Bushido: „Meine Schwiegereltern hassen mich noch immer“

Serena ShtreziSerena Shtrezi | 01.12.2021, 19:38 Uhr
Bushido: „Meine Schwiegereltern hassen mich noch immer!“
Bushido: „Meine Schwiegereltern hassen mich noch immer!“

Foto: IMAGO / APP-Photo

Es gibt in Deutschland wohl wenige Künstler und Rapper, die so einen drastischen Image-Wechsel vollzogen haben wie Bushido, aka Anis Ferchichi. Zwei Personen, die ihm sehr nahe stehen, kann er aber noch nicht ganz vom neuen Saubermann-Image überzeugen.

Vom kleinen Graffiti-Sprayer, Gangster-Rapper, Clan-Mitglied und größten Popstar der deutschen Musikszene, zum bescheidenen Familienvater, der sogar überlegt, demnächst bei Let‘s Dance mitzumachen. Bushido ist sein neues Image wichtig. Nur die Schwiegereltern trauen dem Braten noch nicht so ganz.

Das beispiellose Leben des Anis Ferchichi

Selbst nach zwanzig Jahren Karriere als Rapper und inszenierter Rüpel ist der Name Bushido auch heute noch jedem Mitglied der „Generation Z“ ein Begriff. Keine Frage, der Musiker hat Musik-Geschichte geschrieben, wenngleich seine Einträge in unseren mentalen Geschichtsbüchern nicht immer seiner Kunst zuzuschreiben sind: Von Drogen, über skandalöse Texte (Schwulenhass & Frauenfeindlichkeit) bis zu seiner kriminellen Vergangenheit als Clan-Mitglied, hat der Gangster-Rapper eigentlich kein Fettnäpfchen ausgelassen.

Und deshalb räumt Bushido in seiner neuen Doku „Unzensiert“ ein für alle Mal mit seiner Vergangenheit auf.

Schon die erste Folge zeigt einen erschöpften, grau-melierten Bushido, dem die Schrecken der letzten Jahre ins Gesicht geschrieben stehen. Doch irgendwie ist das gar nicht Bushido, auch wenn er so aussieht und spricht, wie der bekannteste Rapper Deutschlands. Eigentlich spricht in der Doku Anis Ferchichi, 44 Jahre alt, Vater von 8 (!) Kindern. Gebeutelt von seiner Vergangenheit. Anis bereut vieles und möchte in seiner neuen Doku vor allem eines klarstellen: Er ist nicht mehr der Kriminelle, der er einmal war. Das gelingt ihm irgendwie, mit viel Reue in der Stimme und vereinzelt ehrfürchtigen Blicken zu seiner Frau Anna-Maria, ohne die er heute nicht mehr da wäre.

Bushido: „Meine Schwiegereltern hassen mich noch immer!“

Foto: IMAGO / Future Image

Anna-Maria ist die Liebe seines Lebens

In seinem ehrlichen Auftritt bei „Chez Krömer“ sagt Bushido, dass der „Rapper Bushido“ eigentlich keine Lebensumstellung gebraucht hätte. Mit seinen kriminellen Tätigkeiten, unter anderem Steuerhinterziehung und organisierter Kriminalität, hat er seinem Namen als Gangster-Rapper alle Ehre gemacht. Der heute geläuterte Bushido ist aber vor allem für seine Familie aus dem Schatten getreten. Als seine Frau Anna-Maria über Nacht ihre Koffer packte und Bushido plötzlich ohne Familie in seiner leeren Villa stand, überkam ihn Todesangst.

Ihm war klar: Wenn er die Liebe seines Lebens nicht verlieren wollte, musste er vor allem mit einer Person ein für alle Mal abrechnen. Arafat Abou-Chaker (46): Bushidos angeblicher Manager und Clan-Oberhaupt der wohl größten kriminellen Familie Deutschlands. Arafat hat die Strippen im Theater gezogen, das Bushidos Leben hieß. Und genau damit kam Anna-Maria (40) nicht mehr klar und forderte die endgültige Trennung vom Clan-Chef.

Bushido: „Meine Schwiegereltern hassen mich noch immer!“

Foto: IMAGO / Eventpress

Warum Bushido trotzdem kein Schwiegermutter-Liebling ist

Heute ist Bushido froh, diesen Schritt getan zu haben – auch wenn das bedeutet, dass seine Kinder jeden Tag mit Polizeischutz in die Schule müssen. Denn natürlich hat Arafat diese Ehrverletzung nicht auf sich sitzen lassen, und Bushidos Frau und Kindern mit dem Tod gedroht. Womöglich genau das, was man von einem kriminellen Clan-Chef erwartet.

Anna-Maria ist sich sicher, dass ihre Geschichte gut ausgehen und die Familie bald gemeinsam in Frieden leben wird. Vor allem wenn sie sich in der Doku „Unzensiert“ erinnert, wie schwierig es zeitweise auch mit ihren Eltern wurde, weil diese den kriminellen Schwiegersohn nicht mehr ertragen haben.

Bushidos Schwiegermutter: „Anis ist ein sehr schwieriger Mensch“

Unter Tränen erzählt Anna-Maria dem Kameramann, dass sie während ihrer Trennung von Bushido zu ihren Eltern fliehen musste und sogar Angst vor ihrem eigenen Mann hatte. Denn als sie ihre Koffer packte, traute sie sich nur mit Polizeischutz aus dem Haus. Im sicheren Elternhaus fand sie dann heraus: Sie ist wieder schwanger. Also wurde nichts aus der Trennung und Bushido versuchte, wieder Kontakt zu seiner Frau herzustellen, ihr Vertrauen wiederzuerlangen. Die Schwiegereltern konnte Bushido aber keineswegs von seinen guten Absichten überzeugen: Sie verbaten ihm, das Haus zu betreten.

Knallhart und ehrlich gibt Bushidos Schwiegermutter in der Doku zu: „Unser Verhältnis ist heute sehr neutral. Damals wollten wir nichts mehr mit ihm zu tun haben. Aber Anis ist nach wie vor ein sehr schwieriger Mensch, deshalb kommen auch viele Menschen nicht mit ihm klar.“

Trotz Image-Wechsel vielleicht bald im Knast

Auch wenn Bushido und seine Schwiegermutter vielleicht nie beste Freunde werden, scheint seine Ehe mit Anna-Maria nie besser gewesen zu sein, wie er bei „Chez Krömer“ zugibt. Es könnte privat also im Hause Ferchichi nach einem Happy-End aussehen. Rechtlich betrachtet fand die moralische Läuterung des Rüpel-Rappers aber leider trotzdem zu spät statt. Der vorbestrafte Musiker muss sich aktuell vor Gericht wegen „gemeinschaftlicher Brandstiftung“ verantworten.

Der Vorwurf: Es wird davon ausgegangen, dass Bushido im Dezember 2013 zwei Komplizen damit beauftragt hat, im Dachboden seines Hauses in Kleinmachnow ein Feuer zu legen. Auf diese Weise habe er Schadensersatz von der Versicherung erhalten und zugleich Vorschriften des Denkmalschutzes umgangen, um seine Villa umbauen zu können. Wenn der Rapper den Richter auf dem falschen Fuß erwischt, können bis zu 10 Jahre Haft auf ihn zukommen. Auch wenn er hoffentlich privat genug Buße getan hat und sich nur vor seiner eigenen Frau rechtfertigen muss, hat er immer noch eine Rechnung mit dem deutschen Staat offen.

Bushido: „Meine Schwiegereltern hassen mich noch immer!“

Foto: IMAGO / Mauersberger