Abschied vom „heute journal“: Die letzten Worte von Claus Kleber

SpotOn NewsSpotOn News | 31.12.2021, 09:17 Uhr
Claus Kleber wird künftig nicht mehr im "heute journal" zu sehen sein. (wue/spot)
Claus Kleber wird künftig nicht mehr im "heute journal" zu sehen sein. (wue/spot)

ZDF / Klaus Weddig / Dirk Staudt

Die letzte "heute journal"-Ausgabe des Jahres 2021 war am Donnerstagabend auch die finale Sendung von Claus Kleber. So lief der Abschied.

Am 30. Dezember 2021 hat Claus Kleber (66) nach nahezu 3.000 Sendungen zum letzten Mal die Zuschauerinnen und Zuschauer durch das „heute journal“ im ZDF geführt. Zum Auftakt hielt der Journalist und Moderator einen Zettel mit der Zahl 2.977 in die Kamera.

„So, mehr wird’s nicht. 2.977 Mal, heute zum letzten. Guten Abend“, begrüßte Kleber das TV-Publikum und wirkte sichtlich bewegt. „Lieber Claus, du warst nicht nur einfach unser Chef und Moderator, du bist und warst Herz und Seele dieser Sendung und dieser Redaktion“, hieß es später in einem humorvollen Einspieler, in dem Kleber auch als „unser Inspirator und Motivator“ bezeichnet wurde.

„Mit Sorgen nach vorne schauen“

Nach dem kurzen Clip richtete Kleber mit ernsten Worten noch einen Appell an die Zuschauerinnen und Zuschauer. „Ein bisschen ernst muss es noch werden: Wer sich hier jeden Tag einen Reim auf die Nachrichten macht, der kann nicht anders als mit Sorgen nach vorne schauen“, erklärte der Moderator. „Die Pandemie lässt viel Leid zurück, aber die wird vorübergehen – anderes nicht. Was an der ukrainischen Grenze passiert und im Baltikum irgendwann passieren könnte, die harte Linie von China, die Demontage der Demokratie in Amerika, die sich immer weiter frisst und die europäische Idee, die ihren Schwung verloren hat – wie auch manches bei uns.“

„Das müsste alles nicht sein“, erklärte Kleber. Die Menschen hätten unter anderem Wissen, Erfahrung und Technik, „um das alles zu meistern“. Erstmals seien „unsere Werkzeuge so mächtig wie unsere Probleme. Das kann was werden. Aber ohne eine engagierte, informierte Öffentlichkeit wird es nichts. Und deshalb muss es Redaktionen geben, wie die Menschen hinter dieser Sendung – leidenschaftliche Profis, die jeden Morgen antreten können mit dem einzigen Ziel, die bestmögliche Sendung zu machen.“

Dies nütze jedoch nichts, „wenn wir Sie nicht überzeugen können“, meinte Kleber weiter. „Das hier ist alles ein bisschen Videozirkus, wenn Sie sich nicht die Zeit und die Mühe nehmen, sich mit unserer Arbeit zu beschäftigen. Engagiert und kritisch. Mit dem Vertrauen, das wir uns hier jeden Tag verdienen müssen.“

Ab und an änderten sich „die Nasen, die hier vorne stehen“. Seine Kollegin Gundula Gause (56) bleibe, er gehe und Christian Sievers (52) komme. Zuletzt sagte Kleber: „Good night and good luck und ein gutes neues Jahr. Vor allem vielen Dank allen hier. Bis bald.“ Ab dem 10. Januar wird Sievers als Klebers Nachfolger zu sehen sein.