Sonntag, 14. Oktober 2018 22:24 Uhr

100 Filme, die man gesehen haben muss: „True Romance“

Neues aus unserer losen Reihe „100 Filme, die man gesehen haben muss“. Heute: „True Romance“ – Eine brutale Spritztour von Regisseur Tony Scott, Drehbuch: Quentin Tarantino.

100 Filme, die man gesehen haben muss: "True Romance"

Christian Slater 2018. Foto: Joe Alvarez

Letzterer ist gerade dabei, seinen Film „Once Upon A Time In Hollywood“ fertigzustellen, bei dem es um die Morde der Manson Family geht. Die Manson Family war eine Gruppe von irren Mördern in den USA in den 1970ern. Auf deren Konto geht u.a. der Mord an der Schauspielerin Sharon Tate. Tarantino hat dieses Ereignis als Aufhänger in seinem Drehbuch für „Once Upon A Time In Hollywood“ gewählt, um sein Kaleidoskop in den 70ern in Los Angelos zu zeigen. Mit dabei sind Schauspieler wie Leo di Caprio und Brad Pitt. Heute werfen wir einen Blick auf einen Film, bei dem Tony Scott (der verstorbene Bruder von Regie-Ass Ridley Scott) Regie geführt hat und Quentin Tarantino für sein allererstes Drehbuch verantwortlich war: „True Romance“ aus dem Jahr 1993. Jetzt feiert der exzellente Roadmovie seinen 25. Jahrestag!

Tarantinos Handschrift ist in „True Romance“ schon sehr deutlich zu erkennen. Die Zutatenliste ist kurz und prägnant: exzellente Schauspieler, witzige Dialoge und ein leidenschaftlicher Hang zu Schmerz und aberwitzigen Gewaltszenen!

Die Geschichte startet im runtergekommenen Detroit. Der verpickelte Clarence (Christian Slater, 49, „Der Name der Rose“, „Nyphomaniac“) geht gern ins Kino, gern auch in nächtelange Mehrfachvorstellungen. Er ist ein Martial-Arts-Fan und so macht er es sich bequem, um für den Filmmarathon in Stimmung zu kommen. Im Kinosaal gesellt sich Alabama (Patricia Arquette, 50, „Bringing Out The Dead – Nächte der Erinnerung“, „Medium – Nichts bleibt verborgen“ zu ihm und Clarence kann sein Glück kaum fassen – mit Alabama hat er seine Seelenverwandte gefunden. Sie sitzen im Kino nebeneinander, haben sofort einen guten Draht zueinander, ach was, es funkt richtig und die beiden landen in der Kiste.

Mit einer Nutte auf der Flucht

Natürlich hat die Sachen einen Haken: Alabama ist eine Professionelle und die Nacht war ein Geburtstagsgeschenk von Drexl Spivey (Gary Oldman, 60, Sirus Black in „Harry Potter“, „Leon – Der Profi“, Oscar für „Die Dunkelste Stunde“). Drexl Spivey ist der Alabamas Zuhälter und mit Gary Oldman toll besetzt. Gut, Prostituierte lügen, das gehört zum gekauften Paket dazu – in „True Romance“ liegt die Wahrheit auf der komplett anderen Seite. Alabama liebt Clarence und umgekehrt – ist es nicht wunderbar – sie heiraten!

100 Filme, die man gesehen haben muss: "True Romance"

Foto: Warner Bros.

Doch so einfach lässt der Zuhälter seinen Goldesel nicht frei und so beschließt der frischgebackene Ehemann, den Luden umzubringen. Der Mordplan wird in einem Zwiegespräch mit dem toten Elvis (Val Kilmer) ausgeheckt – und wer könnte mehr wahre Romantik verkörpern als Elvis? Auf seinen Rat muss man hören, oder? Das von Tarantino gestrickte Unheil nimmt ab hier rasant Fahrt auf. Das mit dem Umbringen klappt, aber dann doch nicht so wie geplant. Allein dieses Treffen zwischen Clarence und Drexl mit dem irren Wechsel von Bedrohung, Stille und Tempo ist ein sehr dynamisches Kammerspiel, das Tarantino in seinen weiteren Arbeiten zur Perfektion gebracht hat.

Ein Katz-und-Maus-Spiel

Christian Slater und der großartige Gary Oldman liefern sich ein Katz-und-Maus-Spiel, von dem man überrascht ist, dass der Kreuzgefährliche den kürzeren zieht! Der verliebte Stümper Clarence verübt sogar zwei Morde und schnappt sich einen Koffer, von der er meint, dass Alabamas Klamotten drin sind. Pustekuchen, das Ding ist pickepackevoll mit Kokain. Und noch ein kleines Detail zeigt die Amateurhaftigkeit von Clarence: er verliert seinen Führerschein vor Ort. Die zwei Turteltauben glauben tatsächlich, den Stoff verkaufen zu können und brechen deshalb auf nach Los Angelos. Auf dem Weg dahin ziehen sie wegen dem verlorenen Führerschein eine Breitbandspur hinter sich her und zack stehen die nächsten unangenehmen Menschen – jetzt die Mafia – den Liebenden im Weg. Aber noch haben die beiden etwas Zeit in L.A., wo ein Käufer für die Drogen gefunden werden soll.

Clarence alter Schulfreund Dick Ritchie (der Schauspieler und Komiker Michael Rapaport, 48, „Prison Break“), soll den Kontakt herstellen. Dick wohnt genialerweise mit einem Nonstop-Kiffer zusammen: Floyd (Trommelwirbel! der nächste Superstar in einer 2-Minuten-Rolle: Brad Pitt). Und so mäandern alle zusammen auf einen Termin im Hotelzimmer zu, wo der Verkauf stattfinden soll. Bevor es zum großen Showdown kommt, zeigt Tarantino ein weiteres Mal, dass es erstens immer anders kommt und zweitens als man denkt: die Gewaltspirale zieht ordentlich an und wer dann auf wen im Hotelzimmer aufeinander trifft, sind natürlich nicht die, die man erwartet! Haben die zwei Looser endlich mal Glück? Kann das was werden, was so schief begann? Tarantino zeigt in seinem ersten Drehbuch, was ihm schlummert: sehr witzige Dialoge, schräge Charaktere und sein Händchen für irre Gewaltszenen.

Zu den weiteren Stars des Films – u.a. mit einprägsamen Schlüsselszenen, die hier unerwähnt blieben – gehören ferner: Christopher Walken, Dennis Hopper, James Gandolfini. Cameoauftritte gibt es neben Brad Pitt auch von Tom Sizemore, Saul Rubinek und Bronson Pinchot. (Kinotante Katrin)

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