Mittwoch, 1. Mai 2019 19:31 Uhr

90er Jahre Rapper Nana über Lou Bega und das Dschungelcamp

Mitte der 90er mischte Rapper Nana (50) mit Hits wie „Lonley“, „He’s Comin'“ oder auch „Remember the Time“ die Charts und auch das damalige VIVA-Programm auf. Auch wenn es in der Zwischenzeit ruhig um den Hamburger geworden ist,  denkt er noch immer nicht ans Aufhören. klatsch-tratsch.de hat sich mit ihm zum Talk getroffen.

90er Jahre Rapper Nana über Lou Bega und das Dschungelcamp

Foto: Karla Wagner/ klatsch-tratsch.de

Deine großen Erfolge hast du in den 90ern gefeiert. Dann hat man sehr lange nichts mehr von dir gehört. Was hast du in der Zwischenzeit gemacht?
Ich bin ganz viel gereist. Dann habe ich zwischenzeitlich bei einem Musikverlag gearbeitet und habe dort Talente unter Vertrag genommen. Jetzt bin ich aber seit einigen Jahren viel unterwegs in Europa und Asien und mache meine Gigs und Konzerte.

Für einige gehörst du ja im weitesten Sinne zu den Vorreitern im deutschen Hip-Hop Business. Was denkst du heutzutage, wenn du deutschen Rap hörst?
Also ich sehe mich jetzt nicht als Vorreiter im deutschen Hip-Hop-Bereich. Was ich allerdings sehe, ist eine sehr gute Entwicklung in diesem Bereich. Ich komme aus einer Zeit, in der wir unterwegs waren und die Fantastischen Vier vor uns aufgetreten sind. Diese Entwicklung von damals bis hin zu heute macht mich besonders stolz. Am Anfang konnte ich mit Deutschrap nicht so viel anfangen, weil ich mehr auf die amerikanischen Sachen stand. Irgendwann wurde es aber super interessant in dem Bereich und ich habe es sehr intensiv verfolgt. Es ist wirklich schön, zu sehen, wie gut sich Deutschrap mittlerweile entwickelt hat.

Es ist auch sehr interessant zu sehen, dass die Charts noch nie so sehr von Hip-Hop dominiert wurden wie heutzutage.
Ja klar. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Deutschrap seinen Weg gegangen ist und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Mit welchen Künstlern von damals hast du noch Kontakt?
Tatsächlich mit fast allen. Toni Cottura und vielen aus Booya-Crew.  Dr. Alban sehe ich hin und wieder mal, Lazy von Mr President, Haddaway. Mit Lou Bega telefoniere ich regelmäßig.

Aktuell ist es so, dass ganz viele Stars aus den 90ern ein Comeback starten. Über welches Comeback würdest du dich am meisten freuen?
Am meisten über meines. Aus dem einfachen Grund, weil ein Comeback nicht einfach ist. Ich habe das Glück, dass ich von früher noch ein paar Klassiker habe, mit denen ich immer noch Geld verdiene. Denn wenn Leute mich buchen, dann wollen sie diese Hits von damals auch hören. Es ist definitiv nicht einfach, da ich auch immer sehr hohe Ansprüche an mich selbst habe, aber ich würde es mir trotzdem zutrauen.

90er Jahre Rapper Nana über Lou Bega und das Dschungelcamp

Foto: Karla Wagner/ klatsch-tratsch.de

Gibt es denn schon neue Musik, die bei dir in den Startlöchern steht?
Ja, schon, aber ich möchte da noch nicht zu viel verraten. Was ich allerdings sagen kann ist, dass ich selbst eine kleine Sendung plane. Es geht in Richtung Podcast. Mehr kann ich aber noch nicht dazu sagen.

