Alicia Awa über ihre Zeit bei DSDS, Hater und Traummänner

Alicia Awa über ihre Zeit bei DSDS, Hater und Traummänner
Alicia Awa über ihre Zeit bei DSDS, Hater und Traummänner

Sony Music

13.02.2021 20:15 Uhr

Sie kam, sah und eroberte die Herzen im Sturm. So könnte man den Auftritt von Alicia Awa 2019 bei „Deutschland sucht den Superstar“ beschreiben. Auch wenn die schöne 22-Jährige damals nur knapp den Sieg verfehlte, war sie zumindest für viele die Gewinnerin der Herzen.

Nun – zwei Jahre später – möchte es die Wahl-Berlinerin abseits vom DSDS-Trubel wissen und hat mit „Fassade“ und „Yes Indeed“ ihre ersten zwei Singles veröffentlicht. Im Gespräch mit Klatsch-tratsch.de sprach Alicia Awa über die Schattenseiten bei DSDS und den damit verbundenen Hate, dem sie damals ausgesetzt war. Außerdem verriet sie, in welcher Realityshow wir sie vielleicht mal sehen werden und warum sie noch nie einen Freund hatte.

Deine neue Single heißt „Yes Indeed“. Worum geht’s da inhaltlich?
Der Song handelt von einer toxischen Beziehung und dabei muss es noch nicht einmal von dem Mann ausgehen. Ich denke, 90% der Menschen können sich mit so einer Liebe identifizieren und das Lied beschreibt „meine“ Erfahrungen in diesem Bereich.

Du hattest zu DSDS-Zeiten erzählt, dass du noch nie einen Freund hattest. War dann gleich die erste Beziehung toxischer Natur?
Nein, ich muss dazu aber auch sagen, dass, wenn ich Songs schreibe, die Erfahrungen daraus nicht immer nur von mir, sondern auch von Leuten aus meinem Umfeld handeln. Ich hatte zwar keinen Freund, aber ich habe Männer kennengelernt und auch getroffen, aber genau wegen solcher Anzeichen ist es nie zu einer Beziehung gekommen. Ich möchte mit dem Song andere Menschen warnen und ihnen sagen, dass sie ihren Wert kennen sollen und sich bloß nicht das geben sollen, wovon ich im Song erzähle.

Wann hast du das letzte Mal bei dir auf der Couch gesessen und hast dir gedacht „Yes Indeed“?
Das denke ich mir jeden Tag! (lacht)

Das Video zur Single ist extrem sexy. Wie war das für dich, dich so zu präsentieren?
Um ehrlich zu sein, ist mir das jetzt nicht besonders schwergefallen. Ich bin jemand, der sich gerne präsentiert und ich bin stolz auf meinen Körper. Ich finde, viel mehr Frauen sollten zu ihrem Körper stehen – ganz egal, wie der Körper ist. Das ist ja auch scheißegal. Ich bin nicht der Mensch, der sich für so was schämt oder dem das unangenehm ist – solange es nicht billig aussieht. Ich fühle mich sehr wohl in meinem Körper. Warum sollte ich das nicht auch zeigen?

Alicia Awa

Sony Music

Im Netz gibt es leider immer mehr Trolls, die mit negativen Kommentaren kommen. Du hast ja selbst im Video zu „Fassade“ eine Sprachnachricht von einer Haterin eingeblendet, die dich darin auf das Übelste beleidigt. Bekommst du solche Nachrichten häufig oder war das ein Einzelfall?
Das mit ihr war ein Extremfall. Solche Nachrichten bekomme ich jetzt nicht jeden Tag. Zu DSDS-Zeiten war es aber wirklich sehr schlimm. Da kamen echt heftige Nachrichten, in denen mir und meiner Familie der Tod gewünscht wurde. Wegen des ganzen Stresses habe ich damals 10 Kilo abgenommen. Ich habe danach zum Glück aber gelernt, so etwas zu ignorieren.

Ich wurde damals in der Sendung anders dargestellt: Auf so eine Art und Weise, dass der Zuschauer von mir genervt war. Auf Instagram ist das aber anders. Da sieht der Zuschauer, wie ich bin. Mittlerweile bekomme ich sehr sehr selten Hassnachrichten. Wenn dann was kommt, dann sind das immer so Sachen, mit denen ich eh nichts anfangen kann, weil es keine konstruktive Kritik ist, sondern nur hasserfüllte Nachrichten.

Zwei Jahre ist es jetzt schon her, dass du bei DSDS warst. Danach war es ja länger musikalisch ruhig um dich. Dann kam „Fassade“. Warum hat es so lange gedauert? Lag das an den Verträgen oder warst du dir nicht sicher, was du machen willst?
Nein, ich war recht früh wieder aus den Verträgen raus. Für mich war dann aber klar, dass ich jetzt die Möglichkeit habe, die Musik zu machen, die ich wirklich machen will. Da war es mir wichtig, mir Zeit zu lassen und nichts Schnelles oder Halbherziges zu machen, nur um etwas zu machen. So ein Künstleraufbau dauert ja auch Zeit und du musst dich und deinen Sound finden.

