23-Jährigem droht nach tödlicher Autobahn-Raserei lange Haft

Die Scheinwerfer vorbeifahrender Fahrzeuge ziehen auf einer Autobahn ihre Lichtspuren durch die hereinbrechende Dunkelheit (Aufnahme mit Langzeitbelichtung).

Boris Roessler/dpa

20.01.2021 08:40 Uhr

Mit mehr als Tempo 200 soll ein Mann auf der Autobahn in einen vorausfahrenden Wagen gerast sein. Der gerammte Fahrer war binnen kürzester Zeit tot. Nun muss der Autobahn-Raser vor Gericht.

Wegen Totschlags durch seine Raserei auf der Autobahn muss sich ab Mittwoch (9.15 Uhr) ein 23-Jähriger vor dem Ingolstädter Landgericht verantworten.

Der Mann soll im Oktober 2019 bei Manching nahe Ingolstadt auf der A9 mit seinem hochmotorisierten Fahrzeug auf der Überholspur mit weit mehr als 200 Kilometern pro Stunde in einen vorausfahrenden Wagen gekracht sein. Der 22 Jahre alte Fahrer des gerammten Autos starb noch vor Ort.

Bereits im vergangenen Jahr hatte ein Prozess deswegen begonnen. Im Laufe des Verfahrens fiel allerdings ein Beteiligter längerfristig aus, so dass der Prozess abgesetzt werden musste. Nun startet das Strafverfahren von vorne. Es sind zehn Verhandlungstage bis Ende März geplant. Der angeklagte Deutsche muss sich wegen Totschlags und wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens verantworten. Er hatte in dem damaligen Prozess zugegeben, dass er das andere Auto gerammt habe, und sein tiefes Bedauern über den Tod des 22-Jährigen betont.

Seinen Verteidigern dürfte es in dem neuen Prozess insbesondere darum gehen, die juristischen Vorwürfe zu entkräften, um eine mildere Strafe zu erreichen. Denn früher wurde ähnliche Verkehrsstraftaten oftmals nur als fahrlässige Tötung an den Amtsgerichten angeklagt. Doch die Staatsanwaltschaften verfolgen seit einigen Jahren eine härtere Linie. Erst vor wenigen Tagen hatte in München ein Mordprozess gegen einen 35-Jährigen begonnen, der auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle einen Jugendlichen totgefahren haben soll.

Zudem werden seit 2017 illegale Autorennen als Straftat schwerer sanktioniert. Als verbotenes Rennen wird nach dem damals geschaffenen Paragrafen nicht nur ein Wettbewerb zwischen zwei oder mehr Fahrern auf öffentlichen Straßen definiert. Auch ein Autofahrer, der allein mit seinem Wagen unterwegs ist, „um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen“, kann danach verurteilt werden. Wenn ein anderer Mensch ums Leben kommt, drohen ihm allein wegen des Raserparagrafen bis zu zehn Jahre Haft.

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