Freitag, 28. September 2018 00:18 Uhr

100 Filme, die man gesehen haben muss: „Gefährliche Brandung“

Foto: Concorde Film/WENN.com

Weiter geht es in unserer Reihe „100 Filme, die man gesehen haben muss“! Spannend, frisch und sexy ist „Gefährliche Brandung“, ein Surfer-Krimi mit Keanu Reeves und Patrick Swayze aus dem Jahr 1991.

100 Filme, die man gesehen haben muss: "Gefährliche Brandung"

Foto: Concorde Film/WENN.com

Auf der einen Seite ist da der testosterongesteuerte FBI-Agent Johnny Utah (Keanu Reeves), der mit all seiner Energie nach einer neuen Herausforderung sucht und in Kalifornien landet. Er ist jung und will sich unbedingt beweisen – am besten schnell und effizient. Komplexes Denken? Fehlanzeige. Jeder FBI-Agent hat einen Partner: der Frischling Johnny Utah bekommt den alten Hasen Angelo Pappas (Gary Busey) zugewiesen – die Freude hält sich auf beiden Seiten sehr in Grenzen.

Für jeden noch so kleinen Fall interessiert sich Utah und schon bald hat Pappas die Schnauze gestrichen voll, so genervt ist er von allem. Weil diese Einsätze nichts bringen und ihn von den Ermittlungen um eine Bande abhalten, die derartig gerissen und präzise Banken überfallen und einfach nicht dingfest zu machen sind.

Das Markenzeichen bei den Überfällen ist immer dasselbe: Die Bankräuber tragen Masken ehemaliger US-Präsidenten, die Überfälle sind showreif in Szene gesetzt und dauern nie länger als 2,5 Minuten. Pappas ist so stinkewütend, dass er in diesem Fall auch nach zig Überfällen nicht vorwärts kommt. Seine Theorie ist, dass die Kriminellen Surfer sind. Wenn sich der alte Pappas schon mit seinem neuen Kollegen, der zwar Kraft und Energie für 4 hat, aber ermittlungstechnisch nicht der Hellste ist, amüsieren muss, dann bitte richtig. Pappas weiht Utah in seine Theorie ein und auch, wie sehr es ihn fuchst, dass er immer der Dumme ist.

Patrick Swayze großartig

Und was passiert: Agent Utah tappt in das größte Drama seines Lebens. Es wird ihn komplett auf links umkrempeln, denn der dritte starke Charakter in „Gefährliche Brandung“ ist kein Geringerer als Patrick Swayze als Surflegende Bodhi. Bodhi ist der spirituelle Führer einer Gruppe von Surfern, die ihr Leben anders führt, als der Rest der Gesellschaft. Da prallen auf den ersten Blick zwei Welten aufeinander, als Utah auf der Suche nach den Bankräuber-Sufern anfängt alle Strände abzuklappern, die auch nur ansatzweise in Frage kommen. Der Staatsbeamte mit akkurat gescheitelter Frisur und der entspannte Surfer Bodhi, für den das Leben mehr als ein 40-Stunden-Job ist. Utah will die Bankräuber finden, in dem er sich unter die Surfer mischt. Das Blöde ist nur, dass er zwar sportlich ist, aber noch nie gesurft. Aber wozu gibt es Surflehrer – in diesem Fall die Surflehrerin Tyler (Lori Petty), die auch noch bockig ist und Utah nur lästig findet!

Herrlich, wie sie Mr Undercover Trockenübungen ohne Ende machen lässt, dass der halbe Strand darüber lacht. Tyler ist schon so lange Surferin, sie kennt einfach alle. Spätestens jetzt wird es kompliziert mit den Lügen des Spezial-Agenten Utah, denn er fühlt sich immer wohler unter den Wellenreitern. Als dann noch der coole Bodhi auftaucht und Utah in seine Gruppe integriert, ist er glücklich. Sein Plan ist aufgegangen, mit den Informationen aus dieser Gruppe wird er die Bankräuber finden. Tja, bis seine Tarnung auffliegt.

100 Filme, die man gesehen haben muss: "Gefährliche Brandung"

Foto: Concorde

Ein großartiges Dilemma

Fazit: „Gefährliche Brandung“ heißt im Original „Point Break“. Der Titel ist doppeldeutig: Erstens gehört es zur Surfersprache und gemeint ist der Punkt, an dem eine Welle bricht und zweitens ist der Tausch der Charaktere Agent Utah (Keanu Reeves) und dem Surfguru Bodhi (Patrick Swayze) gemeint. Beide haben ihren Knackpunkt und wechseln dann die Seiten.

Regisseurin Kathryn Bigelow (Oscar-Preisträgerin für „The Hurt Locker“) ist eine wahre Meisterin ihres Fachs. Sie schafft es, Action und extrem anspruchsvolle Charaktere zusammen zu bringen. Z.B. lässt Bigelow ihre Hauptakteure in einer äußerst temporeichen, fast endlosen Zu-Fuß-Verfolgung durch die schmale Hinterhofgänge quer durch eine spießige Vorortsiedlung hetzen und beschließt die Szene mit einem tiefen Blick des einen (Bodhi) und wütenden Schüssen in die Luft des anderen (Utah) – fast wähnt man sich in einer Literaturverfilmung, so sind die zwei einander zugetan. Sie können nicht miteinander, aber ohne geht erst recht nicht. Was für ein tolles Dilemma. Mit „Gefährliche Brandung“ hat Kathryn Bigelow einen Meilenstein der Kinogeschichte gesetzt. (Kinotante Katrin)

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