08.09.2020 21:31 Uhr

Capital Bra spricht offen wie nie zuvor über seine Tilidin-Sucht

Capital Bra war früher süchtig nach Tilidin. In einem Interview hat der Rapper so offen wie selten über seine Abhängigkeit gesprochen und seine Fans eindringlich vor dem Schmerzmedikament gewarnt.

imago images/Jan Huebner

Rapper Capital Bra (25, „Berlin lebt“) hat so offen wie nie zuvor über seine frühere Tilidin-Sucht gesprochen. Dem NDR-Rechercheformat „STRG_F“ schilderte der Berliner seine Erfahrungen mit dem rezeptpflichtigen Medikament, wie er damit in Berührung kam und was ihn zum regelmäßigen Konsum veranlasste. Durch seine Schilderungen wolle er heute auch vor dem Schmerzmittel warnen.

„Das erste Mal war der schlimmste Absturz“, gesteht der Rapper. Er habe sich zwei Tage lang übergeben und sei nur im Bett gelegen. Danach habe er angefangen, mit seinen Freunden regelmäßig Tilidin zu konsumieren. Vor allem die Langeweile habe dazu getrieben: „Stell dir mal vor, du hast kein Geld, du bist in Hohenschönhausen. Ihr hängt alle zusammen rum. Jeder hat ein bisschen Kleingeld in der Tasche und du musst den Tag irgendwie rum bekommen“, so der 25-Jährige. Und weiter: „Du gehst nicht schaukeln mit 15. Einer holt Gras, einer holt Tilidin, dann chillst du halt den ganzen Tag. Und jeden Tag von vorne.“

Es wurde ihm alles zuviel

Letzten Endes sei er dann süchtig gewesen. Er habe nicht mehr ohne können: „Du sitzt dann da wie ein vercrackter Junkie“, so Capital Bra. Auch am Anfang seiner Rap-Karriere habe Tilidin ihn begleitet. Er habe damit Stress verdrängt, schließlich sei er „auf einmal“ ein Star gewesen: „Wir haben das genommen zum Klarkommen. Weil alles ist zu viel, jeder macht Fotos.“ Irgendwann sei ihm die Situation dann aber aus der Hand geglitten: „Irgendwann geht es auch auf deinen Kopf. Wenn du keine Kontrolle mehr über etwas hast, ist kacke“, erklärt Capital Bra.

Auch für seine Kinder wollte er dann aber clean werden: „Ich wollte meine Kinder auch vom Kindergarten abholen. Ich wollte nicht mehr benebelt sein oder was auch immer“, so der Rapper. Dem Medikament zu entkommen, sei sehr schwer geworden: „Die ersten zwei Tage denkst du, es ist schlimm, aber dann wird es schlimm.“ Wenn man einen Monat durchhalte, habe man es geschafft.

Er warnt seine Fans

Heute wolle der Rapper, der Tilidin seit 2016 in 16 seiner Songs thematisiert hat, davor warnen. Seine Absicht sei es nicht gewesen, den Konsum als „cool“ darzustellen. Er habe lediglich zeigen wollen, wie er lebe. Eine Nachricht hat er deshalb an Fans, die ihn aufgrund seiner Texte nachahmen wollen würden: Wer es ausprobieren will und cool sein will, soll es probieren. Aber er ist gefickt danach. Das musst du auf jeden Fall safe wissen“, so der Rapper.

(rto/spot)

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