Drohendes Gefängnis bereite ihm AngstAlfons Schuhbeck legt erneutes Geständnis vor Gericht ab

Alfons Schuhbeck vor dem Landgericht in München. (dr/spot)
Alfons Schuhbeck vor dem Landgericht in München. (dr/spot)

imago/Sven Simon

SpotOn NewsSpotOn News | 14.10.2022, 12:00 Uhr

Jetzt also doch: Alfons Schuhbeck räumt am dritten Verhandlungstag Manipulationen in seinem ehemaligen Nobel-Restaurant "Südtiroler Stuben" ein. Bereits tags zuvor legte er ein Teilgeständnis ab. Dem Starkoch droht eine Gefängnisstrafe wegen Steuerhinterziehung.

Der Starkoch Alfons Schuhbeck (73) bricht vor Gericht erneut sein Schweigen. Wie unter anderem der Bayerische Rundfunk berichtet, legte er am dritten Prozesstag ein weiteres Teilgeständnis ab. Auch in seinem Restaurant "Südtiroler Stuben" in München seien fehlende Rechnungen auf eine Manipulation des Kassensystems zurückzuführen, die er selbst veranlasst habe. "Es gibt hier keinen fremden Dritten, der hierfür verantwortlich ist", sagte Schuhbeck dem Bericht zufolge.

Zudem bat er um Entschuldigung, dass er dieses Vergehen nicht schon bei seinem ersten Teilgeständnis eingeräumt habe. Er stehe unter einer "großen Belastung". "Mir ist bewusst, dass mir Gefängnis droht, das bereitet mir Angst", sagte der ehemalige TV-Koch. Mit seinem erneuten Geständnis räumt Schuhbeck nun in weiten Teilen die ihm von der Staatsanwaltschaft vorgeworfenen Taten ein. Nur die geschätzten Summen seien zu hoch. Er könne sich nicht mehr daran erinnern, welche Beträge er entnommen habe.

Erstes Teilgeständnis am zweiten Verhandlungstag

Bereits am zweiten Verhandlungstag gab Schuhbeck eine Manipulation in seinem anderen Restaurant "Orlando" zu. Den Vorwurf, er habe Geld in die Karibik abgezweigt, wies er vehement zurück. Schuhbeck erklärte, dass er weder ausländische Konten noch irgendwelche "Schatzkästchen" habe. Er habe die entnommenen Gelder benutzt, um Finanzierungslöcher zu stopfen und seinen Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen.

Schuhbeck betonte, dass er das Geld "nicht für ein Luxusleben (…) verprasst" habe: "Ich habe mir, meinen Freunden und Bekannten und auch meinen Verteidigern bis zuletzt etwas vorgemacht, weil ich nicht wahrhaben wollte, dass ich unternehmerisch gescheitert bin." Bereits in seinem ersten Geständnis entschuldigte sich Schuhbeck und erklärte, Verantwortung übernehmen zu wollen.

Der Starkoch ist in 25 Fällen wegen Steuerhinterziehung und versuchter Steuerhinterziehung angeklagt, wie das Landgericht München bereits am 22. August mitteilte. Aufgrund der kolportierten Höhe der Steuerhinterziehung von mehr als zwei Millionen Euro, droht dem Starkoch eine Gefängnisstrafe. Für das sogenannte "Ingwer"-Verfahren – benannt nach einer der liebsten Zutaten des Kochs – hat das Gericht 18 Hauptverhandlungstermine vorgesehen.