Freitag, 15. Juni 2012 12:09 Uhr

Atilla, der Aufreisser: „Es kommt nicht auf die Größe an, sondern die Dicke“

Atilla Oener hat ein Buch geschrieben: “Unwiderstehlich – 33 herrlich unanständige Verführungen eines Frauenhelden”. Den Mann mußte man deshalb einfach treffen!

An dem Jungautor fällt einem bereits nach wenigen Sekunden diese lockere und humorvolle Art auf. Der türkischstämmige Schauspieler, der auch als hemmungslose Sex-Granate durchgehen könnte, mit dem unverwechselbaren Charme und einer gehörigen Portion Witz spielte für eine Weile im Theater in Berlin.

Nach einem Jahr nahm der 35-Jährige an Castings für unterschiedliche Fernsehformate teil und nach eigenen Worten „blitzt er heute manchmal kurz in einigen Serien auf“. Der große Durchbruch oder Erfolg ist aber bislang leider ausgeblieben.

Vor wenigen Monaten entschloss er sich dann, ein Buch zu schreiben. Allerdings kein ganz alltägliches. In ‚Unwiderstehlich‘ geht es um seine ganz persönlichen Begegnungen mit Frauen, die am Ende (fast) alle mit Sex enden. Oener verpackt in einer witzig-spritzigen Geschichte seine Sex-Erlebnisse, Erfahrungen mit Online-Singlebörsen und mehr oder weniger normalen Dates mit Frauen jedes Aussehens und jedes Alters.

Im Interview mit klatsch-tratsch.de plauderte der 35-jährige ganz offen, ehrlich und mit ganz viel Selbstironie darüber, was ihn zu dieser aufgeschriebene Mischung aus Porno, Dreistigkeit und auch ein bisschen Ernst bewegt hat und wie er eigentlich wirklich drauf ist in Bezug auf Frauen. Und dabei fiel unserer braven Kollegin Sophia nicht nur einml die Kinnlade herunter. Und fast erlag sie auch noch seinem unwiderstehlichen Charme…

Du bist ja eigentlich Schauspieler. Wie kommt es denn, dass du in so jungen Jahren ein Buch schreibst und dann auch noch so ein aufregendes?
Naja, also als Schauspieler hier in Berlin hat man hier ja nicht so viel zu tun. Als Migrant noch weniger (grinst). Die Summe daraus ergibt eben viel Zeit. Die hab ich erst damit verbracht, diese ganzen Frauen zu daten. Irgendwann hatte ich darauf keine Lust mehr und dann kam ich auf die Idee ein Buch darüber zu schreiben. Da dachte ich mir ‚Wow, jetzt macht das ganze auch noch einen Sinn‘. Ich werde Autor, berühmt und hab die Zeit sinnvoll genutzt. Ich habe mich ja eh schon die ganze Zeit gefragt, ob ich nicht endlich was sinnvolles aus meinem Leben machen kann.

In dem Buch geht es ja wirklich heiß her. Wie viel davon ist Dichtung, wie viel Wahrheit?
Dass immer alles komplett stimmt, ist ja immer ziemlich schwierig im Autoren-Beruf. Ich habe schon mit Überspitzungen gearbeitet, aber jede Geschichte hat ihre Wahrheit. Das muss man natürlich dann alles auf den Punkt bringen und für die Leser schmackhaft machen. Ich habe es sehr emotional geschrieben, weil ich eben auch ein sehr emotionaler Mensch bin.

Glaubst du, dass Südländer prinzipiell mehr Chancen bei Frauen haben?
Ja, ich glaube die Südländer haben es sexuell mehr drauf. Ich glaube, es gibt so ein Klischee, dass Türken die besten Liebhaber der Welt sind. Und sie sollen die größten Sch*** haben. Dafür können die Deutschen schönere Autos bauen. Man kann eben nicht alles haben (lacht).

Kommt es, mit Verlaub, wirklich immer auf die Größe an?
Nein, ich glaube es kommt auf die Dicke an. Die Erfahrung habe ich gemacht. Gute Fingerfertigkeit und eine flinke Zunge können aber auch schon helfen.

Hat die Tatsache, dass du Schauspieler bist, beim Frauenabschleppen geholfen?
Ja, das hat durchaus geholfen. Da kamen dann manchmal gleich so Fragen wie ‚Oh, echt Schauspieler ja? In welcher Soap spielst du denn mit?‘. Wenn die Frauen erst mal das Wort Schauspieler hören, dann denken sie gleich an Glamour und Stars. Wenn ich dann aber aus meinem Alltag erzähle, kommt meistens nur Mitleid (lacht). Es gibt diese eine Geschichte im Buch, in der ich eine Frau aus München kennenlerne. Sie war ganz begeistert, dass ich Schauspieler bin. Dann hat sie aber nach einer Weile gemerkt, was es heißt in Kreuzberg in einer basisch-demokratischen WG zu wohnen, in der die Heizung nicht immer funktioniert. Das war dann ernüchternd für sie.

Siehst du dich als eine Art Neuzeit-Casanova?
Wir leben jetzt im 21. Jahrhundert und ich finde die Vorstellung überholt, dass ein Mann gleich ein Frauenheld oder Casanova ist, wenn er mit vielen Frauen schläft. Man begegnet doch heute ständig Leuten, die rund um die Uhr Sex haben. Es gibt bestimmt Frauen, die mit doppelt so viel Männern geschlafen haben oder andersrum. Was sind die dann? Dieses Klischee ist doch total überholt Deswegen habe ich das auch geschrieben, weil ich kein Problem damit habe mich hinzustellen und zu sagen ‚So what?!‘

Was sagt eigentlich deine Familie zu dem Buch und den so offenen Sex-Erlebnissen? Schließlich bist du ja gebürtiger Türke.
Ich glaube die finden es auf eine Art toll. Man kann jetzt nicht so offen über den Inhalt reden mit seinen Eltern. Aber die Tatsache, dass ihr Sohn jetzt ein Buch geschrieben hat, finden sie schon beeindruckend. Man muss dazu sagen, dass meine Eltern beide mit ner Grundschulausbildung aus der Türkei hierher gekommen sind. Wenn jetzt ihr Sohn ein Buch schreibt, dann ist es für die, als würde ich demnächst Bundeskanzler werden.

In dem Buch dreht sich vieles um Online-Singlebörsen. Welche Vor-und Nachteile siehst du darin?
Ich muss erst mal sagen, dass so was echt süchtig macht. Wenn man kein Geld hat, unzufrieden ist und zuhause rumhockt, dann chattet man eben ein bisschen. Dann ist man mal hier mal da, zum Beispiel bei Facebook. Und man merkt gar nicht wie die Zeit rumgeht und plötzlich hat man schon ganz viel Dates und Termine. Die eine wartet schon um die Ecke, die andere ist 18 Uhr bei mir. Dates platzen aber auch, weil vieles dazwischen kommt. Aber man muss gucken, denn diese Online-Singlebörsen sind Zeitfresser. Das macht auch was mit einem. Es kommen irgendwie Konsumverhalten und Abnutzungserscheinungen auf. Das beschreibe ich auch in dem Buch. Es ist lustig, aber kann auch einen komischen Beigeschmack haben. Ich will die Leute auch ein bisschen abschrecken. Das Leben findet draußen statt!

Hier geht’s zu Teil 2 des Interviews!

Fotos: klatsch-tratsch.de/Michael Fricke

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