01.08.2020 10:49 Uhr

90 Mio User sehen schwarz: Trump will TikTok verbieten

Alles gefälligst nach seinem Kommando! In der Rolle des diktatorischen Herrschers gefällt sich Donald Trump bekanntermaßen. Heute will der US-Präsident das Video-Netzwerk TikTok verbieten lassen.

imago images / MediaPunch

Der 45. Präsident der USA erklärte Freitagabend (Ortszeit) vor Journalisten an Bord der Air Force One, er beabsichtige, die chinesische Video-Sharing-App TikTok in den USA quasi zu verbieten. Und zwar im ünblichen Trumpschen Hau-Ruck-Verfahren.

„Was TikTok betrifft, verbieten wir sie aus den USA“, sagte Donald Trump gegenüber Reportern an Bord der Air Force One. „Nun, ich habe diese Macht“, triumphierte er. Noch heute wolle er Berichten zufolge das entsprechende Dekret verkünden: „Ich werde den Beschluss morgen unterzeichnen“. Trump erklärte ebenso kategorisch, dass er gleichzeitig überhaupt nicht dafür sei, dass ein US-Unternehmen den amerikanischen Betrieb von TikTok kaufe. Erst Am Freitag verkündete der US-Softwareriese Microsoft angeblich sein Interesse.

TikTok hat 1 Milliarde Nutzer

Die besonders bei Heranwachsenden beliebte Plattform gehört der chinesischen Plattform Bytedance. Trump – wie auch andere US-Politiker – haben Sorge, dass TikTok private Nutzer-Informationen über chinesische Geheimdienste an die Kommunistischen Partei Chinas weiterreichen könnten. In den USA gibt es 89 Millionen Nutzer. Weltweit hat das Netzwerk für Miniclips fast eine Milliarde Nutzer.

90 Mio User sehen schwarz: Trump will TikTok verbieten

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Einmischung in den Wahlkampf?

Hinzu kommt, dass sich einige republikanischen Senatoren zuletzt ebenso besorgt gezeigt hätten, dass sich China über das Netzwerk TikTok in den Präsidentschaftswahlkampf einmische. Auch US-Behörden hätten entsprechende Bedenken geäußert.

Hinzu kommt wohl aus Trumps Sicht wohl eher ein anderer Aspekt: Ende Juni hatte womöglich auch ein gezielt orchestrierter Aufruf über TikTok zu niedrigen Besucherzahlen bei einem Wahlkampfauftritt von Trump in Tulsa geführt. Die Veranstaltungshalle war nicht mal zur Hälfte gefüllt.

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„Luftkäufe“ beim Merchandising

So hätten sich laut „Welt“ Nutzer vorgenommen, durch weitere Aktivitäten die Niederlage des US-Präsidenten bei der Präsidentenwahl 2020*herbeizuführen. So hätten es die die „Online-Aktivisten“ auch auf Merchandising-Produkte von Trump abgesehen. In einem Tiktok-Video wird erläutert wie die sogenannten „Luftkäufe“ funktionieren könnten: T-Shirts und Baseballkappen in die Warenkörbe legen, aber nicht kaufen. So würden „Make America Great Again“-Produkte quasi aus dem Verkaufsprozess genommen, ohne diese jedoch zu erwerben.

Bytedance will Teile abspalten

ByteDance hatte 2017 die in China entwickelte App Music.ly für eine Milliarde Dollar gekauft und 2018 unter dem Namen TikTok an den Markt gebracht. Wegen der zunehmenden Bedenken im Ausland bemüht sich das Unternehmen Bytedance Berichten zufolge länger, die Plattform von der chinesischen Mutter abzuspalten.

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