Britney Spears: Endlich volljährig!

Leni HübnerLeni Hübner | 01.12.2021, 23:17 Uhr
Britney Spears: Endlich volljährig!
Britney Spears: Endlich volljährig!

Foto: IMAGO/ Future Image

Ihr 40. Geburtstag ist in jedem Sinne eine Feier wert: Befreit von der Vormundschaft ist Britney Spears endlich wieder back und holt einiges nach.

Ihre ganz private Party begann am 12. November 2021, als das Gericht in L.A. die Vormundschaft endgültig für beendet erklärte und niemand, außer Britney Spears selbst, seither über die ewige Pop-Prinzessin und ihr Vermögen bestimmen darf. Für Britney (40) war das der beste Tag in ihrem Leben, aber eigentlich ist es nur ein Anfang.

Endlich weg von den Eltern

Wenn normale Menschen volljährig werden, haben sie ihr Abi bestenfalls schon in der Tasche oder sind im Finale ihrer Ausbildung, sie machen den Führerschein oder unterschreiben Handy-Verträge – eben Dinge, die Erwachsenen vorbehalten sind. Abends stürzen die meisten dann ab wie die Teenager und feiern als gebe es kein Morgen.

Bei Britney sah das anders aus. Mit elf Jahren begann sie zu arbeiten, als 18-Jährige erlebte sie mit „Baby One More Time“ ihren großen Durchbruch, mit 19 war sie „oops“ weltweit ein Megastar und mit 25 Jahren ging sie zu Boden. Doch statt in der Klinik zu bleiben, in der sie völlig erschöpft eine Reha beginnen sollte, wollte sie nach Hause, um bei ihren Söhnen zu sein. Weil dort niemand war, um sie aufzufangen, kam es zu der berühmten Szene: Britney rasiert sich im Beisein von unzähliger Paparazzi beim Friseur selbst die Haare ab.

Goldener Käfig ist Geschichte

Das alles ist nicht vergessen, sondern Teil ihrer tragischen Geschichte, die sie als Frau durchlebt hat und die so viele beobachtet haben. Den wenigen, an denen das Drama vorbeigegangen ist, sei die Netflix-Doku „Britney vs. Spears“ empfohlen. Dort erfährt man viel über Britneys Vater, der sie dreizehn Jahre in einen goldenen Käfig hielt. Ein Vater ist normalerweise eine Person, der man vertrauen kann, in Britneys Fall nicht. Er nutzte die Tochter aus und ließ sie auftreten, um sich selbst zu bereichern. Unter seiner Vormundschaft arbeitete sie noch mehr als zuvor. Und Britney war machtlos.

Statt Mutter Lynne (66), die mit ihr nach New York gezogen war, um ihre Karriere im Kindesalter zu starten, ihrer Schwester Jamie Lynn (30), die schauspielert, und Bruder Bryan (44) standen Britney die Fans zur Seite. Die Kampagne „Free Britney“ wurde irgendwann so groß und laut, dass der Fall der Popsängerin eine Wendung nahm. Kleingehalten vom Vater, getragen von der Masse erlangte Britney erst neue Hoffnung und dann ungeahnte Kräfte, um mit einem eigenen Anwalt gegen die Unterdrückung vorzugehen.

Stärker als früher

Vor Gericht bekam Britney zum Glück Gelegenheit, sich selbst zu der Vormundschaft zu äußern. Sie warf ihrem Vater vor, sie in allem kontrolliert zu haben und sich an ihrem Vermögen bereichert zu haben. Ständig soll er gedroht haben, wenn sie nicht gehorche, dürfe sie ihre Kinder gar nicht mehr sehen.

Dass sie nun feiern darf, verdankt sie tatsächlich zum großen Teil sich selbst und das macht das neue Lebensgefühl der heute 40-Jährigen aus. Statt teurer Geschenke kauft sie sich Kerzen, ja, es scheinen ihr die kleinen Dinge des Lebens wichtig. Sie verbringt Zeit mit ihren Liebsten – zu denen ihre Kids und ihr Verlobter Sam Asghari (27) zählen, wünscht sich ein Baby und jede Menge Spaß, unkontrollierten Spaß, medikamentenfreien Spaß.

