mit einer Person, die eine ähnliche Firma leitete. Sie wurden dreimal besser bezahlt als ich. Ich war eine alleinerziehende Mutter mit einem kleinen Kind, also ließ es der Vorstand einrichten, dass ich Geld von der Firma leihen konnte, um mich selbst über Wasser zu halten!“

Die Unternehmerin, die Jimmy Choo schließlich 2001 verließ, nachdem es von der österreichischen Firma Labelux aufgekauft wurde und seit 2013 ihr eigenes Label Tamara Mellon leitet, will jedoch weiterkämpfen. Sie erklärt: „Ich habe eine 16-jährige Tochter. Wir haben herausgefunden, dass das Lohngefälle nicht überwunden sein wird, bevor sie 60 ist und ich in meinen 90ern bin, wenn es in diesem Schneckentempo weitergeht. Ich will dabei helfen, das Lohngefälle bis zu dem Zeitpunkt zu schließen, wenn sie das College verlässt.“ (Bang)