Alexander Klaws: Schwere Anklage gegen das Corona-Krisenmanagement

Alexander Klaws zeigt sich empört über Corona-Krisenmanagement
Alexander Klaws zeigt sich empört über Corona-Krisenmanagement

IMAGO / Future Image

03.03.2021 08:43 Uhr

Ex-DSDS-Sieger Alexander Klaws hat sich über das Krisenmanagement in Deutschland beklagt. So deutlich hat sich bislang noch kein Künstler geäußert.

Der 37-Jährige wurde 2003 als Sieger der ersten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ bekannt. Seit einigen Jahren ist er fester Teil der deutschen Musical-Szene und spielte bereits einige Hauptrollen. Aktuell sind ihm aber wegen der Coronakrise die Hände gebunden.

Klaws klagt Ignoranz an

Und genau deswegen meldete sich Alexander Klaws jetzt mit einem äußerst kritischen Statement auf Facebook zu Wort. „Ungefiltert aus tiefstem Herzen“, leitet der Musiker seinen Text ein. Gerade Kunstschaffende würden sich am längsten mittlerweile im Lockdown befinden: „Diese Ignoranz und fehlerhafte Außendarstellung.“ Das mache ihn „nur noch wütend“. Und weiter erklärte der Sänger: „Es ist, als lebe man als Künstler dieser Tage in einer Art Paralleluniversum, in dem man von der Politik als systemirrelevant zur Seite geschoben bzw. komplett ignoriert wird.“

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Künstler zu Bettlern degradiert

Angekündigte Hilfen würden oft nicht ankommen, da sie „durch ein von der Politik konstruiertes Raster“ fallen würden. Und weiter unterstreicht der Musical-Star: „Als Dank dafür werden wir – teilweise nicht mal – mit Arbeitslosengeld abgespeist, obwohl fast alle unterschriebene Verträge zu Hause herumliegen haben, die wir [jedoch] nicht erfüllen dürfen.“

„Wir leben doch angeblich in einem Sozial-Staat – was ist denn bitte ’sozial‘ daran, den Künstlern und Arbeitern in der Veranstaltungsbranche, seit 1!!! Jahr die Arbeit zu verbieten, ohne ihnen im Gegenzug gerechte, finanzielle Hilfen anzubieten?! Und zwar für JEDEN!“ Wahre Worte!

Kritik an Corona-Warn-App

Klaws fügte an anderer Stelle hinzu: „Liebe Regierung: Wenn es ums Steuern zahlen geht, hält der Staat immer fleißig und vor allem pünktlich die Hand auf. Und nebenbei erwähnt, ich zahle gerne meine Steuern. Wenn man nun den Spieß aber mal umdreht, dass man als ehrlicher, immer pünktlich seine Steuern zahlender Bürger, einen Ausgleich dafür erwartet, dass man nicht arbeiten DARF, wird man abschätzig ausgelacht.
Warum gibt es keine prozentualen Hilfen gemessen an den 2 Jahren vor Corona (wie zB. In der CH wo man von den Jahren 2018/2019 im Schnitt 80% bekommt) oder was man zB. während Corona verdient hätte. Warum bekommt nicht jeder einen Steuererlass, anstatt mit diesem Geld irgendwelche milliardenverschlingenden Corona-Warn-Apps zu entwickeln, die sowieso nicht funktionieren!!! Neuerdings sogar mit Tagebuch-Funktion…“

Abrechnung mit der Showbranche 2020

Schon vor einem Jahr hatte Klaws sich über den Zustand der Musikbranche beschwert. Während die Preise der Eintrittskarten immer weiter steigen würden, säßen „anstelle eines Orchesters nur noch 5-Köpfige Bands“ im Orchestergraben. „Wir erleben gerade was passiert, wenn man schlicht am falschen Ende spart, oder teilweise dem Publikum versucht wird ein Toyota, als Ferrari zu verkaufen“, erklärte das Multitalent. „Investiert in die Qualität, investiert in die Kunst, die unsere und eure Welt für ein paar Stunden im Alltag schöner macht!“, riet er den Verantwortlichen. „Macht es richtig – oder lasst es bleiben!“, beendete er seine Ansprache.