Sonntag, 9. September 2018 21:20 Uhr

100 Filme, die man gesehen haben muss: „Fight Club“

Fotos: Featureflash Photo Agency/ Shutterstock.com

Brad Pitt ist ein Hollywood-Superstar – ohne Frage. Er ist nicht nur in den aktuellen Schlagzeilen in Sachen Rosenkrieg mit seiner Ex Angelina Jolie – er hat Gott sei Dank auch in sauguten Filmen mitgespielt! Einer davon ist längst ein Klassiker der Filmgeschichte geworden. Im „Fight Club“ kloppt Brad Pitt sich tatsächlich einen Schneidezahn aus! Wir stellen in unserer neuen Reihe „100 Filme, die man gesehen haben muss“ den „Fight Club“ vor: In den Hauptrollen Edward Norton, Brad Pitt und Helena Bonham Carter aus dem Jahr 1999.

100 Filme, die man gesehen haben muß: "Fight Club"

Fotos: Featureflash Photo Agency/ Shutterstock.com

Der Rückrufkoordinator für einen Autokonzern (Edward Norton) ist eher ein Jüngelchen als ein Mann. Er fliegt viel durch die USA, um Versicherungsfälle zu klären. Er analysiert Unfälle und berechnet, ob es sich lohnt, eine Rückrufaktion der Fabrikate zu starten oder ob die Toten der Verkehrsunfälle in der Rubrik „Sonstiges“ landen. Klingt zynisch? Ist es auch und genau so lakonisch gemeint. Der Angestellte leidet darunter, aber ob er deshalb so hässliche Schlafprobleme hat? Sein Leidensdruck ist doch irgendwie Pillepalle meint sein Arzt und verweist auf Leute mit echten Problemen, die sich in Selbsthilfegruppen austauschen. Prima Idee, denkt sich der augenränderbelastete Angestellte und fängt an, sich die Abende damit zu vertreiben. Er setzt sich in Selbsthilfegruppen dazu und hört sich Probleme an, die ihn nicht betreffen. In jeder Gruppe pappt er sich einen anderen Namen aufs Hemd, seinen echten werden wir nicht erfahren.

Prügel als Gegenleistung für Gratis-Unterkunft

Auf einem seiner Business-Trips lernt der Angestellte Tyler Durden (Brad Pitt) kennen. Wow – was für ein Typ! Clever, sehr witzig, eloquent, durchtrainiert – kurzum: ein Alpha-Typ par exellence und wie geschaffen für den Schlaffi mit Schlafproblemen. Zu den Selbsthilfegruppen kann er sowieso nicht mehr gehen, da sich da eine andere Simulantin rumtreibt, die Kaffee und Donuts futtert: Marla Singer (Helena Bonham Carter). Mit einer Betrügerin in der Gruppe kann er nicht entspannen und nach der ganzen Quälerei des Zuhörens schlafen wie ein Baby. Aufgeflogen ist er und damit ist es aus und vorbei mit dem Selbsthilfegruppen-Tourismus! Da kommt ihm das Angebot ganz recht, dass er bei Tyler einziehen kann.

Tyler hat nur einen Wunsch als Gegenleistung für freie Logis – er will geschlagen werden. Ein etwas absurder Wunsch, aber durchaus erfüllbar!

Das neue Zuhause ist eine krass heruntergekommene Villa, die eher am zusammenkrachen ist. Der Wohnkomfort ist komplett anderer Art: Freiheit und Selbstbestimmung. Sie gründen den „Fight Club“ wegen des Nervenkitzels so richtig verkloppt zu werden bzw. anderen dabei zuzusehen. Der Fight Club ist exklusiv für Männer – und sie kommen quer durch alle Schichten und Berufsgruppen. Denn darum geht es: bei diesen Kampfabenden können Männer sie selbst sein. Der namenlose Angestellte ist glücklich. Solange, bis er erfährt, dass Tyler längst was anderes gestartet hat, das „Projekt Chaos“. Hat das etwas was damit zu tun, dass Marla was mit Tyler angefangen hat? Warum konnte er das nicht verhindern? Diese „Schlampe“  zerstört schon wieder seinen Lebensrhythmus. Wieder verliert er die Kontrolle über sein Leben.

Projekt Chaos

Das „Projekt Chaos“ funktioniert wie eine Empfehlung. Wem der „Fight Club“ gefallen hat, der mag sicher auch das Chaos Projekt. Tylers Saat geht auf. Die Gruppe verübt Anschläge, die sich gewaschen haben. Hier zeigt sich die bis heute aktuelle Schärfe des „Fight Clubs“, weil es um die immer größer werdende Ungerechtigkeit zwischen arm und reich geht. Die herrschende Ordnung muss durch das totale Chaos gestürzt werden und dann kann bei Null angefangen werden. Tyler hat dafür die Kontrolle übernommen, die Freunde sehen sich gar nicht mehr. Irgendwas stimmt hier nicht und der Angestellte macht sich daran, Tyler aufzuspüren und ihn zur Rede zu stellen. Womit wir bei der Frage wären: Warum trägt der Hauptdarsteller wohl keinen Namen? Ist Tyler etwa eine schlaflose Version von dem Milchreis-Bubi?

Fazit: „Fight Club“ ist brutal, subversiv, konsequent – und sehr witzig! Unbedingt sehenswert. Ebenso lesenswert ist der Roman „Fight Club“. Der Autor ist Chuck Palahniuk und ihm ist tausendfach für dieses Werk zu danken. Scharf, präzise, komplett durchgeknallt agieren seine Charaktere und doch dabei vergisst Palahniuk nie den Spannungsbogen zum großen Ganzen zu halten. Kongenial verfilmt wurde der Roman 1999 von David Fincher. Hier stimmt einfach alles: die visuelle Umsetzung, die Musik, der Wahnsinn der Figuren. Die Riege der Schauspieler trägt zur Sprengkraft bei: Ed Norton, Brad Pitt, Jared Leto, Helena Boham Carter und Meat Loaf. (Kinotante Katrin)

Das könnte Euch auch interessieren

OK

Hinweis: Durch Nutzung von klatsch-tratsch.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Mehr erfahren