15.000 Berliner Haushalte nach Feuer ohne Strom

Die Brücke mit der beschädigten Stromleitung nahe der S-Bahn-Station Schönhauser Allee in Berlin.
Die Brücke mit der beschädigten Stromleitung nahe der S-Bahn-Station Schönhauser Allee in Berlin.

Fabian Sommer/dpa

02.10.2021 16:52 Uhr

In der Nacht zu Samstag brannte eine Starkstromleitung in Berlin. Dicke Rohre standen komplett in Flammen. War es Brandstiftung? Die Ermittlungen laufen.

Wegen einer mutmaßlichen Brandstiftung an einer Starkstromleitung in Berlin sind in der Nacht zu Samstag etwa 15.000 Haushalte ohne Strom gewesen. Zum Teil dauerte der Stromausfall auch am Samstag noch an.

Dicke Rohre, die an der Dänenstraße den S-Bahnring überqueren und zwischen denen Kabel verlaufen, standen komplett in Flammen, wie die Polizei mitteilte. Zunächst war von einer nahe gelegenen Fußgängerbrücke die Rede gewesen.

Die Hintergründe des Feuers waren am Samstag laut Polizei zunächst noch nicht vollständig geklärt. Die Kriminalpolizei schloss sowohl eine gezielte Brandstiftung wie auch eine fahrlässige, also versehentliche Brandstiftung nicht aus. Gleichzeitig prüfte auch der für extremistische Taten zuständige Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA), ob es ein politisches Motiv gegeben haben könnte.

Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei im Land (GdP), Benjamin Jendro, twitterte: „Das ist keine politische Meinungsäußerung. Wer Brandanschläge auf wichtige Bestandteile unserer Infra- und Versorgungsstruktur verübt, handelt absolut sinnfrei und greift unser demokratisches Zusammenleben an. Diese extremistischen Anschläge fordern vielleicht keine Menschenleben, sind aber dennoch ein perfider Versuch zu destabilisieren, was man nicht kleinreden sollte.“

Brandanschläge auf Versorgungseinrichtungen in Berlin sind schon mehrfach vorgekommen. Die Täter waren laut Bekennerschreiben im Internet oft Linksextremisten. Im Oktober vor einem Jahr gab es einen Brandanschlag auf Kabelverbindungen der S-Bahn nahe dem Bahnhof Frankfurter Allee. Der S-Bahn-Verkehr war lange gestört.