NiedersachsenVideo: Achtjähriger nach acht Tagen in Gully wiedergefunden! Er lebt!

dpadpa | 25.06.2022, 09:28 Uhr

Beispielfoto: Dini Gemelli/Shutterstock

Der geistig behinderte Junge war am vergangenen Freitag zum letzten Mal gesehen worden. Nun wurde er wiedergefunden. Die Polizei teilt mit: „Der 8-jährige Joe lebt“.

Gut eine Woche nach seinem Verschwinden ist ein achtjähriger Junge aus Oldenburg am Samstagmorgen in einem Gully gefunden worden.

„Der 8-jährige Joe lebt. Er wurde soeben in Oldenburg in einem Gully aufgefunden. Aktuell wird er in ein Krankenhaus gebracht und dort versorgt“, teilte die Polizei bei Twitter mit.

Der geistig behinderte Junge war am Freitag vergangener Woche (17.6.) zum letzten Mal gesehen worden. Am Donnerstag sprach die Polizei von Hinweisen, dass er Opfer eines Verbrechens geworden sein könnte.

Wie ist der Junge in den Kanal gekommen?

Ein Spaziergänger hatte um 6.22 Uhr in der Oldenburger Kranichstraße Geräusche unter einem Kanaldeckel vernommen und umgehend Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste alarmiert. Die Einsatzkräfte öffneten daraufhin den Kanaldeckel und fanden den Jungen äußerlich unverletzt vor. Joe wurde versorgt und in ein Oldenburger Krankenhaus gebracht. Laut Polizei befinde sich der Fundort nur 300 Meter von seinem Zuhause entfernt.

Wie der Achtjährige in den Kanal geraten ist, wird nun Gegenstand weiterer polizeilicher Ermittlungen sein.



Zusätzlich zu der Sonderorganisation, die die Suche organisierte, war schon eine Mordkommission gebildet worden. Menschen in der niedersächsischen Universitätsstadt und deutschlandweit bangten um den Jungen.

Aufwändige Suche

Unmittelbar nach Eingang der Vermisstenmeldung hatten die Beamten Kontakt zu den Eltern des Jungen aufgenommen und Zeugen befragt. Zeitgleich veröffentlichte die Polizei eine Fahndung nach Joe, in die auch die umliegenden Polizeiinspektionen einbezogen wurden.

Mit Beginn der Öffentlichkeitsfahndung ging bei der Polizei eine Vielzahl an Hinweisen ein, die von den Beamten überprüft worden sind. Mit großem Kräfteansatz wurden in den vergangenen Tagen Bereiche rund um den Wohnort des Jungen im Oldenburger Stadtnorden sowie in verschiedenen weiteren Stadtteilen, bis hin in den nahen Landkreis Ammerland, durchsucht. Die Beamten der Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland wurden dabei von Angehörigen anderer Polizeidienststellen, externen Behörden und Institutionen wie Feuerwehren und Rettungsdiensten, aber auch privat organisierten Suchtrupps und freiwilligen Helferinnen und Helfern unterstützt.

Deshalb wurde die ursprüngliche Annahme, das Kind könnte sich bewusst versteckt halten, in den vergangenen Tagen damit zunehmend unwahrscheinlich.

Von Anfang an erstreckten sich die Ermittlungen der Beamten in alle denkbaren Richtungen. Neben dem Vermisstenfall wurde auch ein Unglücksfall oder ein Gewaltverbrechen zu keinem Zeitpunkt ausgeschlossen.

Aufgrund des Hinweises eines Zeugen ergab sich zuletzt der Verdacht, das Joe Opfer einer Straftat geworden sein könnte.

(dpa/K&T)