Sonntag, 25. Januar 2015 20:32 Uhr

Alles über Channing Tatum im Ringerdrama „Foxcatcher“

Basierend auf der faszinierenden und gleichzeitig tragischen wahren Geschichte des Ringer-Brüderpaares Schultz und des Multimillionärs John du Pont (Steve Carell), entwickelt Regisseur Bennett Miller ein hypnotisierendes Drama, das durch seine atmosphärisch dichte Inszenierung und einen herausragenden Cast besticht.

Alles über Channing Tatum im Ringerdrama "Focxcatcher"

Channing Tatums und Mark Ruffalos („Can a Song Save Your Life?“, „Marvel’s The Avengers“) Spiel beeindruckt durch intensive Körperlichkeit, während Steve Carell („Crazy, Stupid, Love“, „Little Miss Sunshine“) in einer schauspielerischen Ausnahmeleistung schier mit seiner Rolle verschmilzt. In den Nebenrollen sind u.a. Vanessa Redgrave („Der Butler“, „Abbitte“) und Sienna Miller („Factory Girl“, „Layer Cake“) zu sehen.

Tatum hat sich längst zu einem der gefragtesten A-Schauspieler und Produzenten der amerikanischen Filmbranche entwickelt. Genauso wie Mark Ruffalo musste er nicht einfach nur seine Figur spielen. Er mussten auch Ringen lernen, eine der anstrengendsten und am meisten fordernden Sportarten der Welt. Und nicht nur das: Sie mussten obendrein auch noch so ringen wie die Schultz-Brüder, mit allen ihren unverkennbaren Haltungen, Bewegungen und Stilen.

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Beide Stars begannen das Training unabhängig voneinander im Juni 2012 bei dem Ringsportchoreographen Jesse Jantzen. Als der Dreh dann im Oktober in der Gegend von Pittsburgh begann, absolvierten sie auch gemeinsame Trainingseinheiten. Um ihnen ein Maximum an Vorbereitungszeit zu ermöglichen, wurden alle Wettkampfszenen erst Mitte Dezember gedreht. Und die Trainingsszenen kamen tatsächlich erst im Januar an die Reihe. ‚Hulk‘-Darsteller Mark Ruffalo hatte sich zwar in der Highschool als Ringer betätigt, das erwies sich für den Film allerdings als Problem, da Dave Schultz Linkshänder war. Ruffalo musste also alles bereits Gelernte wieder vergessen, alles genau umgekehrt wie gewohnt machen und mit seinen 45 Jahren als 33-jähriger Mann überzeugen, den viele als den größten Ringer aller Zeiten bezeichnen. Das Training war unmenschlich anstrengend.

Channing Tatum sagt:e dazu  „Ich fordere jeden heraus, der behauptet, sein Sport sei härter. Der soll sich einmal zum Ringen melden. Das war der schmerzhafteste Film, den ich jemals gemacht habe. Ich will nie wieder in meinem Leben ringen müssen.“

Alles über Channing Tatum im Ringerdrama "Focxcatcher"

Um das Foxcatcher-Team und die anderen Ringer im Film besetzen zu können, war es von essenzieller Bedeutung für die Produktion, sich die Unterstützung der U.S.-amerikanischen Ringergemeinde zu sichern. Das ist eine eng verbandelte Gruppe, und zunächst gab es eine eher ablehnende Haltung, weil man sich aufgrund der Boulevard- Aspekte der Geschichte nicht sicher über die Tonalität und Haltung des Films war. Und die Community hatte keine Hemmung, die Filmemacher wissen zu lassen, dass man Mark Ruffalo (Foto unten mit Channing Tatum) als Fehlbesetzung für die Darstellung von Dave Schultz empfand. Ruffalo besuchte den ersten großen Vorsprechtermin, bei dem auch einige der führenden Ringer des Landes sowie ein paar von Daves ältesten Freunden anwesend waren. „Ich wollte eigentlich nur kurz Hallo sagen“, erinnert sich Ruffalo. „Aber Bennett sagte zu mir: ,Mark, zieh dich um, ich will, dass du ein bisschen mit den Jungs ringst.’ Ich dachte mir: ,Oh Mann, das kannst du jetzt nicht von mir verlangen.’ Aber ich sagte zu. Und auf einmal wurde mir klar, dass das tatsächlich MEIN Vorsprechtermin vor diesen Jungs war – alles hing davon ab, ich sollte es also besser nicht vermasseln.“

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Alles über Channing Tatum im Ringerdrama "Focxcatcher"

Channing Tatum war der einzige der drei Hauptdarsteller, der tatsächlich vor den Augen des Menschen spielen musste, den er darstellte. „Mark fiel es schwer zuzuschauen und das Gesehene entsprechend einzuordnen, weil er ja nur auf das zurückgreifen kann, was ihm in seinem wahren Leben passiert ist“, erklärt Tatum. „Ihn an meiner Seite zu wissen, war manchmal ungemein hilfreich, weil er mir Informationen geben konnte, die nur von ihm kommen konnten. Andere Male war es aber auch eindeutig verwirrend, Marks echte Emotionen von meiner Aufgabe getrennt zu halten, ihn im Film zu spielen.“

Der echte Mark Schultz hatte übrigens einen kurzen Gastauftritt im Film, in der Szene, in der sich Mark für die Weltmeisterschaft wiegen lässt, nachdem er versucht hat, Gewicht zu verlieren…

Alles über Channing Tatum im Ringerdrama "Focxcatcher"

Im Gepräch mit dem Münchner Nachrichtenmagazin ‚Focus‘ sagte Tatum jetzt: „Es gibt so einen Spruch: ‚Man kann Fußball oder Basketball spielen, aber Ringen spielt man nicht.’ Das ist ein verzweifelter, schmerzvoller Kampf, sogar im Training. Und wir haben jeden verdammten Tag trainiert. Und ich hatte jedes Mal Bammel. Bis heute verstehe ich Ringen nicht – warum sich Leute dem aussetzen. Ich habe das Gefühl, dass sie es oft selbst nicht verstehen. Vor allem, wenn sie nicht die Ambition antreibt, reich oder berühmt zu werden“.

Unterdessen wurde in den USA heftig diskutiert ob es zwischen Mark Schultz und seinem schwerreichen Förderer du Pont, mehr als ein geschäftliches Verhältnis gegeben hatte. Dazu sagte der Hollywoodstar dem ‚Focus‘: „Natürlich stand die Frage im Raum, ob es zwischen dem millionenschweren Förderer du Pont und Schultz auch eine sexuelle Beziehung gab. Aber nachdem, was Schultz mir erzählte und was meine anderen Recherchen in der Hinsicht ergaben, war du Pont wohl ein asexuelles Wesen.“

Fotos: Fair Hill LLC

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