Montag, 24. November 2014 21:44 Uhr

Benedict Cumberbatch in „The Imitation Game“ und der Apple-Logo-Mythos

Mit ‚The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben‘ kommt am 22. Januar 2015 einen der heißesten Anwärter auf die Oscars 2015 in die deutschen Kinos. Basierend auf dem Leben des legendären Mathematikgenies und Code-Spezialisten Alan Turing, realisierte Regisseur Morten Tyldum („Headhunters“) einen atemberaubend spannenden Thriller.

Benedict Cumberbatch in "The Imitation Game" und der Mythos um das Apple-Logo

Der britische Superstar Benedict Cumberbatch („Sherlock“, „Star Trek Into Darkness“) spielt Turing mit bestechender Intensität. An seiner Seite brillieren so herausragende Stars wie Keira Knightley („Can a song save your life“, „Anna Karenina“), Matthew Goode („A Single Man“, „Match Point“), Mark Strong („Zero Dark Thirty“, „Dame, König, As, Spion“) und Rory Kinnear („James Bond 007 – Skyfall“, „James Bond 007 – Ein Quantum Trost“). Für das beeindruckende Szenenbild zeichnet Maria Djurkovic („Mamma Mia!“, „The Hours“) verantwortlich, der ihre Leistung bei „Dame, König, As, Spion“ eine Oscar-Nominierung einbrachte.

Mehr zum Thema: Benedict Cumberbatch erstmals mit Verlobter auf rotem Teppich

Beim Toronto International Film Festival wurde der Film mit Standing Ovations von Publikum und Presse gefeiert und erhielt den begehrten Publikumspreis. Der Preis gilt als wichtiger Indikator für die beginnende Oscar-Saison.

Des Weiteren eröffnete ‚The Imitation Game‘ das diesjährige London Film Festival und wurde gerade in vier Hauptkategorien für die British Independent Film Awards nominiert. Jetzt ist der erste deutsche Trailer da!

Und darum gehts: England, zu Beginn des Zweiten Weltkriegs: Der geniale Mathematiker Alan Turing (Benedict Cumberbatch) wird vom britischen Geheimdienst engagiert, um – gemeinsam mit einer Gruppe von Code-Spezialisten – den als unentschlüsselbar geltenden Enigma-Code der deutschen Wehrmacht zu knacken.

Mit unkonventionellen Methoden und seiner arrogant wirkenden Art macht sich Turing jedoch keine Freunde unter seinen Kollegen und bringt zusätzlich seine Vorgesetzten schnell gegen sich auf: Sie stellen ihm ein Ultimatum.

Nur die junge Mathematikerin Joan Clarke (Keira Knightley) hält zu ihm – sie sieht in ihm eine verwandte Seele, einen Außenseiter, der sich gegen alle Widerstände durchsetzen muss. Während Turing fieberhaft an einer elektrischen Rechenmaschine arbeitet, die Enigma entschlüsseln soll, kommen sich die beiden näher. Doch das Genie Turing hat ein wohl gehütetes Geheimnis. Sollte es an die Öffentlichkeit kommen, wäre sowohl das Enigma-Projekt, als auch Turing persönlich in großer Gefahr…

Alles über Benedict Cumberbatch in "The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben"

Leben und Tod von Alan Turing und der Mythos um das Apple-Logo

Alan Turing war wegweisend an der Entwicklung verschiedener früher Computer beteiligt. Mit Hilfe der von ihm entwickelten „Turing-Bombe“ konnte der als unentschlüsselbar geltende Enigma-Code des Deutschen Reichs geknackt und das Ende des Zweiten Weltkriegs spürbar beschleunigt werden. (Hier geht’s zur Doku über Turing.)

Turing wurde am 23. Juni 1912 in London geboren. Schon als Junge interessierte er sich besonders für Naturwissenschaften und Mathematik. Entsprechend war er zur Schulzeit für kniffelige Problemlösungen zu begeistern. Er fiel auf mit eigenwilligen Lösungswegen fernab ausgetretener Pfade, was ihn den Rest seines Lebens in unterschiedlichsten Situationen auszeichnen sollte. Turing zog es stets vor, Probleme von Grund auf neu anzugehen, anstatt seine Überlegungen auf Vorarbeiten anderer Mathematiker zu basieren.

1931 nahm Turing sein Studium am King’s College in Cambridge auf. Für seine Abschlussarbeit, in der er einen Beweis für den zentralen Grenzwertsatz lieferte, wurde er zum „Fellow“ ernannt. 1936 erfand Turing zum ersten Mal die so genannte Turingmaschine, die als früher Vorläufer des Computers anzusehen ist. Das Berechenbarkeitsmodell der Turingmaschine bildet noch heute eines der Fundamente der theoretischen Informatik. 1938 wurde Alan Turing der Doktortitel von Princeton verliehen. Im Anschluss kehrte er nach Cambridge zurück.

Alles über Benedict Cumberbatch in "The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben"

Im Jahr darauf begann er für die Government Code and Cypher School in der Abteilung, die zuständig für das Entschlüsseln von Codes war, zu arbeiten. Sein neuer Arbeitsplatz war die „Hut 8“ in Bletchley Park, etwa 70 km nordwestlich von London. Bereits nach wenigen Wochen in Bletchley Park ließ Turing eine Maschine konstruieren, die bei der Entschlüsselung des Enigma-Codes ebenso hilfreich sein sollte wie Turings mathematische Berechnungen. Turings Entschlüsselungstechniken und Theoreme waren auch eine wichtige Inspiration für den Colossus Computer, dem ersten speicherprogrammierbaren Computer der Welt. 1941 verlobte sich Alan Turing mit Joan Clarke, einer Mathematikerin, die mit ihm in Bletchley Park arbeitete. Er löste die Verlobung allerdings schnell wieder auf und gestand seiner Verlobten seine Homosexualität.

1948 ging Turing an die Universität von Manchester, wo er an einer Software für den Manchester Mark I arbeitete, einem der ersten Computer der Welt. In dieser Zeit erfand er auch den so genannten Turing Test, einen Versuch der definieren sollte, was ‚Intelligenz‘ in Bezug auf Computer bedeutet – was und der sich dauerhaft als wichtige Grundlage für die Definition von künstlicher Intelligenz erwies.

THE IMITATION GAME

Von 1952 bis zu seinem Tod 1954 beschäftigte er sich mit mathematischer Biologie. 1952 wurde Turing wegen „grober Unzucht und sexueller Perversion“ angeklagt und verurteilt. Er wurde vor die Wahl gestellt, eine Haftstrafe anzutreten oder seine Homosexualität mit Östrogen „behandeln“ zu lassen. Diese Behandlung dauerte etwa ein Jahr und führte zu zahlreichen Nebenwirkungen. Zwei Jahre später starb Turing an einer Cyanidvergiftung. Dem Gerichtsarzt zu Folge handelte es sich um einen Freitod, obwohl es an dieser These durchaus Zweifel gibt.

Neben der Leiche wurde ein angebissener Apfel gefunden – lange hielt sich der Mythos, dies sei die Inspiration für das Logo von Apple gewesen.

Am 10. September 2009 entschuldigte sich der britische Premierminister Gordon Brown im Namen der britischen Regierung für die Verfolgung Turings aufgrund seiner Homosexualität…

Foto: SquareOne Entertainment

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