Mittwoch, 22. Januar 2020 18:27 Uhr

Anklage nennt Harvey Weinstein einen Sexualstraftäter und Vergewaltiger

Bei Verurteilung droht Weinstein lebenslange Haft. Foto: Richard Drew/AP/dpa

Der einst so mächtige US-Filmmogul Weinstein steht seit zwei Wochen wegen Vergewaltigung vor Gericht. Nach der Auswahl der Geschworenen beginnt jetzt der inhaltliche Teil.

Im Vergewaltigungsprozess gegen den gefallenen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein hat die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten schwere Sexualverbrechen vorgeworfen. Beweise würden zeigen, „dass dieser Mann ein Sexualstraftäter und Vergewaltiger ist“, sagte Anklägerin Meghan Hast am Mittwoch bei ihrem Auftaktplädoyer im Prozess gegen den ehemaligen Filmmogul.

Hast legte die Fälle von mehreren Frauen dar, die Weinstein sexuell bedrängt haben soll. Demnach habe er „seine Macht in der Unterhaltungsindustrie dazu genutzt, ihr Schweigen sicherzustellen“. Die Staatsanwältin kündigte an, dass die mutmaßlichen Opfer ihre Geschichten der Angst und Erniedrigung während des Prozesses erzählen werden – „endlich werden ihre Stimmen gehört werden“, so Hast.

80 Frauen hatten sich gemeldet

In dem Prozess gegen Weinstein geht es um die Vorwürfe von zwei Frauen: Der heute 67-Jährige soll eine von ihnen 2006 zum Oral-Sex gezwungen und die andere 2013 vergewaltigt haben. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Insgesamt hatten mehr als 80 Frauen Weinstein in den vergangenen Jahren sexuelle Übergriffe vorgeworfen und damit die weltweite MeToo-Bewegung ausgelöst. Weinstein hatte immer wieder gesagt, die sexuellen Kontakte seien einvernehmlich erfolgt. Mit den Auftaktplädoyers am Mittwoch startete der Weinstein-Prozess nach mehr als zwei Wochen inhaltlich.

Weinstein hatte am Mittwoch beim Eintritt in den Gerichtssaal in Manhattan auf seine Gehhilfe aus den vergangenen Wochen zunächst verzichtet. Er ging kurz nach neun Uhr morgens (Ortszeit) gestützt auf einen Mitarbeiter seines Teams zu seinem Platz vor der Richterbank. Kurz danach eröffnete Richter James Burke die Sitzung, die nun in den inhaltlichen Teil startet. (dpa/KT)

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