Sonntag, 13. Mai 2018, 17:16 Uhr

Michael Schulte: Buxtehude will ihn mit großem Pomp empfangen

Deutschland hat die Schmach der letzten Plätze beim Eurovision Song Contest überraschend wettgemacht. Deutschland ist mit Michael Schulte am Samstagabend überraschend auf dem vierten Platz gelandet und hat seine Serie von Misserfolgen bei dem Musikwettbewerb gestoppt.

Michael Schulte: Buxtehude will ihn mit großem Pomp empfangen
Foto: Andres Putting

Platz vier, oh mein Gott“, sagte der norddeutsche Sänger Schulte zufrieden und strahlend im Anschluss zu Moderatorin Barbara Schöneberger im ARD-Fernsehen. „Das ist so verrückt.“ Ungefähr 3000 Fans jubelten bei der deutschen ESC-Party auf der Hamburger Reeperbahn dem per Video live zugeschalteten Schulte begeistert zu.

Der 28-Jährige bekam für seinen Song „You let me walk alone“, in dem es um den Tod seines Vaters geht, von Jurys und Publikum aller Teilnehmerländer insgesamt 340 Punkte. „Ich hoffe, wir hören noch viel mehr von diesem sympathischen jungen Mann, der aus Schleswig-Holstein stammt“, sagte Schleswig-Holsteins Kulturministerin Karin Prien (CDU) am Sonntag. Schulte habe mit seinem Song viele Menschen in Europa berührt. „Ein authentischer Auftritt, ohne Show und Pomp. Und ein eindringlicher Text, über Familie, Bindung und Verlust, alles andere als banal“, lobte die Ministerin. „Mein Glückwunsch.“ Schulte verbrachte einen Teil seiner Kindheit in der gut 1000 Einwohner zählenden Gemeinde Dollerup bei Flensburg.

Das Goldene Buch der Stadt wartet

Heute lebt der 28-Jährige im niedersächsischen Buxtehude. Dollerups Bürgermeister Peter-Wilhelm Jacobsen war ob des Erfolgs ganz aus dem Häuschen. „Wahnsinn!!!“, schrieb er auf der Internetseite von Dollerup. „Wir freuen uns über Deinen Erfolg und sind stolz auf Dich – super gemacht, Michael!“

Die Stadt Buxtehude will Schulte mit einem Empfang ehren. Der 28-Jährige solle sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen und sich womöglich auf dem Rathausbalkon zeigen, sagte Ralf Dessel von der Stadt Buxtehude. Der Empfang könne frühestens am Mittwoch veranstaltet werden, weil Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt zu Wochenanfang noch in Urlaub sei.

Michael Schulte: Buxtehude will ihn mit großem Pomp empfangen
Foto: Thomas Hanses

Über 7,7 Millionen Zuschauer waren dabei

Zufrieden mit dem Finale zeigte sich auch ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber: „Das war ein schöner Abend für den Künstler, das Team und wie ich hoffe auch für die Fernsehzuschauer“, sagte Schreiber am Sonntagmorgen. „Für viele Kritiker mag das Ergebnis überraschend gewesen sein. Wir wussten, was wir auf die Bühne bringen wollen und haben an die Kraft des Künstlers und die Inszenierung geglaubt.“

Auch mit den Marktanteilen sei er zufrieden. Die 3 Stunden und 50 Minuten lange Live-Übertragung verfolgten im Ersten 7,71 Millionen Zuschauer, weitere 0,50 Millionen auf dem ARD-Digitalsender One. Beim Auftritt von Michael Schulte waren es nach Angaben des NDR 8,89 Millionen. Der Marktanteil lag bei zusammen 34,4 Prozent – gut jeder dritte Fernsehzuschauer um diese Zeit. In den Jahren 2010 und 2011 hatten allerdings noch 14,73 Millionen und 13,93 Millionen Zuschauer wissen wollen, wer im Finale das Rennen macht. „Wir müssen schauen, dass wir das Ergebnis in den nächsten Jahren stabilisieren“, sagte Schreiber.

Michael Schulte: Buxtehude will ihn mit großem Pomp empfangen
Foto: Thomas Hanses

Insgesamt nahmen am ESC in diesem Jahr 43 Länder teil. 17 wurden in den beiden Semifinals am Dienstag und Donnerstag aussortiert. Die Zuschauer konnten wie immer über den Sieger mit abstimmen, jedoch nicht für die eigene Nation. Ihr Voting wurde ergänzt von nationalen Jurys. (dpa/KT)