03.09.2019 23:39 Uhr

Anna Maria Mühe über den Vorteil ihres „historischen Gesichts“

Anna Maria Mühe schaut Kameramann Jens Harant über die Schulter. Foto: ZDF/Julia Terjung.

In der neuen Fernsehserie „Die Neue Zeit“ spielt Anna Maria Mühe eine der Hauptrollen. Auf dieses Engagement hat sich die Darstellerin sorgfältig vorbereitet.

In diesem Jahr wird die Kunst- und Architekturschule Bauhaus für ihre Gründung vor 100 Jahren gefeiert. Die sechsteilige Serie „Die Neue Zeit“ erzählt vom Frauenbild des Walter Gropius und der damaligen Rolle der Frau. Eine der Hauptrollen spielt Anna Maria Mühe (34).

Anna Maria Mühe über den Vorteil ihres "historischen Gesichts"

Foto: ZDF/Zero One Film/Constantin Television/Nadcon/Anke Neugebauer.

Auf die Frage, ob sie ein besonderes Interesse an historischen Stoffen habe, antwortete Mühe, die Tochter der Schauspielerin Jenny Gröllmann (1947-2006) und des Schauspielers Ulrich Mühe (1953-2007), der Deutschen Presse-Agentur: „Ich habe wohl ein historisches Gesicht, was gerne eingesetzt wird. Mir macht es einfach Spaß, mich mit solchen historischen Stoffen zu beschäftigen.“

Kurse in Tanzen, Weben und Zeichnen

Die Serie wird ab Donnerstag bei Arte und ab dem 15. September im ZDF gezeigt. Anna Maria Mühe spielt darin Dörte Helm, die es wirklich gab. Der Nachrichtenagentur dpa sagte Mühe: „Ich bekam Kurse in Tanzen, Weben und Zeichnen. Ich habe Cornelia Heise, die Tochter von Frau Helm, die in Hamburg lebt, persönlich getroffen. Sie war erst drei Jahre alt, als ihre Mutter starb. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass ich irgendetwas von Dörte Helm in ihr sehen, eine Energie mitnehmen kann.“

Anna Maria Mühe über den Vorteil ihres "historischen Gesichts"

Foto: AEDT/WENN.com

Darum geht’s

Zum Stichwort Emanzipation meinte Mühe: „Ich denke, ihr ging es damals vor allem um Gleichberechtigung. Das Spannende für mich ist, dass Dörte Helm aus einem erzkonservativen Haus stammte und keine Chance gehabt hätte, am Bauhaus zu bestehen, wenn sie sich und ihre Lebensform nicht neu aufgerollt hätte. Etwas ganz Neues zu wagen und sich dann plötzlich immer mehr bestätigt zu sehen, das hat mir sehr imponiert.“

Anna Maria Mühe über den Vorteil ihres "historischen Gesichts"

Gropius (August Diehl) und Dörte (Anna Maria Mühe), Foto: ZDF/Julia Terjung.

Worum geht’s in der Serie? 1963 trifft Walter Gropius (August Diehl) in den USA auf eine Journalistin, die ihn zu den Frauen am Bauhaus befragt. Sie wirft ihm vor, sein Versprechen der Gleichbehandlung nicht eingehalten zu haben. Gropius erzählt ihr seine Version der Geschichte von der Gründung des Bauhaus 1919 in Weimar bis hin zum erzwungenen Umzug 1925 nach Dessau. Im Zentrum steht die Studentin Dörte Helm (Anna Maria Mühe), die sich von ihrer konservativen Familie befreien und ganz als Künstlerin und Aktivistin leben möchte. – Die fiktionale Serie hält sich eng an die historischen Figuren und Ereignisse.

Sechs Folgen „Die Neue Zeit“ werden in Doppelfolgen ausgestrahlt. (dpa/KT)