Deine großen Hits sind auf englisch. Jetzt hast du aber eine Single auf deutsch herausgebracht. Wie sieht es zukünftig aus? Möchtest du mehr deutsche Songs machen?
Es ist noch nichts geplant. Tatsächlich bin ich von vielen Kollegen und Produzenten gefragt worden, ob ich jetzt eher deutsche Songs machen möchte. Aber in erster Linie ist Englisch meine Sprache. Ich klinge auf englisch besser, als auf deutsch und ich habe eine internationale Fanbase. Inzwischen mache ich meine Gigs zu 98% im Ausland und nur 2% in Deutschland. Was bedeutet, dass der Großteil meiner Fans, nicht verstehen würden, was ich singe, wenn meine Songs auf deutsch wären. Aus Spaß würde ich bestimmt mal wieder was deutsches singen, aber das ist nicht mein Steckenpferd. Das überlasse ich wirklich den Jungs und Mädels, die das seit Jahren bisher sehr gut machen.

Mit welchen Gedanken denkst du an die 90er Jahren zurück? Gerade heutzutage wenn viele Elemente aus der Zeit zurückkehren – sei es die Mode, Entwicklung oder die Comebacks der 90er Stars.
Ich bin grundsätzlich jemand, der immer nach vorne prescht. Ich schaue kaum zurück, weil es viel wichtiger ist, was jetzt gerade präsent ist und was vielleicht morgen passiert. Es war eine schöne Zeit. Wir haben sehr viel Geld verdient, da damals die Musikbranche noch in Ordnung war und wir viele CDs verkauft haben. Da war das Internet auch noch nicht so präsent und als es dann immer mehr kam, hat es viel kaputt gemacht. War für mich aber auch gut, und ich habe angefangen mich mehr damit zu beschäftigen, um auch immer am Ball zu bleiben, weil ich grundsätzlich ein sehr neugieriger Mensch bin. Deswegen schaue ich nicht gerne zurück, ich freue mich zwar über vergangene Momente, aber ich freue mich mehr über Dinge die gerade passieren oder zukünftig noch kommen.

Was du gerade beschreibst, ist ja die Entwicklung, dass immer mehr Künstler auch aktiver im Internet sind mit verschiedenen Channels oder auch Reality TV. Könntest du dir vorstellen, auch bei einer Reality Sendung mitzumachen?
Ich habe in all den Jahren schon viele Angebote bekommen bei Reality Shows mitzumachen, aber ich habe sie alle abgelehnt. Inzwischen muss ich selbst eingestehen, dass es schon helfen kann dadurch mehr Publicity zu erreichen, auch wenn du wirklich gut darin bist, in dem was du tust. Ich würde jetzt persönlich nicht in den Dschungel gehen und irgendeinen Müll essen. Das ist definitiv nicht mein Ding. Ich finde, das geht mir zu sehr unter die Gürtellinie. Aber es gibt ein paar Sachen, die ich vor ein paar Jahren auf gar keinen Fall gemacht hätte, aber die ich heute mittlerweile machen würde. Einfach aus dem Grund, dass es mir nützlich sein kann, meine Bekanntheit wieder zu steigern.

Quelle: instagram.com

Was wären das für Formate?
Keine Ahnung, ich lese keine Zeitung, ich schaue kein Fernsehen, ich weiß nicht, welche Formate jetzt noch angesagt sind. Damit müsste ich mich erst einmal beschäftigen, wenn so eine Anfrage kommt. Grundsätzlich bin ich aber offener, als noch vor ein paar Jahren. Jedoch sollte das Format einen hohen und qualitativen Standard haben. Ich würde jetzt nicht irgendwas machen, um auf biegen und brechen mehr Publicity zu erreichen. Da bleibe ich lieber Zuhause und mache Netflix an und chille. (lacht)

Was war dein abgefahrenstes Fan-Erlebnis ?
Mir hat mal ein Fan aus der Schweiz einen Kuchen gebacken und da war mein Logo drauf. Das kam so unerwartet. Klingt jetzt etwas unspektakulär, aber ich fand das echt cool, da er sich die Mühe gemacht hat, damit extra zum Konzert gekommen ist und er es geschafft hat mir das Ding in die Hand zu drücken. Das fand ich schon echt richtig toll.

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