Mittwoch, 09. Mai 2018, 21:50 Uhr

Roman Polanski hält #MeToo für scheinheilig

Roman Polanski bezeichnet die #MeToo-Initiative als scheinheilig. Der 84-jährige Filmemacher, der zuvor zugegeben hatte, Sex mit einer 13-Jährigen gehabt zu haben, stänkert gegen die weltweite Kampagne.

Roman Polanski hält #MeToo für scheinheilig
Herr Polanski letztes Jahr beim Filmfestival in Cannes. Foto: IPA/WENN.com

Die Bewegung entstand aus dem Hollywood-Skandal heraus, als bekannt wurde, dass jahrelang zahlreiche Frauen und auch Männer missbraucht und belästigt wurden. Verstehen kann der Regisseur diese Initiative absolut nicht.

Im Interview mit dem polnischen Magazin ‚Newsweek‘ betont er: „Ich denke, diese Art von Massenhysterie passiert ab und an in unserer Gesellschaft.“ Polanski, der polnische und französische Wurzeln hat, befindet sich seit 1977 auf der Flucht und meidet die USA, da ihm dort ein Prozess wegen Kindesvergewaltigung droht.

Auch danach wurden immer wieder Stimmen laut, die dem Filmemacher Belästigung vorwarfen. Polanski will nichts davon an sich herankommen lassen und findet klare Worte für die #MeToo-Bewegung. „Manchmal ist es sehr dramatisch wie in der französischen Revolution oder der Bartholomäusnacht in Frankreich, manchmal ist es auch weniger blutig wie 1968 in Polen oder der McCarthy-Ära in den USA. Jeder versucht, diese Bewegung nun zu unterstützen, aber nur aus Angst. Ich denke, es ist total scheinheilig“, äußert sich Polanski.