Donnerstag, 03. Mai 2018, 18:22 Uhr

Kinotipp "No Way Out": In Starbesetzung gegen die Flammen

Josh Brolin gehört zur A-Kategorie der Hollywoodstars, aber großes Tamtam scheint er nicht wirklich zu brauchen. In „No Way Out – Gegen die Flammen“ (der Originaltitel „Only The Brave“ hält einem nicht gleich unter die Nase, wie der Film endet) stellt Josh Brolin den Feuerwehrmann Eric Marsh dar.

Kinotipp "No Way Out": In Starbesetzung gegen die Flammen
Josh Brolin. Foto: Studiocanal GmbH

Diesen Mann hat es gegeben, wie alle anderen aus seiner Crew auch. Gänzlich unprätentiös mimt er den Vollprofi, als wäre „No Way Out“ kein Spielfilm, sondern eine detailgenaue Doku über die Bekämpfung von Waldbränden in Arizona in den USA. Eric Marsh hat große Ambitionen, was die seine Feuerbrigade angeht. Er will seine Männer in die Top-Kategorie der Waldbrandbekämpfer katapultieren, den Profis in der ersten Reihe, den Hotshots. Endlich zu den Spezialisten gehören, das wäre was!

Das heißt auch bessere Bezahlung und die Teilnahme an Feuerbekämpfung im Verbund mit aneren Profis – kurz: die Qualifizierung wäre eine Karrieresprung und Anerkennung für alle.

Kondition und Muckis werden gebracht

Der Chef der Feuerwache Duane Steinbrink (Jeff Bridges) ist Erics Verbündeter, denn die Mannschaft muss zwei Hürden nehmen: die theoristische und praktische Prüfung. Die Männer um Eric sind wie die Musketiere: einer für alle, alle für einen. Durchtrainiert, immer für einen Spaß zu haben und dabei das Herz auf dem richtigen Fleck. Und Kondition und Muckis brauchen sie auch, was da an Schneisen gehackt und Bäumen gefällt und an Kilometern in bergigem Gelände zu Fuß zurückgelegt wird – Hallelujah, und dann noch das Gepäck dazu!

Kinotipp "No Way Out": In Starbesetzung gegen die Flammen
Foto: Studiocanal GmbH

Ein weiteres Problem bei der Umsetzung der ehrgeizigen Pläne ist das Personal. Die lausige Bezahlung treibt nicht gerade Massen zur Feuerwehr und so nimmt Eric den Ex-Junkie Brendan McDonough (Miles Teller) ins Team, obwohl er schon während des ersten Dauerlaufs schlappmacht. Das ist der Teil der Geschichte der tapferen Feuerwehrleute, die sehr persönlich erzählt wird. Brendan ist gerade Vater geworden, doch seine Freundin will nichts mehr von ihm wissen, weil er sich für Drogen und sonst gar nichts interessiert, geschweige denn gewillt ist, sowas wie Verantwortung zu übernehmen. Das war der Weckruf für Brendan – er bewirbt sich bei der Feuerwehr, um sein Leben auf die Reihe zu kriegen und er findet nach anfänglichen Schwierigkeiten eine feste soziale Einheit und somit raus aus dem Drogensumpf.

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Foto: Studiocanal GmbH

Wie „Top Gun“ – nur mit mehr Tiefe

Die Jungs von der Feuerwehrbrigade können überhaupt locker mit allen testosterongeladenen Actionfilmen á la „Top Gun“ mithalten, eben nur mit Inhalt und Sinn.

In „No Way Out“ geht’s um wirklich gigantische Waldbrände, die sich durch alles fressen, wohin sich der Wind dreht – da ist für Macho-Egos wirklich kein Fitzelchen Platz mehr.

Kinotipp "No Way Out": In Starbesetzung gegen die Flammen
Foto: Studiocanal GmbH

Die Granite Mountain Hotshots schaffen nach hartem Training und inklusive Brendan die Evaluation. Der nächste Feuerteufel ist in Yarnell Hill ausgebrochen. Zusammen mit andere Hotshots rücken sie diesem Waldbrand zu Leibe. Dieser Brand sieht nach Routineeinsatz aus, aber das scheint nur so. „No Way Out – Gegen die Flammen“ basiert auf den wahren Erlebnissen der Feuerwehrmänner der Stadt Prescott, die sich 2013 dem katastrophalen Feuer von Yarnell Hill entgegenstellten.

Fazit: „No Way Out“ ist eine gelungene Kombination aus Heldenkino und Katastrophenfilm. Die Porträts der Feuerwehrleute, die sich in gefährliche Großflächenbrände wagen, sind sehr berührend. Kinostart ist heute!

Kinotipp "No Way Out": In Starbesetzung gegen die Flammen
Regisseur Joseph Kosinski am Set. Foto: Studiocanal GmbH