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Zurück auf die Bühne

Sie kommt nun in die rebellische Phase, die die meisten natürlich mit 40 längst abgeschlossen haben. Sie will niemanden danken als sich selbst, sie zeigt sich albern und nachdenklich im Wechsel und schuldet keine Rechenschaft. Sie betet, weil sie Lust dazu hat, und nicht weil es von jemanden, der aus Kentwood, Louisanna stammt – dem Bible Belt der USA – erwartet wird.

Es ist ein Fest, Britney Spears bei dieser Befreiung zuzusehen. Eine größere Freude wäre es nur, ihr Comeback auf der Bühne zu bejubeln. Seit zwei Jahren genießt Britney ihre „Arbeitspause“, die sie 2019 vor allem eingelegt hatte, damit sich andere nicht länger durch sie die Taschen voll machen konnten. Als sie kurz nach der Bekanntgabe in eine psychiatrische Einrichtung kam, vermutete Fans bereits, dass sie dort nicht freiwillig sei. Das war übrigens der Auslöser für die Fans, die Free-Britney-Bewegung zu gründen, die Stars wie Paris Hilton und Miley Cyrus unterstützen.

Erfolgreiche Künstlerin

Wie lukrativ das Geschäft mit seiner Tochter für Jamie Spears gewesen sein muss, lag und liegt auf der Hand: Trotz aller Eskapaden und Wirrungen ist Britney nicht umsonst ein Superstar geworden. Mit Fleiß und Talent hat sie es vom Mickey-Mouse-Club in die Charts geschafft. Sie hat Konzerte auf der ganzen Welt gegeben – vor dem Absturz und danach. Ihre Show in Las Vegas war 248 mal ausverkauft.

Bis 2011 war jedes ihrer damals sieben Alben auf Platz eins in den USA, die beiden folgenden Alben erreichten immerhin die Top 5. Es gibt keine bedeutende Auszeichnung in der Musikbranche, die Britney nicht bekommen hat. Sogar ihr Lebenswerk wurde schon mehrfach geehrt wie von den Billboard Music Awards oder den MTV Video Music Awards. Ihr heutiges Vermögen wird auf 60 Millionen Dollar geschätzt.

Männergeschichten

Die Kinder Jayden James (15) und Sean Preston (16) stammen aus der Ehe mit Kevin Federline, die ab 2004 immerhin fast drei Jahre andauerte, für Britneys Verhältnisse damals eine halbe Ewigkeit. Ihre erste Liebe zu Justin Timberlake dauerte genauso lange, sie ist seit 2002 Geschichte. Es folgte die Blitzehe mit Jason Allen Alexander, die nach 55 Stunden annulliert wurde.

Nach Kevin gab es den Paparazzo Adnan Ghalib und ihren Agenten Jason Trawick, der tatsächlich auch noch die Co-Vormundschaft übernahm – eine ungesunde Kopplung. Zuletzt eroberte David Lucado und darauf TV-Produzenten Charlie Ebersol ihr Herz. Wie es scheint, ist Sam Asghari nun endlich der Richtige, der sie als Mensch nimmt, nicht als Beute.

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Comeback erwünscht

Bleibt zuletzt die Frage offen, ob die Sängerin auf die Bühne zurückkehren wird. Die ersten Vorschläge haben Fans schon parat: Ein Remix von „Free Woman“ mit Lady Gaga, die sich ja immerhin klar zu ihr positioniert hat im Gegensatz zu Christina Aguilera, die vom roten Teppich quasi floh, um sich nicht über den Fall „Spears“ äußern zu müssen.

Wie auch immer: Am 2. Dezember soll es fortan für Britney Champagner geben, ihr erstes Glas hatte sie erst vor wenigen Tagen. Eskalieren sollte die Party nicht, sonst kehren die bösen Geister mit gerichtlichen Anordnungen zurück. Ihr Slogan „sorry, I am not sorry” ist trotzdem richtig. Am Ende des Lebens bereut man nur die Dinge, die man nicht getan hat, heißt es.