Dienstag, 01. Mai 2018, 15:48 Uhr

Filmkritik "No Way Out": Josh Brolin und Miles Teller in der Flammenhölle

Hollywood hat einen der schlimmsten Waldbrände der USA auf die Leinwand gebracht – und würdigt damit ganz besondere Helden: die Feuerwehrmänner, die beim Kampf gegen die Flammen ums Leben kamen.

Filmkritik "No Way Out": Josh Brolin und Miles Teller in der Flammenhölle
Foto: Studiocanal

Es sollte ein Routineeinsatz werden: 20 Feuerwehrmänner wollen in einem Waldgebiet in Arizona einen Brand bekämpfen. Sie sind erfahren, gehören zu einer US-Eliteeinheit. Doch plötzlich dreht der Wind und treibt das Feuer auf die Männer zu. Sie werden von den Flammen eingekesselt, es gibt kein Entkommen mehr. 19 der Brandbekämpfer sterben bei dem Einsatz im Sommer 2013. Nur einer der Kameraden – Brendan McDonough – überlebt den Brand, der als Yarnell-Hill-Feuer in die jüngere US-Geschichte eingeht und weltweit Schlagzeilen macht.

Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt das packende Drama „No Way Out – Gegen die Flammen“ McDonoughs Geschichte und die des tragischen Schicksals seines Teams auf der großen Leinwand.

Im Mittelpunkt des Films stehen die 20 Mitglieder der „Granite Mountain Hotshot Crew“, kurz Hotshots. So werden die Spezialeinheiten der Feuerwehr in den Vereinigten Staaten genannt. Sie kämpfen im ganzen Land gegen Waldbrände, indem sie etwa Bäume fällen und damit Luftschneisen schaffen. Sie sind häufig die ersten an der Front. Allein das Training der Hotshots dauert oft Jahre.

Der Chef und Gründer der Eliteeinheit der Kleinstadt Prescott in Arizona ist Eric Marsh (Josh Brolin). Es ist die erste städtische Hotshot-Crew der USA, die Marsh aus einem Haufen Berufsfeuerwehr-Männern gemacht hat. Das Durchschnittsalter der Truppe liegt etwa bei 27 Jahren, einige von ihnen sind Familienväter – scheuen sich aber nicht davor, ihr Leben beim Kampf gegen die Brände zu riskieren. Bei jedem Einsatz steht nur der Feind im Fokus: das Feuer.

Filmkritik "No Way Out": Josh Brolin und Miles Teller in der Flammenhölle
Foto: Studiocanal

Das jüngste Mitglied der Einheit ist McDonough, gespielt von US-Schauspieler Miles Teller („War Dogs“). Er ist ein Außenseiter, hat Drogenprobleme – aber auch eine schwangere Ex-Freundin, für die er sich verantwortlich fühlt. Deshalb schließt er sich der Feuerwehr an. Marsh gibt dem fehlerhaften Draufgänger eine Chance, sieht Potenzial und soll damit recht behalten.

Spektakuläre Bilder

Regisseur Joseph Kosinski („Tron – Legacy“) zeigt aber nicht nur den Alltag der Feuerwehrmänner und spektakuläre Bilder von wütenden Waldbränden. Er konzentriert sich in dem Thriller vielmehr auf die menschlichen Hintergründe seiner Protagonisten. Was sind das für Menschen? Welche Sorgen haben sie? Wie lebten sie? All die Einzelheiten werden in vielen Facetten angesprochen.

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Foto: Studiocanal

Exemplarisch an Marsh und dessen Frau Amanda (Jennifer Connelly) zeigt das Werk, welche Opfer Angehörige von Feuerwehrleuten bringen müssen. Für die Brandbekämpfer dagegen ist ihr Job häufig eher eine Berufung, als ein Beruf.

„Only the Brave“ – wie die Produktion im englischen Original heißt – ist damit kein Film über Feuer, sondern über Feuerwehrleute und deren Familien. Das sorgt für extreme Nähe beim Publikum ohne dabei je zu schwülstig oder übertrieben zu wirken. (Aleksandra Bakmaz, dpa)

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Foto: Studiocanal