Ich habe angefangen, jeden Tag im Studio zu verbringen und dort mittlerweile 60 Songs gemacht. Die Songs, die ich damals gleich nach DSDS gemacht habe, die würde ich heute so gar nicht mehr veröffentlichen, weil ich mich seitdem so weiterentwickelt habe: inhaltlich wie musikalisch. Wir waren aber auch in Verhandlungen mit Labels, was natürlich auch einige Zeit in Anspruch genommen hat.

Zu DSDS-Zeiten warst du ja sehr eng mit Momo Chahine. Es gab ja sogar Gerüchte, dass ihr angeblich gedatet hättet. Wie sieht’s aus? Habt ihr noch Kontakt?
Ich bin nach Berlin gezogen und wir hatten da schon relativ wenig Kontakt. Mittlerweile haben wir gar keinen Kontakt mehr, aber wir sind jetzt nicht im Bösen auseinandergegangen.

Davin hat die Staffel gewonnen, an der du teilgenommen hast. Von ihm hat man nach der ersten Single nichts mehr gehört. Es gibt ja diesen berühmten DSDS-Gewinner-Fluch. Bist du rückblickend froh, dass du damals nicht gewonnen hast?
Ja, auf jeden Fall. Ich war sogar am Tag des Finales glücklich, auch wenn ich da kurz geweint habe. Im Endeffekt bin ich extrem glücklich, denn meine Zukunft lag ab da auch wieder in meinen Händen. Ich bin wieder unabhängig und frei gewesen und musste mich nicht nach irgendjemandem richten. Ich habe meinen eigenen Kopf und mag es nicht, wenn mir andere etwas vorschreiben wollen. Beispielsweise war mein DSDS-Song auf Englisch und ich wollte schon immer auf Deutsch singen. Ich wollte in die urbane Richtung gehen. Ich würde jetzt aber auch nicht sagen, dass es einen DSDS-Fluch gibt, sondern eher sagen, dass viele Leute das Ganze viel zu schnell angehen.

DSDS produziert aber nicht nur Chart-Gewinner, sondern auch viele Personen, die man später in Realityshows wieder sieht. Beispielsweise Momo letztes Jahr bei „Kampf der Realitystars“. Könntest du dir vorstellen, auch bei solchen Formaten mitzumachen?
Nein, auf gar keinen Fall. Ich meine das auch überhaupt nicht abwertend, aber ich bin Musikerin und wenn es mit meiner Musik nicht läuft, dann gehe ich wieder studieren.

Das heißt, dann gibt es auch nicht die Chance darauf, dass du die erste schwarze Bachelorette wirst?
Auch das nicht. (lacht) Meine Familie – gerade meine Mutter – steht schon zu einem gewissen Punkt in der Öffentlichkeit. Mit der Liebe ist es bei mir ein bisschen schwer, denn ich vertraue nicht so schnell, habe große Trust Issues und dann das alles vor laufenden Kameras … Ich schaue mir das gerne an und finde, dass Melissa einen megatollen Job gemacht hat, aber ich glaube, ich bin auch zu schüchtern für so was.

Ich bin allgemein nicht der Typ für solche TV-Shows – vor allem nicht mit Dating. Ich fände es aber natürlich toll, wenn es mal eine schwarze Bachelorette geben würde. Die einzige Show, bei der ich mitmachen würde – wenn ich müsste – wäre „Let’s Dance“. Das wäre für mich eine Show, bei der es um etwas geht. Da geht es ums Tanzen und nicht darum, irgendwelche Insekten zu essen oder einen Mann vor laufender Kamera küssen zu müssen. Ich mag Formate, die mit Kunst zu tun haben.

Warum hattest du eigentlich noch nie einen Freund?
Ich bin ein Mensch, der sehr langsam vertraut, habe Bindungs- und Verlustängste. Meine Wunschvorstellung – die ich auch wirklich einhalte – ist, dass mein Freund auch wirklich der Vater meiner Kinder sein soll. Mit 17 wäre das natürlich nicht so schlimm gewesen, wenn man sich wieder getrennt hätte. Ich bin fast 23, ich möchte unbedingt Kinder haben und habe keine Zeit, mich mit jemandem zu befassen, der nicht 100 % bei der Sache ist, keine Kinder will oder nicht weiß, was er möchte.

Die Leute denken immer, dass mein Nachrichtenfach bestimmt platzen muss, weil mir Tausende von Männern schreiben, aber das ist auch nicht der Fall. (lacht) Ich denke einfach, wenn es kommt, dann kommt’s. Der liebe Gott wird mich sicher nicht alleine sterben lassen.

Welcher Promi wäre so rein optisch voll dein Typ?
Definitiv Drake. Ich bin nicht so ein Fan von Schönlingen, aber Drake ist definitiv mein Typ. Ich liebe ihn einfach, weil er ein kranker Künstler ist und ein gutes Herz hat. Natürlich kenne ich den Jungen nicht, aber kommt jedenfalls so rüber. (lacht)

Was sind deine Pläne für 2021?
Wir werden jetzt jeden Monat einen neuen Song veröffentlichen. Geplant ist, dass dieses Jahr noch ein Album kommt. 2021 wird sich alles um die Musik drehen und es werden viele kleine Überraschungen kommen.