Aprilscherze: Von Elefanten-Urin und Aufschieberitis

Zwei Elefanten im Tierpark Hellabrunn.
Zwei Elefanten im Tierpark Hellabrunn.

Peter Kneffel/dpa

01.04.2021 19:06 Uhr

Zum zweiten Mal erster April in Corona-Zeiten. Aus Sicht von Witzbolden gilt wohl: Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.

Auch und gerade in Corona-Zeiten wollen sich manche Leute nicht den Spaß an Aprilscherzen nehmen lassen. Witzig? Entscheiden Sie selbst! Hier ein paar Beispiele vom 1. April 2021.

– Elefanten im Einsatz für die Feuerwehr: Klar, denken Sie vielleicht, die können ja mit ihren Rüsseln den Männern und Frauen an der Spritze helfen! Der Münchner Tierpark Hellabrunn ging am Donnerstag jedoch mit der wesentlich sensationelleren Meldung an die Öffentlichkeit, dass die flüssigen Ausscheidungen der Elefanten künftig zur Abgasnachbehandlung in Feuerwehrfahrzeugen genutzt werden sollen.

Forscherinnen und Forscher hätten kürzlich eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Kohlensäurediamid im Urin der Dickhäuter festgestellt. „Diese organische Verbindung mit der Summenformel CH4N2O findet unter anderem in den Dieselfahrzeugen der Münchner Feuerwehr im Rahmen der Abgasnachbehandlung Verwendung“, hieß es weiter. Der Tierpark jubelte über eine Win-win-Situation: Der Zoo spare sich die Kosten für die Entsorgung des Urins, und die Feuerwehr blase mit ihren Fahrzeugen weniger Abgase in die Luft.

– Söder als Veganer: Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Parteivorsitzende Markus Söder als „Pflanzenfresser“ – wie es wörtlich hieß – für eine Plakatkampagne der Tierrechtsorganisation Peta? „Nach Gespräch mit uns von Peta Deutschland hat sich der Politiker dafür entschieden, vegan zu leben und keine tierischen Produkte mehr zu konsumieren“, schrieb die Organisation in ihrem Internetauftritt und zeigte ein Bild, das Söder in „Terminator“-Manier mit verschränkten muskulösen Armen, entschlossenem Blick und viel Grünzeug zwischen den zusammengebissenen Zähnen zeigte.

– Ein Nachfolger für Dieter Bohlen: Bei „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) ging es zuletzt etwas rumpelig zu. Erst sollte Schlagersänger Michael Wendler in der diesjährigen Staffel in der Jury sitzen, aber RTL verlor ihn an die Verschwörungstheoretiker. Dann musste Thomas Gottschalk für Poptitan Dieter Bohlen einspringen, weil der sich krankmeldete, nachdem RTL verkündet hatte, in künftigen Staffeln ohne ihn auskommen zu wollen.

Doch jetzt steht ein würdiger Nachfolger bereit: „Lange musste ich es für mich behalten und endlich darf ich es verkünden. Ich darf ab 2022 die DSDS-Jury übernehmen und eine Jury um mich rum bauen“, verkündete Komiker Chris Tall bei Facebook. Castingshow-Erfahrung hat er immerhin – als Juror bei „Das Supertalent“.

– Schutz für sonnenentwöhnte Touristen: Im Dickicht der Anti-Corona-Regelungen kommt für Mallorca-Urlauber nun noch eine Vorsichtsmaßnahme hinzu, wie ein Reisebüro aus Rheinland-Pfalz ankündigte. Seit dem 1. April gelte auf Mallorca eine neue Verordnung, wonach das Betreten der Strände nur noch mit Sonnenhut gestattet sei.

„Die aktuell andauernde intensive Sonneneinstrahlung könnte die Gesundheit der nicht mehr urlaubsgewohnten Touristen gefährden“, hieß es zur Erklärung. „Mit Hubschraubern der Guardia Civil wird das Einhalten dieser notwendigen Maßnahme engmaschig kontrolliert!“, wurde ein Strandbeauftragter namens Miguel El Chiste auf der Facebook-Seite des Alltours-Reisecenters Wittlich zitiert.

– Verzögerung beim Aufschieben: „Die für das Wintersemester 2021/22 geplante Einführung des neuen internationalen Bachelor-Studiengangs Procrastination Studies an der Universität Jena muss pandemiebedingt leider auf unbestimmte Zeit verschoben werden“, verkündete die Hochschule auf Facebook. Procrastination – was? Als Prokrastination bezeichnet man gehoben das Aufschieben von anstehenden Aufgaben – schlicht auch „Aufschieberitis“ genannt. Etwas, was vielen Studierenden nur allzu vertraut sein dürfte.

Junge Leute dürften also kaum böse wenn, wenn der vermeintliche Studiengangsverantwortliche erklärt: „Wir haben die Einführung dieses Studiengangs schon seit langem geplant und ich habe wirklich gedacht, dass wir es zum kommenden Wintersemester endlich hinbekommen würden.“

– Erzbistum künftig „Herzbistum“: Der katholischen Kirche waren in jüngster Zeit nicht immer nur positive Nachrichten beschieden – wie gut, dass nun das Erzbistum Bamberg verkünden konnte, ab April unter dem neuen Namen „Herzbistum Bamberg“ firmieren zu wollen. Damit möchte man die Menschen in der Region zu mehr Nächstenliebe und Miteinander anregen, wie Erzbischof Ludwig Schick mitteilte. Er selbst erhalte ab sofort den neuen Titel „Herzbischof“.