Black-Sabbath-Gitarrist Tony Iommi denkt oft an den Tod

Black-Sabbath-Gitarrist Tony Iommi kämpft seit Jahren gegen Lymphdrüsenkrebs. (ili/spot)

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21.02.2021 15:17 Uhr

Black-Sabbath-Gitarrist Tony Iommi hat Lymphdrüsenkrebs. Er sagt: "Der Gedanke an den Tod begleitet einen mit einer solchen Krankheit ständig."

Black-Sabbath-Gitarrist Tony Iommi (73) kämpft mit Chemotherapie und Strahlenbehandlung gegen seine Lymphdrüsenkrebserkrankung an. Die Diagnose gab sein Pressesprecher Anfang 2012 bekannt. Aktuell gehe es ihm „den Umständen entsprechend gut“, wie er jetzt im Interview mit der „Welt am Sonntag“ sagt. Er gehe regelmäßig zu seinen Untersuchungen. Das sei in Corona-Zeiten allerdings nicht ganz einfach, „denn ich muss dafür ins Krankenhaus fahren, und die Kliniken in England sind derzeit sehr voll“.

Ob es Aussicht auf Heilung gebe? Darauf antwortet der britische Musiker weder mit ja noch mit nein. „Mein Arzt und ich nehmen es einfach Tag für Tag. Im Moment fühle ich mich okay“, sagt Iommi stattdessen. Natürlich seien da die Symptome, man werde müde, was von der Chemotherapie komme. Außerdem spüre er Nebenwirkungen durch die „leider“ notwendige Strahlenbehandlung. „Aber wissen Sie was – ich bin immer noch da“, macht er sich und seinen Fans Mut.

„Der Gedanke an den Tod begleitet einen ständig“

An den Tod habe der Musiker in den vergangenen Jahren häufig gedacht, „vor allem, als es mir sehr schlecht ging, als die Krankheit richtig heftig ausbrach. Damals dachte ich, das sei es gewesen“, erinnert sich Iommi. Black Sabbath (1969-2017) nahmen gerade das Album „13“ (2013) auf und „ich bin ehrlich, ich habe mich im Studio sehr beeilt, weil ich dachte, ich erlebe es sonst nicht mehr, dass es fertig wird“.

Damals sei Iommi schon in Behandlung gewesen, das Schreiben von Songs und die Arbeit im Studio hätten ihn etwas abgelenkt. „Aber der Gedanke an den Tod begleitet einen mit einer solchen Krankheit ständig. Er verlässt einen nie, gerade wenn es sich um etwas so Beängstigendes handelt wie bei mir“, meint der Künstler.

Eddie Van Halens Tod war ein „Riesenschock“

Musiker und Van-Halen-Gründer Eddie Van Halen (1955-2020) erlag am 6. Oktober 2020 seiner Krebserkrankung. „Das war ein Riesenschock für mich, er war ein lieber, wirklich enger Freund. Neben Brian May [73, Queen-Gitarrist] war Eddie mein bester Freund im Musikbusiness“, sagt Iommi. „Ich habe ihn viele Jahre bei seinen Krebs-Behandlungen begleitet, ich habe miterlebt, was er alles durchmachen musste.“ Würde ein guter Freund wie Van Halen sterben, „denkt man unweigerlich auch über das eigene Leben nach“.

Tony Iommi gilt als einer der besten Gitarristen der Welt und „Pate des Heavy Metal“. Er ist zum vierten Mal verheiratet (seit 2005), aus seiner zweiten Ehe hat er eine Tochter (geb. 1983).

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