Sonntag, 6. Januar 2019 15:53 Uhr

100 Filme, die total überbewertet sind: „Titanic“

Das Ende naht. Foto: 20th Century Fox

Wöchentlich starten hunderte von Filmen in den Kinos. Einige davon werden zu Erfolgen an der Kinokasse. Aber was heißt das schon? Ob ein Film finanziell erfolgreich war, interessiert uns in unsere neuen Reihe „100 Filme, die total überbewertet wurden“ aber überhaupt nicht. Unsere Kinotante Katrin sieht dorthin, wo es weh tut. Vorweg: Die Meinung von Kinotante Katrin ist nicht zwingend die Meinung der Redaktion…

100 Filme, die total überbewertet sind: "Titanic"

Am Set. Foto: 20th Century Fox

Heute „Titanic“, 1997, Min. Regie: James Cameron, Darsteller: Kate Winslet, Leonardo di Caprio, Bill Paxton, Kathy Bates

Die Story: Ein Luxusdampfer mit 3 Reiseklassen legt in Southhampton ab und kommt nie in New York City an. In der 1. Klasse reisen die Schnösel mit Geld, die 2. Klasse ist so lala und in der Holzklasse drängen sich die Auswanderer, die Armen. Jeder weiß, dass die Titanic 1912 auf ihrer Jungfernfahrt einen Eisberg gerammt hat und untergegangen ist. Auf dem Ozeandampfer lernen sich Rose DeWitt Bukater (Kate Winslet) und Jack Dawson (Leonardo di Caprio) kennen.

100 Filme, die total überbewertet sind: "Titanic"

Hier war noch alles in Butter. Foto: 20th Century Fox

Da hockt kreuzunglücklich in Klasse 1 Rose, die Tochter aus gutem Hause, zwangsverlobt mit einem reichen Heini, Cal Hockley (Billy Zane). Ordentlich ein paar Stockwerke tiefer hausiert Jack, ein mittelloser Künstler mit einem Hang zu Abenteuern. Rose will über Bord springen, Jack rettet sie und die beiden werden ein Paar.

Dann übernimmt die Natur in Form eines Eisberges, der Pott geht unter, Rose wird gerettet und Jack nicht.

Altbackene Liebesgeschichte?

Die „Titanic“ von James Cameron führt unsere Reihe, „100 Filme, die überbewertet wurden“ an, weil der Film fast ausschließlich ermüdend detailverliebt und gigantomanisch technikvernarrt ist. Die Liebesgeschichte, die das Herz des Films sein soll, ist dagegen so altbacken und sieht wie reingedengelt aus, weil ja auch noch ein bisschen Inhalt in diesen Film muss. Und so entsteht ein sehr schiefes Vehikel um all den Technikkram herum und mäandert über 3 Stunden vor sich hin, nur um zu zeigen welche Mühen, Kosten, Extratanks nicht gescheut wurden und welches Teil wo und warum nachgebaut wurde zu welchem Zweck usw. usf.

100 Filme, die total überbewertet sind: "Titanic"

Am Set des Forschungsschiffes. Foto: 20th Century Fox

Zu viele Mankos

„Titanic“ hat viele Mankos: das problematischste sind schon die 3 Stunden und 15 Minuten mit einer Einschlafgarantie per excellence! Dann erzählt der Film ewig nichts, sondern geht dem Hang des Regisseurs James Cameron nach, alles, einfach alles auszuwalzen und sehr detailverliebt zu zeigen – etwa die 30 Mio. Einrichtungsgegenstände, inklusive wirklich aller Teppiche und jeden Mokkalöffel auf jedem Tässchen – was das Bötchen so an Board hat. Storytelling sieht anders aus.

100 Filme, die total überbewertet sind: "Titanic"

Das Ende naht. Foto: 20th Century Fox

Die Pippifax-Zwei-Klassen-Love-Story passt bestenfalls in ein Kammerspiel und seien wir mal ehrlich: wen interessiert das?* Und was einen echt fertig macht ist das Warten: Wann sinkt der Pott endlich? (Hier geht’s zum Echtzeit-Untergang!)

Obwohl, der Abspann hält die triefende Heulbojenschmonzette „My Heart Will Go On“ bereit – Oh dear…

100 Filme, die total überbewertet sind: "Titanic"

Die Handlung kippt. Foto: 20th Century Fox

Fazit: „Titanic“ ist viel Chichi mit einer spanplattendünnen Story. Ein Lebenszeiträuber. (Kinotante Katrin)

*) Insgesamt sahen in Deutschland seit dem Kinostart 1998 1,8 Millionen ‚Titanic‘. Damit ist der Film auf Platz 2 der meistgesehenen Filme hierzulande zwischen 1963 und 2018.

100 Filme, die total überbewertet sind: "Titanic"

Abgang Jack. Foto: 20th Century Fox

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