Montag, 11. Juni 2012 20:26 Uhr

César aus „Sleep Tight“ und die größten Psychopathen der Filmgeschichte

Bei Filmen, in denen man Psychopathen über die Schultern schaut, machen sich in der Regel äußerst beklemmende Gefühle breit. Oft halten sie einem vor Augen, dass man sich nie ganz sicher sein kann, was der unscheinbare Typ von nebenan in Wirklichkeit so für Leichen im Keller hat. Deswegen braucht es meistens keine Unmengen an Blut und Gewalt, um unseren Puls in die Höhe zu treiben, denn dafür sorgt das realistische Szenario schon ganz allein.

Am 05. Juli 2012 kommt ein spanischer Film in unsere Kinos, der genau hier ansetzt und so sein Publikum in Atem hält. Die Rede ist von ‚Sleep Tight‚ von Regisseur Jaume Balagueró ([REC], [REC]2). Darin geht es um den Portier César, der nach außen ein völlig normaler Kerl zu sein scheint, dessen Lebenselixier aber in Wirklichkeit das Elend seiner Mitmenschen ist.

Hinter der ruhigen Fassade lauert das Böse und er liebt nichts mehr, als Leid zu sähen und zu beobachten, wie es wächst und gedeiht. Dabei kommt ihm natürlich zugute, dass er dank seines Berufes Zugang zu allen Wohnungen des Mietshauses hat.

Diese verstörende und unheimliche Geschichte des besessenen Portiers ist ein guter Anlass, um einmal auf die spannendsten Filme und unheimlichsten Psychopathen zurückzuschauen, welche uns in der Vergangenheit die Nackenhaare aufgestellt haben.

American Psycho (2000)
Das aufwühlendste an der Romanverfilmung ist wahrscheinlich, dass der Hauptcharakter Patrick Bateman alles zu haben scheint, was man sich nur wünschen kann. Immerhin muss sich der Endzwanziger um Geld wirklich keine Sorgen machen und dazu sieht er noch verdammt ansehnlich aus. Trotzdem verfällt er nach der Arbeit regelmäßig dem Rausch der Gewalt.
Nach „American Psycho“ hatte man nie wieder das gleiche Gefühl, wenn „Hip To Be Square” im Radio zu hören war. Die Szene um dieses Lied musste sich einfach in die Synapsen des Zuschauers brennen. Ein axtschwingender Yuppie-Christian-Bale im Blutrausch und dazu ohrwurmtaugliche 80er-Musik lässt einen nicht kalt.

Misery (1990)
Annie Wilkes aus „Misery“ ist ein Guter Beweis dafür, dass man nicht immer ein Y-Chromosom braucht, um ordentlich am Rad zu drehen. Während es die meisten Menschen in stiller Trauer zu Kenntnis nehmen, wenn ihre Lieblings-Bücherreihe ein Ende findet, kann Annie das nicht so einfach dulden. Und das Schicksal sorgt auch noch dafür, dass ihr der Autor, der für das Ende ihrer geliebten Misery-Romane verantwortlich ist, fast wehrlos in die Hände fällt. Nun ist sie auch bereit einen Vorschlaghammer in die Hand zu nehmen, um ihn davon zu „überzeugen“, dass die Saga um Misery nicht enden darf…

Das Schweigen der Lämmer (1991)
Dass sich Kultur und Kannibalismus nicht zwangsläufig ausschließen, zeigte Vorzeige-Psychopath Dr. Hannibal Lecter Anfang der 90er-Jahre ein für alle Mal. Die teuflische Mischung aus Intelligenz und der Vorliebe für menschliche Leber macht ihn bis heute zu einem der furchteinflößendsten Filmbösewichte aller Zeiten. Gleichzeitig erhielt Anthony Hopkins für seine Darstellung des personifizierten Grauens den Oscar® als bester Hauptdarsteller.

No Country for Old Men (2007)
Kopf oder Zahl? Für Anton Chigurh aus „No Country for Old Men“ entscheidet diese simple Frage buchstäblich über Leben und Tod. Man erfährt nicht viel über den schweigsamen Freund des Bolzenschussgerätes und die Beweggründe seiner blutrünstigen Taten, doch trotzdem fesselt einen jede Szene mit diesem dunklen Charakter. Der Neo-Western verewigte sich in der Filmgeschichte und sicherte auch hier dem Darsteller des Psychopathen (Javier Bardem) einen Oscar®.

Shining (1980)
In „Shining“ konnte der Zuschauer aus der ersten Reihe mitverfolgen, wie ein Familienvater durch Isolation und eine Schreibblockade immer weiter an den Abgrund der Manie rutscht, um am Ende komplett im Grauen zu versinken. Ob sich Jack Nicholson darüber freut, dass er so ein herausragendes Psychopathen-Gesicht hat, weiß man nicht. Jedenfalls gelang es ihm in der Stephen-King-Verfilmung einen der überzeugendsten Wahnsinnigen aller Zeiten zu mimen. Wenn es um irres Grinsen und beängstigendes Funkeln in den Augen geht, macht ihm einfach keiner etwas vor.

Diese fünf gehören zweifelsohne zur Crème de la Crème der Kino-Psychos und dabei könnte man die Liste noch um einiges fortsetzen. So wurde zum Beispiel der Urvater des Irrsinns (Norman Bates aus „Psycho“) noch nicht mal erwähnt. Doch bald könnte sich hier ein weiterer Bösewicht einreihen, denn César aus ‚Sleep Tight‘ steht den anderen Psychos in puncto Bedrohlichkeit in nichts nach.
Wer also einmal mehr einen tiefen Blick in die Abgründe der menschlichen Seele werfen will, merkt sich den 5. Juli 2012 vor und besucht die düstere Welt von César, wenn ‚Sleep Tight‘ in die Kinos kommt.

Fotos aus ‚Sleep Tight‘: Senator

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