18.05.2010 14:13 Uhr

Big Brother: PETA fordert Rausschmiss von Kandidat Robert

Berlin. Die Tierrechtsorganisation PETA fordert in einem offenem Brief Konsequenzen für den Big-Brother-Bewohner Robert. PETA Deutschland e.V. wendet sich einen Tag nach dessen Geständnis, er habe Tiere gequält, an RTL2 und die Produktionsfirma Endemol. Die Organisation fordert eine psychologische Behandlung sowie den Auszug des Bewohners. „Tierquälerei gehört bei Big Brother auf die Nominierungsliste“, so Nadja Kutscher von PETA.

Den Brief, der heute an die beiden Unternehmen verschickt wurde, hat folgenden Wortlaut:

„Sehr geehrte Programmleitung, sehr geehrte Verantwortliche,
in den vergangenen zwei Tagen erreichten uns hunderte empoörte Zuschriften über eine Äußerung des Big Brother-Bewohners Robert. Den Internetmeldungen zufolge erzählte Robert in der Nacht von Sonntag auf Montag, dass er mit einigen Freunden in der Vergangenheit ein Schaf sowie eine Kuh gequält habe.

Das gestohlene schwangere Schaf hätten die Freunde in den Kofferraum eines Autos gesperrt, die Musik im Wageninneren laut aufgedreht und seien so weitergefahren. Das Schaf sei im Kofferraum hin- und hergerutscht und von einer im Auto ausgelaufenen Inhalationsdroge – wie die menschlichen Insassen auch – völlig benebelt gewesen. Dass Robert diese Tierquälerei und die damit einhergehende mögliche Straftat als „lustige  Geschichte“ in der Runde erzählt, zeugt nicht nur von fehlendem Mitgefühl und Rohheit,  sondern kann auch als gefährlicher Anreiz für die teils minderjährigen Zuschauer gelten.

Wir bitten Sie daher dringend, Robert die Auswirkungen und Hintergründe seiner Tat bewusst zu machen und einen Psychologen ins Big Brother-Haus zu schicken, um zukünftige Straftaten und Tierquälereien durch mehrfache Gespräche mit Robert zu verhindern. Weiterhin fordern wir Sie – auch im Namen unzähliger Tierfreunde in Deutschland – auf, Robert von einem Sieg der 10. Big Brother-Staffel auszuschließen. Tierquälerei gehört auf die Auszugsliste!

Möglicherweise kann Erika Berger, die sonst mit den Bewohnern über ihre Gefühle und Verhaltensweisen spricht, einen geeigneten Psychologen empfehlen – schließlich haben Studien und Einzelfälle bereits mehrfach bewiesen, dass Tierquälerei kein harmloser Jungenstreich ist. Ein Großteil aller extremen Gewalttäter hat vorher bereits Tiere gequält. Informationen über die Verbindung zwischen Tiermissbrauch und Gewalttaten am Menschen finden Sie auf unserer Website: www.peta.de/staatsanwalt.

Auch die Haltung und Nutzung von Tieren im Haus erregt bereits seit Jahren negative Aufmerksamkeit – egal, ob es sich um exotische Tiere, Hühner oder Insekten handelt, die zu tausenden zur reinen „Unterhaltung“ des Menschen gequält und getötet werden. Das Umfeld des Big Brother-Hauses und die zeitliche Begrenzung der Staffeln lässt keine tiergerechte Versorgung zu. Tierquälerei ist ein Straftatbestand und kann zur Anzeige gebracht werden. Bitte handeln Sie im Sinne des Tierschutzes und entscheiden Sie sich in Zukunft fu?r ein „rein menschliches“ BB-Haus!

Immer wieder wird betont, Big Brother sei ein Spiel. Doch bei Gewalt an anderen Lebewesen hört der Spaß auf. Da Big Brother bei anderen Verstößen und inakzeptablem Verhalten als moralische Instanz fungiert, bitten wir Sie, auch im Fall von Robert aktiv zu werden und den Bewohnern wie den Zuschauern zu zeigen, dass Ihr Konzept Tierquälerei nicht stillschweigend duldet.

Mit freundlichen Gru?ßen
Nadja Kutscher
PETA Deutschland e.V.

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