21.09.2020 21:55 Uhr

Ach? Laute Musik macht Alkohol süßer und die Angst vor leeren Gläsern gibt’s wirklich!?

Wenn man im Freundeskreis glänzen will: "Unnützes Alkoholwissen" heißt ein phantastisches neues Buch, das unter anderem verrät, wie viele Trauben ungefähr eine Flasche Wein enthält.

Foto: Kzenon/Shutterstock

Wer hätte es gewusst? Eine Flasche Wein enthält etwa 600 Trauben, der Gin wurde ins Tonic gemischt, um das Tonic Water geschmacklich zu verbessern und nicht andersrum, der „Kater“ ist ein verballhorntes „Katarrh“, Ernest Hemingway erfand den „Death in the Afternoon“ (Tod am Nachmittag), der aus Champagner und Absinth besteht.

Angst vor leeren Gläsern

1908 wurde in Sachsen die letzte Frau hingerichtet, weil sie ihrem Verlobten Zyankali in den Eierlikör getan hatte und die Angst vor leeren Gläsern heißt „Cenosillicaphobie“. Oder auch das hier überrascht: Das „Eigenbrauer-Syndrom „ist eine seltene Darmerkrankung, bei der die Mikrobiologie des Darms gestört ist. Es siedeln sich Hefepilze an, die Alkohol produzieren und so zu einer dauernden Alkoholisierung der Erkrankten führen.

Laute Musik macht Alkohol süßer und die Angst vor leeren Gläsern gibt's wirklich!

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Der Barkeeper, der es wissen muss

Hunderte Wissensschnipsel dieser Art finden sich im neuen Buch „Unnützes Alkoholwissen“ von Julian Nebel (36). Der studierte Jurist arbeitet beim Riva-Verlag in München, war aber auch lange Barkeeper.

Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation starben im
Jahr 2012 mehr als 3,3 Millionen Menschen an den Folgen von Alkoholkonsum.

In dem possierlichen kleinen Band, das auch ein Weinglossar enthält, lernen Leser darüber hinaus: „Das Wort ‚Prost‘ kommt ursprünglich vom lateinischen ‚Prosit‘: ‚Es möge nützen.'“ Es sei über Studenten in den allgemeinen Sprachgebrauch gelangt.

In Nigeria wird mehr Guiness getrunken

Außerdem: „Im 16. Jahrhundert wurden Sachsen, Brandenburg, Pommern und Mecklenburg ‚die großen Trinklande‘ genannt.“ Und: „Mehr Guinness als in Irland wird in Nigeria getrunken“, „Das meistverkaufte Bier der Welt ist Snow Beer aus China“ und „Die älteste noch existierende Brauerei der Welt befindet sich im bayerischen Weihenstephan“ – seit dem Jahr 1040 nämlich.

Eine Studie der englischen Universität von Portsmouth kam zum Ergebnis, dass Alkohol bei lauter Musik süßer schmeckt
und daher in größeren Mengen getrunken wird.

Einige Trinkerweisheiten sind auch richtig analytisch: „Parallel zum englischen Oberschichtenalkoholismus entstand im Zeitalter der Industrialisierung der Elendsalkoholismus in Kontinentaleuropa. Schnaps wurde für ausgebeutete Arbeiter häufig Lohnbestandteil, was den Elendsalkoholismus noch förderte. Besonders ausgeprägt war er in Preußen, den USA, in Skandinavien, Großbritannien und Irland. Wenig anfällig für den Elendsalkoholismus waren Bayern und Italien – beides Länder, in denen Bier und Wein immer schon als Nahrungsmittel, nicht als Genussmittel, galten.“

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Das ultimative Mittel gegen Kater

Tipp zum Schluss unseres kleinen Buch-Exkurses: Das beste Mittel gegen Kater ist – außer schlicht gar keinen Alkohol zu trinken –, dem Körper während und nach dem Trinken ausreichend und konstant Wasser zuzuführen und vor dem Zubettgehen noch ein großes Glas Mineralwasser zu trinken. Der Konsum zuckerhaltiger Alkoholika verschlimmert den Kater.

Julian Nebel: Unnützes Alkoholwissen, Riva Verlag, 176 S., Euro 9,99, ISBN: 978-3-7423-1462-8

Laute Musik macht Alkohol süßer und die Angst vor leeren Gläsern gibt's wirklich!

Riva-Verlag

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