02.09.2019 19:54 Uhr

Als Günther Jauch „Wer wird Millionär?“ noch um die Ohren flog

Jauch moderiert die erste Sendung von "Wer wird Millionär?" am 03.09.1999. Foto: TVNOW

Deutschlands erfolgreichste Quizshow feiert mit „20 Jahre Wer wird Millionär? Das große Jubiläums-Special“ heute um 20.15 Uhr bei RTL Geburtstag. Jetzt sprach Günther Jauch, der von Anfang an Quizmaster der Show war, über die Kultsendung.

Am 3. September 1999 lief die erste Folge von „Wer wird Millionär?“ und Jauch hatte der Show keinen so langen Erfolg zugetraut.

„Nach der ersten Sendung habe ich gedacht, das wird schwierig. Die Quote war auch nur mittelprächtig“, verriet er im Interview mit RTL. „Nach der zweiten Sendung waren wir auch erst völlig deprimiert, da war die Quote unterirdisch. Dazu kam noch eine Zeitungskritik von der Bild am Sonntag: ‚Den größten Fehler hat aber Günther Jauch gemacht, indem er diese Sendung übernommen hat.‘ Und am selben Tag hatte sich die Quote jedoch schon etwas berappelt. Am vierten Tag hatten wir sehr gute Quoten und es war zu sehen, dass irgendetwas passiert mit der Sendung und beim Zuschauer.“

Als Günther Jauch "Wer wird Millionär?" noch um die Ohren flog

Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius

Simply the Best

Heute weiß der 63-Jährige auch, was den Erfolg der RTL-Show ausmacht. „Das Erfolgsrezept ist das absolut Simple, das sich auf dem Papier im Grunde gruselig liest: Da kommt einer, der setzt sich hin und das ist dann der Kandidat und dann stellt man dem eine Frage. Wenn er die richtig beantwortet, es gibt vier Antworten zur Auswahl, erhält er 50 Euro und für die nächste Frage bekommt er dann doppelt so viel. Am Ende geht das dann hoch bis zu einer Million.“

Der das als Sendungsidee erfunden habe, so Jauch weiter, der gehöre ja eigentlich in die Zeit, „als die Engländer das zum ersten Mal probierten in die Wüste geschickt. Aber es ist eines der erfolgreichsten Formate aller Zeiten geworden und findet, glaube ich, heute noch immer in über 70 Ländern der Erde statt.“

20 Jahre fiel nie eine Show aus

Jauch hat auch bemerkt, dass sich das Spielverhalten der Kandidaten im Laufe der Jahre verändert habe: „Der Hang, in der Sendung nicht mehr zu sagen, ‚ich möchte die Million‘, sondern ‚ich möchte einen Wintergarten, der kostet 16.000 Euro und die Joker, die lege ich mir auf dem Weg dahin so zurecht und wenn ich das Geld habe, dann mache ich den Sack zu und gehe nachhause‘, dieses Prinzip hat zugenommen.“

Als Günther Jauch "Wer wird Millionär?" noch um die Ohren flog

Foto: TVNow

Übrigens hat der Moderator in den letzten 20 Jahren noch nie eine Show ausfallen lassen – wegen Krankheit zum Beispiel.

Dazu sagte er im RTL-Interview: „Aber ich war stimmlich manchmal so angeschlagen und schlichtweg heiser, dass es eigentlich eine Zumutung für die Leute war. Da halfen auch diese ganzen Hustentabletten nicht mehr. Ich habe dann die Sendung durchgezogen, aber besser wäre es gewesen, wenn man sich eine Woche ins Bett gelegt hätte.“