Bibis neue Nase: Vermarkten Influencer jetzt Beauty-OPs statt Rabattcodes?

Die neue Influencer-Generation: Schönheitseingriffe verharmlost?
Die neue Influencer-Generation: Schönheitseingriffe verharmlost?

IMAGO / Gartner

07.04.2021 14:46 Uhr

Immer mehr Influencer legen sich für die Schönheit unters Messer. Man könnte schon fast von einem wachsenden Trend in den vergangen Jahren sprechen. Bianca Claßen bekannt als YouTube-Queen „Bibisbeautypalace" ist eine von ihnen. Vor knapp einer Woche hat sich die Zweifach-Mama einem vierstündigen OP-Marathon unterzogen. Immer irgendwie mit dabei: ihre Follower.

Mit 28 Jahren entscheidet sich die 1,55 Meter große YouTuberin und Influencerin Bianca Claßen (28) sich ihre Nase und Brüste korrigieren zu lassen. Alt genug ist die Blondine definitiv, aber mit 7,7 Millionen Fans auf Instagram und 5,9 Millionen Fans auf YouTube hat Bibi eine gewisse Vorbildfunktion. Denn vor allem junge Mädchen schauen sich die Videos der Mutter von zwei Kindern an.

Fans fühlen sich gekränkt

Für viele ist die Bekanntgabe von Bibis geplanten Schönheitsgriffen ein großer Schock. Die Meinungen zu diesem Thema sind gespalten. Während die eine Seite Verständnis zeigt, findet die andere Seite es traurig, dass gerade die Blondine, die sonst immer als sehr natürlich gilt, sich für die Schönheit unters Messer gelegt hat.„Den Schönheitsidealen entsprechen – genau das ist doch, was du machst. Du möchtest eine größere Brust, weil das dem Ideal entspricht, genau wie eine gerade Nase“, lautet nur einer der unzähligen Kommentare, die sich der YouTube-Star anhören muss. Einige Fans sind sogar gekränkt, weil sie durch Bibis Beauty-Eingriff das Gefühl haben, mit einer kleineren Brust oder größeren Nase „nicht schön“ zu sein. Eine Reaktion von Bibi selbst auf die negativen Kommentare gibt es bislang nicht.

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Umgekehrte Logik

Da die Influencerin ihr komplettes Leben mit ihren Followern teilt, lässt sie sich auch vor und nach der Operation von Ehemann Julian (27) mit der Kamera begleiten. Der 27-Jährige filmt Bibi also auch in unschönen Momenten. Direkt nach dem Eingriff, während die YouTube-Queen noch völlig benebelt von der Vollnarkose ist oder mit Nasengips und angeschwollenem Gesicht. Natürlich möchte die Zweifach-Mama damit betonen, dass sie durchaus nicht immer perfekt aussieht, aber der Subtext zeigt, dass sie dennoch ununterbrochen an einem makellosen Äußeren feilt. Die Logik dahinter ist ein Widerspruch in sich. Das bemängeln auch einige User unter ihren Videos. „Unsere heutige Gesellschaft: Sei wie du bist! Aber bitte nicht so“, kommentiert ein Follower.

Bibi vermittelt ein falsches Bild

Obwohl die Mutter von zwei Kindern immer wieder betont, dass sie mit ihren Operationen niemanden anspornen möchte dasselbe zu tun oder überhaupt darüber nachzudenken, kann man ihr diese Aussage nur schwer abkaufen. Denn wer kurz zuvor davon spricht, dass die Brüste zu „klein“ sind und der Höcker auf der Nase zu „groß“ , wirkt leider alles andere als glaubhaft. „Will nicht wissen, wie viel weniger Schönheitsoperationen es ohne Social-Media geben würde“, schreibt ein User unter das Video „Meine Brust & Nasen OP – ich bin ehrlich“ der 28-Jährigen. Der Kommentar wurde bereits 1054 Mal geliket. Dass die YouTube-Millionärin mit ihrer Einstellung vor allem ihren jüngeren Fans ein völlig falsches Bild vermittelt und Schönheitsoperationen indirekt verharmlost, scheint der 1,55 Meter großen Blondine nicht klar zu sein.

Auch sie ließ sich die Brüste machen

Ähnlich wie ihre Influencer-Kollegin Bibi hat sich auch Paola Maria (27) vor einigen Jahren die Brüste vergrößern lassen. Dass die Italienerin bereits einen Beauty-Eingriff hinter sich hat, ist kein Geheimnis, trotzdem bestätigt sie ihre Operation nie öffentlich. Erst nach sieben Jahre spricht Paola in einem Video auf YouTube über ihre traumatische Erfahrung. Aufgrund von einer eiternden Wunde direkt unter der Brust, muss das Implantat sofort ausgewechselt werden. Ein halbes Jahr musste die Mutter von zwei Söhnen so rumlaufen, bevor ein neues Implantat eingesetzt werden darf. Heute bezeichnet sie ihr jüngeres Ich als dumm und naiv. Denn keine anderen Personen des öffentlichen Lebens berichten damals von Horror-Storys dieser Art. Es werden ausschließlich die positiven Erfahrungen im Bezug auf dieses Thema geteilt und leider viel zu wenig über die negativen Auswirkungen gesprochen.

(TSK)