Sonntag, 14. Juli 2019 17:09 Uhr

Bilal Hassani über den ständigen Conchita-Vergleich und Hass-Mails

Foto: Fifou

Spätestens seit seinem spektakulären Auftritt beim diesjährigen „Eurovision Song Context“ ist der 19-jährige Bilal Hassani, der für Frankreich an den Start ging, einem weltweiten Publikum bekannt. Auch wenn der zierliche Franzose erst am Anfang seiner Karriere ist, hat er schon jetzt mit den Schattenseiten des Ruhms zu kämpfen. So schlägt ihm wegen seines Looks und seiner Homosexualität extrem viel Hass entgegen. klatsch-tratsch.de sprach mit ihm darüber.

Bilal Hassani über den ständigen Conchita-Vergleich und Hass-Mails

Foto: Fifou

Was hat sich für dich seit deiner Teilnahme beim ESC verändert?
Ich würde sagen fast alles. Der ESC hat meine Karriere unglaublich gepusht. Durch die Promotion und die ganzen Trainings für die Show haben mein Team und ich uns sehr verbessert.

Viele Leute vergleichen dich mit Conchita Wurst. Wie stehst du zu diesem Vergleich?
Ich kann irgendwie schon verstehen, dass Leute diesen Vergleich ziehen, aber ich finde dennoch, das wir beide zwei sehr unterschiedliche Individuen. Sie ist ihren musikalischen Weg gegangen und ich meinen. Hören klingen nicht ähnlich und sehen uns auch nicht ähnlich. Wir tragen beide Perücken. Wegen dieser Gemeinsamkeit verbinden uns die Menschen in ihren Köpfen. Conchita zu treffen war für mich eine schöne Erfahrung. Sie war sehr nett und unterstützend.

Durch deine Bekanntheit hast du auch viel Hass abbekommen. In den sozialen Netzwerken haben es viele Trolle auf dich abgesehen. Wie gehst du mit dieser ganzen Negativität um?
Das stimmt. Ich gehe gar nicht damit um, denn es ist sehr schwer sie zu löschen. Wenn du einen Troll löscht, dann tauschen zehn Neue auf. Wir hatten jetzt sehr eintäuschende Nummern: Auswertungen haben ergeben, dass 40% meiner Youtube-Kommentare Hassbotschaften sind. Das muss man sich mal vorstellen. Deshalb versuche ich sie nicht zu lesen, weil mich das echt traurig macht. Allerdings muss ich auch sagen, dass trotz allem die Liebe lauter ist. Das merke ich auf der Strasse, wenn ich meine Fans treffe oder wenn ich private Nachrichten bekomme. Ich versuche mich darauf zu konzentrieren.

Apropos private Nachrichten. Was war die angefahrenste DM, die du bei Insta bekommen hast?
Ich bekomme echt viele seltsamen Nachrichten. Spontan fällt mir eine an. Da stand mal: Möchtest du lesen und beurteilen? Du kannst 25.000 Euro in einer Minute bekommen, wenn du diesen Link hier klickst. Das ist schon seltsam.

Der Pride-Monat Juni ist schon fertig, aber es gibt ja noch einige Christopher-Street-Days. Was war denn dein liebster Pride-Moment dieses Jahr?
Ich fand diesen Monat echt großartig und würde mir wünschen, dass diese positive Energie das ganze Jahr anhalten würde. Mein Highlight war mein erster Pride mit meiner Mutter. Ich habe vor 70.000 Menschen beim CSD in Paris gespielt und meine Mutter war dabei und hat die Show gesehen. Das war für uns beide ein sehr emotionaler Moment. Es hat mich berührt die meisten Songs meines Albums singen zu können und das Publikum konnte jedes Wort mitsingen. Das war für mich ein großer Moment.

Quelle: instagram.com

In diesem Jahr haben auffallend viele große Marken zur Pride-Saison limitierte Regenbogen-Editionen herausgebracht. Viele, die der LGBTQ-Community angehören kritisieren das allerdings, da sie das Gefühl haben, dass hierbei der Verkauf an erster Stelle steht. Wie siehst du das?
Ich möchte nicht allzu politisch werden oder bewerten was gut und was schlecht für die Community ist. Ich möchte mich auf das Wichtige konzentrieren und die harte Arbeit, die jährlich hinter den Prides steht wertschätzen. Die Pridemacher sammeln häufig Geld für queere verstoßene Menschen, damit sie einen Ort haben, an dem sie Zuflucht suchen können. Wenn ich das Gefühl habe, dass Marken von dem „Gay Trend“ nur finanziell profitieren möchten, dann beachte ich die gar nicht. Ich möchte da eigentlich gar so viel dazu sagen, weil das sonst die falsche Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Du singst, tanzt und machst Videos bei Youtube. Wäre Schauspielerei etwas, das du dir auch vorstellen könntest?
Ja, absolut. Ich habe früher von 7 bis 17 Jahren Schauspielunterricht gehabt. Ich weiß zwar nicht wie es an einem Filmset zugeht, aber ich würde es gerne mal ausprobieren. Es gibt aber noch keine konkreten Bemühungen in diese Richtung.

Quelle: instagram.com

Verrate uns drei Fun Facts über dich, die hier in Deutschland noch keiner über dich weiß …
Ich erzähle dir gerne meine tiefsten und dunklen Geheimnisse. (lacht) Ich habe ziemlich Angst vor Wasser. Ich kann nicht schwimmen. Ansonsten bin ich von Beyonce besessen. Ich bin ein Riesenfan und habe schon sehr viel Geld für sie ausgegeben, um mir fünf Konzerte von ihr anzusehen. Ich war deshalb schon mehrmals so pleite, dass ich nicht mit meinen Freunden ausgehen konnte. Also nochmals Danke Beyonce, dass du mein ganzes Geld genommen hast. (lacht) Fakt Nummer drei: Ich habe einen großen Bruder, den aber niemand kennt. Er ist das komplette Gegenteil von mir, aber wir verstehen uns sehr uns gut.

 

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