Samstag, 21. April 2018, 8:38 Uhr

Ricky Martin bereut spätes Coming-out

Ricky Martin wünscht sich, dass er sich schon früher öffentlich als schwul geoutet hätte. Der puerto-ricanische Popsänger gab seine Sexualität im März 2010 in einem emotionalen Post auf seiner Webseite bekannt und beendete damit jahrelange Spekulationen.

Ricky Martin bereut spätes Coming-out
Foto: Derrick Salters/WENN.com

Seinen Freunden und der Familie hatte der Musiker schon früher anvertraut, dass er auf Männer steht. Doch ausgerechnet diese rieten ihm anschließend davon ab, seinen Fans gegenüber ebenso offen zu sein. Sie befürchteten nämlich, dass der Latin-Star und Frauenschwarm dadurch deutlich an Popularität einbüßen würde.

Doch das Gegenteil passierte: Dem ‚Livin‘ la Vida Loca‘-Hitmacher wurde für seine Ehrlichkeit und seinen Mut viel Lob und Unterstützung zuteil. „Die Menge an Liebe, ich bei meinem Coming-out erhielt, war großartig“, freut sich der 46-Jährige. Zugleich merkt er kritisch an: „Die Sache ist die: Wenn ich ein Drittel meines Lebens, das ich damit verbrachte, meine Sexualität zu manipulieren, stattdessen vor dem Klavier verbracht hätte, wäre ich mittlerweile ein Konzertpianist. Es ist nicht fair und ich hoffe, dass niemand das nochmal durchmachen muss.“

Karriere ruiniert?

Im Interview mit dem ‚Gay Times‘-Magazin schildert Ricky, der mittlerweile glücklich mit seinem Partner Jwan Yosef verheiratet ist und mit ihm die zwei Kinder Matteo und Valentino großzieht: „Viele Leute sagen ‚Nun, wenn du dich schon damals geoutet hättest, dann hätte es vielleicht deine Karriere ruiniert‘. Aber das glaube ich nicht.“ Nun will er anderen helfen, die Angst vor ihrem Outing haben: „Ich teile einfach meine Erfahrungen mit ihnen und rede über meine Ängste und die Momente, in denen ich null Selbstwertgefühl hatte und ja, am Ende outen sie sich.“