Dienstag, 14. Mai 2019 22:38 Uhr

Cate Blanchett wird 50

Sie war Königin Elizabeth, sie war Bob Dylan, sie war Galadriel in „Der Herr der Ringe“. Heute ist Cate Blanchett einer der größten Stars, die Hollywood hat.

Cate Blanchett wird 50

Foto: Lia Toby/WENN.com

Es gab eine Zeit, da konnte man Cate Blanchett in Berlin treffen. Auf Kinderspielplätzen in Prenzlauer Berg, auf der Eislauffläche am Alexanderplatz oder im „Katz Orange“, einem trendigen Restaurant. Dort saß der Hollywood-Star aus Australien mit der Familie ziemlich unbemerkt an einem großen Tisch im ersten Stock. Damals war sie zu Dreharbeiten für ein Kunstprojekt in der Stadt. Die Installation „Manifesto“, in der sie 13 verschiedene Rollen spielte, war dann auch in Berlin in einer großen Ausstellung zu sehen.

Seinerzeit dachte sie sogar darüber nach, ganz dorthin zu ziehen. Das hat sich erledigt. Inzwischen ist die Frau mit dem „perfekten Kinogesicht“ („Zeit-Magazin“) längst wieder weg. Was bleibt, ist die Feststellung, dass sie für jemanden, der von der anderen Seite der Welt kommt, eine ungewöhnlich enge Beziehung zu Deutschland hat. Heute wird die zweifache Oscar-Preisträgerin 50 Jahre.

Aufgewachsen in Australien

Geboren wurde Blanchett in Melbourne. Die Mutter war Lehrerin, ihr Vater, ein Amerikaner, starb, als sie zehn war. Sie saß gerade am Klavier, als sie ihn das letzte Mal sah. „Ich sah ihn am Fenster vorbeigehen. Er war auf dem Weg zur Arbeit. Ich habe noch gewinkt. Am selben Tag hatte er einen Herzinfarkt. Er war noch nicht einmal 40.“ Seither, so erzählte sie einmal dem „New Yorker“, legt sie großen Wert darauf, stets richtig Abschied zu nehmen.

Heute hat sie selbst drei Söhne im Teenageralter und eine Tochter. Das Mädchen haben Blanchett und ihr Mann, der australische Theatermacher Andrew Upton, 2015 adoptiert. Zu Dreharbeiten nimmt sie die Familie gern mit. Mit ihrem Mann leitete sie ein paar Jahre auch die Sydney Theatre Company. Eine ihrer Paraderollen war Lotte Kotte, die Hauptfigur in „Groß und Klein“, einem modernen deutschen Klassiker von Botho Strauß. Damit war sie auch bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen zu sehen.

Durchbruch als Elizabeth

Bekannt wurde Blanchett natürlich aber übers Kino. Der Durchbruch war „Elizabeth“, mit ihr als englischer Königin. Der Film brachte ihr 1998 die erste Oscar-Nominierung ein. Später gab es eine Fortsetzung und wieder eine (erfolglose) Nominierung. 2001 spielte sie in „Heaven“ des deutschen Regisseurs Tom Tykwer. Im Nachkriegsdrama „The Good German“ war sie selbst eine Deutsche, die jüdische Ehefrau eines SS-Manns.

Ihren ersten Oscar gewann sie 2005 für ihren Auftritt als Katherine Hepburn in „Aviator“. Es war auch der erste Oscar für die Verkörperung einer Oscar-Preisträgerin. Acht Jahre später gab es den zweiten, diesmal als beste Hauptdarstellerin, in „Blue Jasmine“ von Woody Allen. Inzwischen sind es mehr als 50 Filme geworden. Blanchett gehört nicht nur zu den bestbezahlten, sondern auch zu den fleißigsten Hollywood-Schauspielerinnen.

Quelle: instagram.com

Sie kann Arthouse wie Blockbuster. In „I’m Not There“ war sie einer von sechs Bob Dylans (der einzige weibliche), in „Der Herr der Ringe“ war sie die mächtige Elbin Galadriel, in „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ die Geliebte eines Mannes, der jünger wird, während sie ganz normal altert, und zuletzt im mäßig erfolgreichen „Ocean’s 8“ die Chefin einer Bande von Schmuckräuberinnen. Derzeit dreht sie ihre erste amerikanische TV-Serie, „Mrs. America“.

Politisch engagiert

Immer mal wieder meldet sich Blanchett auch in politischen Dingen zu Wort, vor allem in Sachen Klimawandel und Flüchtlinge. Seit ein paar Jahren ist sie als ehrenamtliche Botschafterin für die Vereinten Nationen aktiv. Bei einem Auftritt vor dem UN-Sicherheitsrat im vergangenen Jahr zeigte sie sich entsetzt über das Schicksal der mehr als 700.000 Muslime, die aus Myanmar ins Nachbarland Bangladesch geflüchtet sind. Sie war auch selbst dort.

Auch zum Umgang der Deutschen mit Flüchtlingen hat sie eine Meinung. Angela Merkel bekam von ihr großes Lob. „Die Tatsache, dass sie die Grenzen Deutschlands offen gehalten hat, ist einfach wunderbar. Es ist ein Weckruf für Europa und ganz besonders für das Land, aus dem ich komme“, sagte sie dem „Zeit-Magazin“. „Sie zeigt Führungsqualitäten, wenn es darauf ankommt.“ Über Donald Trump äußert sich der Hollywood-Star aus Australien ganz anders. (Christoph Sator, dpa)

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